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Die Mohns - Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern: Die Familie hinter Bertelsmann

Die Mohns - Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern: Die Familie hinter Bertelsmann

von: Thomas Schuler

Campus Verlag, 2004

ISBN: 9783593403731, 390 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 10,99 EUR

Ersparnis: 13,91 EUR

  • Elfenkind
    Herbst - Läuterung
    Den Himmel gibt´s echt
    Herbst - Zerfall
    Der Bankräuber
    Bleib cool, Papa
    Du gibst das Leben
    Mein Herz kennt die Antwort
  • Kopfschuss
    Die Zehn Gebote
    Das Feenorakel
    Zeit der Vergebung
    Alphavampir
    Der Geschmack des Wassers
    Succubus Shadows
    Hurentaten
 

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Die Mohns - Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern: Die Familie hinter Bertelsmann


 

3. »Größere und größte Auflagen« Heinrich Mohn und der Aufstieg von Bertelsmann  (S. 45-46)

Die Geschichte von Bertelsmann im zwanzigsten Jahrhundert ist auch die Geschichte eines von einer chronischen Krankheit gezeichneten Mannes. Denn Heinrich Mohn hatte Asthma. Diese Krankheit machte ihm von Jugend an zu schaffen. Wie sein Vater besuchte er das Evangelisch-Stiftische Gymnasium in Gütersloh. Er spielte im Posaunenchor. Allerdings musste er die Schule wegen seiner chronischen Krankheit abbrechen. Er absolvierte im elterlichen Betrieb eine Lehre; später schickte ihn sein Vater in die Buchstadt Leipzig, nach England und in die Schweiz.

Heinrich Mohn wollte sich von seiner Krankheit nicht unterkriegen lassen. Sein Vater Johannes hatte seinen Wunschberuf des Pastors nicht erlernen und ausüben können, weil er keine Stimme zum Predigen hatte, und diesen Mangel hatte er mit seinem hohen Engagement als Verleger und Drucker kompensiert. Für seinen Sohn Heinrich war der Verlegerberuf verpflichtendes Erbe, Wunschberuf und Berufung zugleich. Wenn schon sein Körper schwach war, dann wollte er wenigstens durch einen starken Geist glänzen. Bereits in der Schule tat er sich mit seinem hervorragenden Gedächtnis hervor. Um es zu trainieren, lernte er zum Beispiel 140 Lieder des Minden-Ravensbergischen Kirchengesangbuches auswendig.

Die Krankheit machte ihn jedoch keineswegs untauglich für jegliche körperliche Tätigkeit. Immerhin meldete sich der 1885 geborene Heinrich Mohn, der 1910 als Teilhaber in den elterlichen Betrieb eingestiegen war, 1914 freiwillig zum Dienst in der kaiserlichen Armee und wurde im Ersten Weltkrieg Offizier.

Bald, nachdem Heinrich 1921 die Geschäfte von seinem Vater vollständig übertragen bekommen hatte, kam der erste schwere wirtschaftliche Einbruch. Heinrich Mohn hatte das Geschäft zu einer Zeit übernommen, die ihm wenig Möglichkeiten zur Expansion bot. Die Produktion lag am Boden. Aussagekräftige Kalkulationen waren während der Inflation nicht möglich. Heinrich Mohn fand einen Ausweg, indem er eine stabile Währung für Bücher einführte: die »Buch-Mark.« Diese Verrechnungseinheit war währungsunabhängig und erleichterte damit das Geschäft. Doch im Grunde war das nur ein Trick, um irgendwie kalkulieren zu können. Als die Inflation galoppierte, half auch diese Konstruktion nicht mehr.

Schließlich musste Heinrich Mohn die Produktion einstellen und Drucker, Buchbinder und Setzer entlassen. Ende 1923 hatte der Verlag nur noch sechs Mitarbeiter. Unter ihnen auch sein Vertrauter Fritz Wixforth, der später eine wichtig Rolle spielen sollte. Was konnte man tun, um die Krise zu meistern? Die Lage war schlimm. Auch gesundheitlich ging es dem Verlagschef so schlecht, dass unsicher war, ob er den Verlag, den er kurz davor übernommen hatte, überhaupt weiterführen könnte. Ein Arzt hatte ihm geraten, er solle sich wegen seines Asthmas »fast ständig im Gebirge aufhalten und von dort aus die Firma leiten«. Diese Nachricht muss ihn schwer getroffen haben. Was bedeutete das? Wie sollte er eine Firma in Gütersloh vom Gebirge aus leiten? Dennoch verlegte er auf den Rat des Arztes hin für die nächsten Jahre den Wohnsitz der Familie nach Braunlage in den Harz.