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Das Führungsbuch für freche Frauen

Das Führungsbuch für freche Frauen

von: Cornelia Topf, Rolf Gawrich

Redline Verlag, 2007

ISBN: 9783868811452, 297 Seiten

Format: PDF

Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 19,90 EUR

  • Lektüreschlüssel: Goethe, Die Leiden des jungen Werther
    Lektüreschlüssel: Lessing, Nathan der Weise
    Die Beschaffenheit der Oberfläche - Wie ich das posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) überwand
    Roman Portraits in Context
    Excel für’s Büro
    Verblendung
    Rodeln Oberbayern & Tirol
    Lektüreschlüssel zu Jurek Becker: Jakob der Lügner
  • Lektüreschlüssel: Goethe, Faust I
    Professionelle Bewerbungsberatung für Hochschulabsolventen - Tätigkeitsprofil, Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse
    Lektüreschlüssel: Frisch, Homo Faber
    Lektüreschlüssel zu Bernhard Schlink: Der Vorleser
    Lektüreschlüssel: Fontane, Effi Briest
    Vergebung
    Lektüreschlüssel: Schiller, Kabale und Liebe
    Verdammnis
 

Mehr zum Inhalt

Das Führungsbuch für freche Frauen


 

15 Wer kontrolliert, führt (S. 241-242)

Die Kontroll-Lücke

Kontrolletti ist ein männlicher Begriff. Jeder kennt ihn, den Vorgesetzten, der null Freiraum lässt, der einem ständig über die Schulter schaut und schon beim kleinsten Fehler warnend den Zeigefinger hebt. Der Kontrolletti ist eine typisch männliche Rolle. Jeder Mann ist damit mehr oder weniger belastet. Warum? Weil die meisten Männer in Führungspositionen Kontrollverlust fürchten. Diese Furcht kompensieren sie mit übersteigertem Kontrollverhalten. Die entsprechend weibliche Rolle ist das exakte Gegenteil.

Tatsächlich reagieren die meisten Frauen schon beim Lesen der Bezeichnung von Erfolgsfaktor V „Kontrolle und Kritik" mit negativen Assoziationen: Kontrolle ist etwas Unangenehmes, ja Böses! Weibliche Führungskräfte der unteren Ebenen lassen daher viel öfter und größere Versäumnisse und Fehler von Mitarbeitern und Kollegen durchgehen als ihre männlichen Kollegen. Mit fatalen Folgen für Karriere und Arbeitszufriedenheit: Jeder Geschäftsführer macht natürlich seine Führungskräfte für die Fehler ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Jede von uns, die schon einmal in einer Führungsposition war (also Mitarbeiter geführt hat) und mit etwas Eigenreflexion gesegnet ist, kennt den Grund für die weibliche Kontroll-Lücke: Frauen fürchten es, zu kontrollieren. Männer kontrollieren tendenziell zu viel, Frauen zu wenig.

Die Furcht vor dem Kontrollieren

Seien Sie ehrlich mit sich selbst. Bringen Sie Ihre Angst an die Oberfläche Ihres Bewusstseins. Spricht man mit erfolgreichen Frauen, stellt sich heraus, dass diese nicht frei von Angst sind – sie setzen sich lediglich konstruktiv mit ihr auseinander. Heidi zum Beispiel macht das so: „Irgendwann habe ich mich gefragt: Was möchtest du denn mehr? Dass dich deine Mitarbeiter mögen oder dass sie tun, was nötig ist?" Allein durch diese bewusste Gegenüberstellung ergibt sich automatisch eine Werteordnung. Erfolgreiche Frauen zum Beispiel bewerten das Erreichen des Nötigen höher als die eigene Anerkennung. Heidi ist Gruppenleiterin im Fertigungsbereich eines Gartengeräte-Herstellers. Sie sagt: „Natürlich kontrolliere ich zu wenig. Ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll, wenn Mitarbeiter mir erwidern: ‚Aber das ist doch gar kein Fehler. Außerdem kann ich nichts dafür. Und sowieso haben Sie mir gesagt, dass ich es so machen soll!‘ Ich möchte einfach nicht als kleinliche Zimtzicke dastehen." Ihre Angst vor Zurückweisung sabotiert ihr Kontrollverhalten. Machen Sie sich Ihre unbewusste Angst bewusst.

Entscheiden Sie sich, was Ihnen wichtiger ist: Dass Ihre Mitarbeiter Sie mögen oder dass sie tun, was nötig ist. Heidi ging noch einen Schritt weiter: „Wer sagt denn, dass mich meine Mitarbeiter hassen, wenn ich sie kontrolliere? Nur weil männliche Kollegen es sich mit ihrer überzogenen Kontrolle bei den Mitarbeitern verscherzen, heißt das noch lange nicht, dass ich genauso beziehungsstörend kontrollieren muss. Sicher gibt es auch beziehungsfreundliche Arten der Kontrolle." Da hat sie Recht (s. nächster Abschnitt). Damit räumt sie mit einem grundlegenden Missverständnis auf, das hinter der Angst vor dem Kontrollieren steckt: