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2. Transaktionsanalyse: die Mitarbeiter und ihre Ich-Zustände (S. 28-29)
Bei den Einzelgesprächen gibt es jedoch nicht nur Themen, die wichtig sind und auf die man sich einstellen sollte, sondern auch Typen. Ich spreche bewusst von Typen, denn wenn auch jeder Mitarbeiter ein Individuum und als solches einzigartig ist, so gibt es doch bestimmte Verhaltensweisen und Kommunikationsstile, die immer wieder ähnlich auftauchen und die man mit Einschränkungen typisieren kann.
Vielleicht treffen Sie bei Ihrem ersten Gespräch auf jemanden, der das Gespräch folgendermaßen eröffnet: »Wie gut, dass jetzt endlich ein neuer Chef kommt. Hier liegt ja seit einer ganzen Weile so ziemlich alles im Argen. Wenn ich Ihnen jetzt gerade aus dem Stand aufzählen wollte, was bei uns in letzter Zeit alles schief gelaufen ist, säßen wir heute Abend noch hier! Vor allen Dingen im ... müsste dringend etwas getan werden, und auch bei ... müsste einiges unternommen werden!« Auch der Tonfall, in dem dies vorgetragen wird, macht Ihnen klar, dass Sie sich das Ausmaß des Jammers in dieser Abteilung gar nicht groß genug vorstellen können. Auf die Frage, wo der Mitarbeiter seinen Aufgabenbereich sieht, erhalten Sie zur Antwort, was man ihm bisher alles an Arbeiten zugewiesen hat, und auf die Frage nach seinen Zielen erfolgt neuerliches Gejammer, sodass Ihnen sehr schnell klar wird, dass Eigeninitiative bei diesem Mitarbeiter nicht zu den ausgeprägten Stärken zählt. Aber immerhin scheint er fügsam und willig, was man von Ihrem nächsten Gesprächspartner nicht behaupten kann.
Der poltert nämlich gleich los: »Ich weiß überhaupt nicht, was ich hier soll! Wieso reden Sie überhaupt mit jedem Einzelnen? Wollen Sie uns aushorchen? Sind das die neuen Management-Methoden – die Kollegen gegeneinander ausspielen? Da mach ich aber nicht mit! Und die Kollegen auch nicht, das kann ich Ihnen versichern! « Ihnen dämmert, dass dieses Gespräch unter Umständen ein bisschen schwierig werden könnte, dito die weitere Zusammenarbeit mit dem Raubein. Es sieht so aus, als hätte er sich »Seid Sand, nicht Öl im Getriebe ...« als Devise gewählt.
Ihr drittes Gespräch fängt freundlich, sachlich und informativ an. Sie atmen auf, es gibt ihn also noch, den unkomplizierten Mitarbeiter, und Sie fragen ihn, wie er die Situation in der Abteilung beurteilt. Und nun kommt Ihr Mitarbeiter so richtig in Fahrt: »Als Erstes sollten Sie mal den Klüngel im Sekretariat auf Trab bringen! Da wird ja mehr Kaffee getrunken als gearbeitet! Auf jeden Fall müssen die folgenden Abläufe neu geordnet werden (es folgt eine längere Aufzählung). Die Ablage in dieser Abteilung ist absolut chaotisch. Und wenn ich Ihnen etwas raten darf, den Mayer müssen Sie unbedingt im Auge behalten, der ist so unzuverlässig, den müssen Sie ganz eng führen!« Die Botschaft hinter all dem ist ganz klar: Wenn Sie sich strikt an die Anweisungen Ihres Mitarbeiters halten, ist er gerne bereit, Sie als Chef zu akzeptieren.
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