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Das Kapitalismus-Komplott - Die geheimen Zirkel der Macht und ihre Methoden

von: Janich Oliver

FinanzBuch Verlag, 2010

ISBN: 9783862481996 , 528 Seiten

7. Auflage

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 15,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

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Mehr zum Inhalt

Das Kapitalismus-Komplott - Die geheimen Zirkel der Macht und ihre Methoden


 

Teil 2: Die Scheinwelt


Kapitel 6: Wie sind Theorien zu testen?


Wissenschaftliches Vorgehen


Wenn dieses Utopia so ein schöner Ort ist, stellt sich logischerweise die Frage, warum eine solche, im vorigen Kapitel skizzierte Ordnung nirgends auf der Welt existiert. Am ehesten war sie in jüngerer Zeit noch in den Anfangszeiten der amerikanischen Verfassung verwirklicht. Diese Frage wird in den einschlägigen Werken, auch der libertären Ökonomen, vernachlässigt. Um sie beantworten zu können, müssen wir uns mit der menschlichen Psyche und den Interessengruppen beschäftigen, die eine solche Ordnung verhindern. Um zu vermeiden, sich hier zu sehr in den Bereich der Spekulation zu begeben, will ich klar definierte Kriterien aufstellen, nach denen wir diese Problemstellung untersuchen.

Nach dem österreichischen (schon wieder!) Erkenntnisphilosophen Karl Popper lassen sich Theorien nicht verifizieren, sondern nur falsifizieren. Das berühmte Beispiel ist der Satz: »Alle Schwäne sind weiß.« Das lässt sich nie beweisen, denn es könnte einen Schwan geben, der schwarz ist. Die Theorie ist aber leicht zu falsifizieren, also zu widerlegen, indem man einen einzigen schwarzen Schwan findet. Natürlich kann man die These aufstellen: »Es gibt weiße Schwäne.« Aber diese Aussage ist nach Popper praktisch wertlos, weil sie nicht zu falsifizieren ist und auch keinen bedeutenden Erklärungsbeitrag für die Welt, in der wir leben, bietet. Eine Theorie sollte also so gestaltet sein, dass der Wissenschaftler sofort Experimente vorschlagen kann, mithilfe derer die Theorie zu widerlegen ist. Die Theorie ist dann so lange gültig, bis sie widerlegt ist.

Bis zu Popper und zum Teil auch noch heute verfolgt die Wissenschaft einen Ansatz, der auch als »Ockhams Rasiermesser« – wegen der Trennschärfe der Methode – bekannt ist. Obwohl der Namensgeber dieses Prinzips, der mittelalterliche Philosoph und Theologe Wilhelm von Ockham, es anders formuliert hat, läuft es darauf hinaus: Unter mehreren Theorien, die einen Sachverhalt erklären, ist die einfachste zu bevorzugen, also diejenige, die mit den wenigsten (Vor-)Annahmen auskommt. Anders ausgedrückt, sollte sich der Forscher für die wahrscheinlichste Lösung entscheiden. Zum Teil geht das mit der Forderung Poppers einher, Theorien möglichst falsifizierbar, also einfach zu formulieren. Diese Vorgehensweise bringt aber mehrere Probleme mit sich: Erstens ist die einfachste Lösung nicht immer die richtige, der Erklärungsgehalt der Theorie ist also möglicherweise gleich null. Zweitens werden die Wahrscheinlichkeiten oft falsch eingeschätzt. Deshalb wird von den meisten Wissenschaftlern die Methode heute zur Theoriefindung, aber nicht zur Theoriebildung eingesetzt.

Ich will daher einen Ansatz wählen, der die Probleme dieses Ansatzes umgeht und den Fokus auf Poppers Falsifizierbarkeit und den korrekten Umgang mit Wahrscheinlichkeiten legt. In Anlehnung an »Ockhams Rasiermesser« und mangels einer anderen Bezeichnung will ich diese Methode »Janichs Axt« nennen. Axt deshalb, weil wir gnadenlos alle Alternativen ausschließen, die uns nicht mit der notwendigen Sicherheit zurücklassen, dass wir richtig liegen. Wir schlagen gleichzeitig alles weg oder ab, was klar widerlegt werden kann, und dringen so zum Kern der Wahrheit vor.

Janichs Axt


Meine Methode besteht aus acht Schritten. Über allem thront die Logik als Grundprinzip. Die Kriterien haben eine Rangreihenfolge, die oberste Anforderung ist die wichtigste. Die Prinzipien sind:

  1. Theorien müssen falsifizierbar sein.
  2. Die Theorie muss mit den Naturgesetzen übereinstimmen.
  3. Bestimmte Gesetze über die Informationsverteilung haben den Rang von Naturgesetzen (Informationsasymmetrie).
  4. Bestimmte Gesetze über das menschliche Verhalten haben den Rang von Naturgesetzen (Moral Hazard).
  5. Die Wahrscheinlichkeitsgesetze gelten. Für Wahrscheinlichkeiten, die gegen null tendieren, wird Unmöglichkeit angenommen.
  6. Forensische Beweise unterstützen die Theorie, sind aber ohne die obigen Prinzipien allein nicht aussagekräftig genug, weil sie gefälscht sein könnten.
  7. Zeugen können die Theorie unterstützen, aber nie beweisen. Sie werden nur ernst genommen, wenn sie offensichtlich nicht im eigenen Interesse aussagen.
  8. Gesetz von Sherlock Holmes: Wenn wirklich alle anderen Möglichkeiten auszuschließen sind, muss die verbleibende Alternative wahr sein.

Das klingt jetzt ein wenig kompliziert, ist aber ganz einfach, wenn ich es an einem Beispiel erkläre. Unglücklicherweise ist das beste Beispiel hierfür der 11. September. Wie Sie im Kapitel über Propaganda sehen werden, ist es extrem schwierig, Sie auf diesen paar Zeilen davon zu überzeugen, dass die offizielle Theorie falsch ist. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn Sie sich zunächst von dieser Denkblockade befreien, bevor Sie weiterlesen. Dazu können Sie sich zum Beispiel den Film 9/11 Mysteries, der auch im ORF und Vox lief, auf Google Videos anschauen. Viele Freunde und Bekannte, auch den Chefredakteur von Focus Money, hat dieser Film überzeugt, obwohl er nur dieselben Argumente bringt, die ich denselben Leuten jahrelang vorgehalten habe. Die Kraft der Bilder scheint hier ihre Wirkung zu entfalten. Ich kenne niemanden, der den Film gesehen und anschließend keine Zweifel an der offiziellen Theorie bekommen hat. Das Grundprinzip der Axt wird aber auch so klar.

Um die offizielle Verschwörungstheorie von Osama und den 19 Räubern zu widerlegen, reichen die ersten beiden Prinzipien. Die restlichen können dabei auch erklärt werden. Wie wir später noch sehen werden, ist die Bezeichnung »Verschwörungstheorie« ein reiner Kampfbegriff. Wir werden hier keine Verschwörungstheorie aufstellen, sondern nur die offizielle Theorie widerlegen. Das ist sehr einfach, weil wir annehmen, dass die Newtonschen Gesetze an diesem Tag gegolten haben (2).

Die drei Newtonschen Gesetze lauten:

  1. Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Translation, sofern er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustands gezwungen wird.
  2. Die Änderung der Bewegung einer Masse ist der Einwirkung der bewegenden Kraft proportional und geschieht nach der Richtung derjenigen geraden Linie, nach welcher jene Kraft wirkt.
  3. Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (actio), so wirkt eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf Körper A (reactio).

Die Gesetze besagen auf einen Nenner gebracht: Masse geht immer den Weg des geringsten Widerstandes. Die beiden Zwillingstürme (WTC 1 und 2) brachen in annähernd freier Fallgeschwindigkeit zusammen. Ins WTC 7, ein 47 Stock hohes Stahlhochhaus, flog nicht einmal ein Flugzeug. Die unteren Etagen boten offensichtlich keinen Widerstand. Also wurden sie gezielt beseitigt, höchstwahrscheinlich gesprengt. An sich reicht das schon, um die Theorie zu widerlegen. Aber diejenigen, die die offizielle Version verteidigen (müssen), ließen sich so einiges einfallen. Da wird dann argumentiert, es habe sich um keine freie Fallgeschwindigkeit gehandelt, sondern sei langsamer abgelaufen. Aber selbst wenn es nicht exakt Fallgeschwindigkeit gewesen ist, so war es doch viel zu schnell. Jeder Halbblinde kann an den Bildern sehen, dass die unteren Etagen keinerlei Widerstand boten. Aber lassen wir uns trotzdem auf dieses lächerliche Argument ein.

Aus den Newtonschen Gesetzen folgt eine weitere Tatsache. Wo immer die Struktur zuerst nachgegeben hat, auf diese Seite hätte der Turm fallen müssen. Es ist noch nicht einmal möglich, ein Streichholz von oben nach unten zusammenzudrücken. Es verbiegt sich und bricht dann auf eine Seite ab, je nachdem, wo es am schwächsten ist oder wohin es sich zuerst verbogen hat. Ein gefällter Baum fällt ebenfalls auf die Seite. In einer der ersten Wetten, dass ..?-Sendungen, an die ich mich erinnere, hat jemand sogar einen Lastwagen auf lauter Eier gestellt. Selbst die Struktur eines Eis ist stark genug, dass es nicht von oben nach unten zusammengedrückt werden kann. Aber es kann sehr leicht an der Seite eingedrückt werden, so dass es zerbricht. Kurz nach Schreiben dieser Zeilen ist in einer der letzten Wetten, dass..?-Sendungen (März 2010) ein chinesischer Kandidat sogar mit vollem Körpergewicht auf vier auf einem Tisch liegende Eier gesprungen und sie sind nicht zerbrochen. Und wir reden hier von massiven Stahlträgern, die Tonnen an Gewicht tragen können. Daher ist noch nie ein Stahlgebäude wegen eines Feuers in sein eigenes Fundament gestürzt – und noch nie in freier Fallgeschwindigkeit von oben nach unten, egal was die Beschädigung hervorgerufen hat. Bei Erdbeben zum Beispiel fallen die Häuser auch auf die Seite, die Etagen stapeln sich auf und sind noch deutlich zu sehen. Die WTC-Türme haben sich aber buchstäblich in Luft aufgelöst.

Die offizielle Theorie ist hiermit widerlegt. Jetzt will ich aber noch auf einige Argumente eingehen und dabei die anderen Kriterien erklären. Es gibt zum Beispiel Leute, die sagen, dass der Flugzeugeinschlag und die Feuer dafür gesorgt haben, dass alle tragenden Säulen durch eine Verkettung unglücklicher Umstände gleichzeitig nachgegeben hätten – ansonsten hätten die Türme wie erläutert auf die Seite kippen müssen. Diese Behauptung beruht auf einem vollkommenen Unverständnis von Wahrscheinlichkeiten....