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Perl in 21 Tagen - Schritt für Schritt zum Profi

Perl in 21 Tagen - Schritt für Schritt zum Profi

von: Patrick Ditchen

Markt +Technik Verlag, 2003

ISBN: 9783827263933, 768 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 22,50 EUR

Ersparnis: 22,45 EUR

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Perl in 21 Tagen - Schritt für Schritt zum Profi


 

Tag 1 Erste Schritte (S. 25-26)

Herzlich willkommen zu unserem Perl-Kurs in 21 Tagen. Drei Wochen lang werden wir uns ausführlich mit dieser faszinierenden Sprache und ihren enormen Möglichkeiten beschäftigen. In überschaubarer Zeit avancieren Sie vom Perl-Anfänger zu einem soliden Perl-Programmierer und aller Voraussicht nach werden Sie dabei eine Menge Spaß haben. In der ersten Woche lernen Sie die grundlegenden Konzepte und Datenstrukturen sowie die wichtigsten Befehle von Perl kennen.

An diesem ersten Tag tasten wir uns behutsam an Perl heran und wagen unsere ersten Schritte.

- Wir erfahren wie Perl entstand,
- wo es im Verhältnis zu anderen Programmiersprachen steht,
- und was es uns Alles zu bieten hat.
- Anschließend installieren wir Perl,
- wir schreiben unser erstes Skript,
- lernen mehrere Varianten kennen, es auszuführen,
- und werfen zum Schluss noch einen kurzen Blick auf einige wichtige Perl-Befehle.

Am Ende dieses Kapitels werden Sie bereits in der Lage sein, einfache Perl-Skripte zu schreiben, die Daten von der Tastatur einlesen, einfache mathematische Berechnungen durchführen und Texte auf dem Bildschirm ausgeben können.

1.1 Perl-Geschichte

Wie alles begann ...

Perl wurde von dem amerikanischen Programmierer Larry Wall entwickelt. Er stand 1987 vor der Herausforderung, ein gemeinsames Überwachungssystem für mehrere, Tausende von Kilometern voneinander entfernte UNIX-Rechner schreiben zu müssen. Er begann – wie alle Systemadministratoren in einer solchen Situation – mit einer Sammlung von UNIX-Shell-Skripten1, um schließlich – wie alle Systemadministratoren – bei voluminösen -Programmen2 zu landen.

Doch Larry war mit dem erzielten Ergebnis unzufrieden. Mit ließen sich nicht alle Ideen realisieren und das, was funktionierte, war häufig recht umständlich gelöst. Man müsste erweitern, dachte er – oder besser noch: gleich eine neue Skriptsprache schreiben! So weit die offizielle Version. Wahrscheinlich hat Larry Wall aber einfach nur auf eine günstige Gelegenheit gewartet, endlich seine Skriptsprache zu entwickeln, denn bereits zu diesem Zeitpunkt stammten einige UNIX-Tools wie patch, rn oder warp aus seiner Feder. Und der Sinn eines ambitionierten Programmierers strebt nun mal nach Höherem.

Larry schrieb seine neue Skriptsprache in C. Er nahm Funktionalitäten aus der UNIX-Shell- Skript-Programmierung, aus awk und aus C in seine Neuentwicklung auf und schuf damit eine enorme Fülle an programmiertechnischen Möglichkeiten. Mithilfe dieser Sprache realisierte er nun die ihm gestellte Aufgabe eines Überwachungssystems und: war zufrieden! Welchen Namen sollte die neue Errungenschaft erhalten? Larry entschied sich nach langem Ringen und vielen Albträumen schließlich für »pearl« (ja, mit a), also die richtig geschriebene Perle, was außerdem als Akronym für Practical Extraction And Report Language interpretiert werden sollte. Etwas später entdeckte er, dass es bereits eine Grafiksprache dieses Namens gab und es außerdem sehr lästig war, beim Aufruf der Sprache immer fünf Zeichen eintippen zu müssen. Er gab das bedeutungslose »a« auf und gelangte schließlich zu dem, was wir heute kennen.

… und was daraus wurde

Larry Wall stellte seine Skriptsprache schon bald ins Internet, wo sie jeder kostenlos herunterladen konnte, der sich einen Nutzen von ihr versprach. Der Zuspruch war enorm. Perl schloss die Lücke zwischen der pragmatischen, aber langsamen und oft ineffizienten Shell-Skriptsprache einerseits und der performanten, aber doch recht umständlich zu handhabenden Programmiersprache C auf der anderen Seite. Viele Administratoren sahen in ihr genau das richtige Mittel zur Bewältigung anspruchsvoller Administrationsaufgaben.

Die ständig wachsende Fangemeinde wartete nun ihrerseits mit einer Fülle von neuen Ideen und Verbesserungsvorschlägen auf. Larry Wall war begeistert und nahm immer wieder Erweiterungen vor – vielleicht sogar zu viele. Auf diese Weise erfuhr die Sprache eine lebhafte Entwicklung, wurde auf andere Betriebssysteme portiert und gewann auch außerhalb des Administrationsumfelds zunehmend an Bedeutung. Ob es nun um Webprogrammierung, grafische Benutzerschnittstellen, um Berechnungen zur Halbleiterherstellung, die Auswertung von Börsendaten oder die Entschlüsselung des menschlichen Genoms geht – immer ist irgendwo auch Perl mit im Spiel. Denn »Geht nicht« gibt es nicht in Perl.

1.2 Perl und das Web

Am bekanntesten wurde Perl durch seinen Einsatz im World Wide Web. Als man endlich begann, das Web nicht nur als Sammelkasten für virtuelle Visitenkarten zu begreifen, sondern dazu überging, es für ernsthafte Anwendungen zu nutzen, schlug die große Stunde von Perl. Denn wo sinnvolle Applikationen laufen sollen, muss auf Daten zugegriffen, müssen Daten über komplexe Algorithmen verarbeitet und schließlich auch wieder gespeichert werden – Anforderungen, die statische Webseiten nicht erfüllen.

1.4 Module für jede Aufgabe

Viele Perl-Programmierer folgen dem Beispiel Larry Walls und stellen ihrerseits selbst geschriebene Funktionen, die auch für andere nützlich sein könnten, frei verfügbar ins Internet. Im Laufe der Jahre hat sich daraus eine Sammlung von über 4000 Modulen (Funktionsbibliotheken) ergeben. Unglaublich! Doch damit nicht genug. Um den Nutzen dieses Software-Repertoires zu optimieren, werden alle Module auf einem zentralen Server gesammelt und unter www.cpan.org zugänglich gemacht. Sie finden sie nach Themen geordnet, jedes einzelne gepackt und komprimiert. (CPAN steht für Comprehensive Perl Archive Network, Netzwerk für ein umfassendes Perl- Archiv.)