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Die Tyrannei der Werte.

von: Carl Schmitt

Duncker & Humblot GmbH, 2011

ISBN: 9783428534579 , 91 Seiten

3. Auflage

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 14,90 EUR

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Die Tyrannei der Werte.


 

Die Tyrannei der Werte Überlegungen eines Juristen zur Wert-Philosophie (S. 35-36)

Den Ebrachern des Jahres 1959 gewidmet
von Carl Schmitt


Die Frage


Es gibt Menschen und Dinge, Personen und Sachen. Es gibt auch Kräfte und Mächte, Throne und Herrschaften. Die Theologen und Moralisten kennen Tugenden und Laster, die Philosophen Qualitäten und Modi des Seins. Aber was sind Werte? Und was bedeutet eine Wert-Philosophie?

Man hat natürlich auch schon vor der heutigen Wert-Philosophie von Werten gesprochen, auch von einem Unwert. Doch machte man meistens eine Unterscheidung, indem man sagte: Sachen haben einen Wert, Personen haben eine Würde. Man hielt es für unwürdig, die Würde zu verwerten. Heute dagegen wird auch die Würde zu einem Wert. Das bedeutet eine auffällige Rang-Erhöhung des Wertes. Der Wert hat sich sozusagen aufgewertet.

Es ist zu beachten, daß der Wert, von dem die Wert-Philosophie spricht, kein Sein haben soll, sondern eine Geltung. Der Wert ist nicht, sondern er gilt. Einige sprechen von einem idealen Sein der Werte, doch brauchen wir solche Nuancen nicht zu vertiefen, weil der Wert als solcher jedenfalls nicht ist, sondern eben gilt. Das Gelten freilich impliziert, wie wir noch näher sehen werden, einen um so stärkeren Drang zur Verwirklichung. Der Wert lechzt geradezu nach Aktualisierung. Er ist nicht wirklich, wohl aber wirklichkeitsbezogen und lauert auf Vollzug und Vollstreckung.

Man sieht: wir haben es hier mit scharfsinnigen Distinktionen zu tun. Das läßt auf eine komplizierte Situation schließen. Für die Philosophen und Soziologen des Marxismus bedeutet das kein schwieriges Problem. Sie haben an den Formeln des dialektischen Materialismus einen bequemen Schlüssel und können jede nichtmarxistische Philosophie unter Ideologie-Verdacht stellen und schonungslos entlarven. Gegenüber einer Philosophie, die von Werten spricht und sich selber als Wert-Philosophie bezeichnet, ist die Entlarvung besonders einfach.

Nach marxistischer Lehre ist ja die ganze bürgerliche Gesellschaft eine Gesellschaft von Geld- und Warenbesitzern, in deren Händen sich alles, Menschen und Dinge, Personen und Sachen in Geld und Ware verwandelt. Alles wird auf den Markt gebracht, wo nur noch ökonomische Kategorien gelten, nämlich Wert, Preis und Geld. In der Produktion aber geht es um den Mehr-Wert.