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16 Selbst- und Fremdeinschätzung (S. 270-271)
Manchmal werden Sie am Ende eines Assessment-Centers dazu aufgefordert, Ihre eigenen Leistungen und die der anderen Kandidaten zu bewerten. Hier achtet man auf Ihre Kritik- und Reflektionsfähigkeit. Die Ergebnisse Ihrer Selbsteinschätzung sollten realistisch sein, dennoch dürfen Sie sich nicht unter Wert verkaufen.
Die Selbsteinschätzung soll zeigen, ob die Kandidaten in der Lage sind, über sich selbst und ihr Verhalten zu refl ektieren. Dabei hat sich gezeigt, dass die Selbsteinschätzung der Kandidaten mit den Bewertungen der Beobachter meist übereinstimmt. Kandidaten, die sich selbst als zögerlich und abwartend einschätzen, sind meist auch von den Beobachtern entsprechend bewertet worden, und diejenigen, die sich als durchsetzungsfähig und zupackend sehen, erhalten von den Beobachtern zumeist ebenfalls eine entsprechend positive Rückmeldung.
Die Fremdeinschätzung wird oft dazu herangezogen, die Bewertung der Beobachter zu bestätigen oder eventuell zu korrigieren. Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt in der Erkenntnis von Arbeits- und Organisationspsychologen, dass das Kollegenurteil oftmals genauere Aussagen über den zukünftigen berufl ichen Erfolg eines Menschen ermöglicht als ausgeklügelte Personalauswahlverfahren.
Als Kollegenurteil wird bezeichnet, wenn Mitarbeiter, die in der betrieblichen Hierarchie weiter unten stehen und Kollegen, zu langsam, hängen Ihre Gesprächspartner schnell eigenen Gedanken nach. Entwickeln Sie Ihr Gespür für die Situation, achten Sie darauf, welches Sprechtempo die Fragenden benutzen und nehmen Sie diese Vorgabe auf.
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