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,801.5. Standardisierte Blutabnahme (S. 15-16)
Blutabnahme zwischen 7 und 9 Uhr morgens am nüchternen Patienten in gleicher Körperposition (entweder immer liegend oder immer sitzend) nach 5 minütiger Ruhephase des Patienten.
Stauung anlegen. Maximale Stauungszeit von 30s 0s möglichst nicht überschreiten, auf routinemäßiges Öffnen und Schließen der Faust ("Pumpen") bei visuell und palpatorisch erkennbaren Venen verzichten. Auf noch tastbaren Puls achten (Staudruck 50-100mmHg). Hg).
Aufsuchen der Entnahmestelle. Bevorzugung in folgender Reihenfolge: Venen im Ellbeugen-, Unterarm-, Handrückenbereich. Nur in Ausnahmefällen V. femoralis. Visuelle und palpatorische Begutachtung.
Hautdesinfektion (nach Desinfektion mit Spray oder damit getränktem Tupfer ca. 30s warten). Stich mit Kanüle üle nach Aufmerksammachen des Patienten in einem Winkel von 30° mit Schliffseite nach oben. Kanüle mit ausreichend großem Volumen verwenden. Lösen der Stauung nach erfolgreicher Blutaspiration. Blutröhrchen mit Antikoagulation nach Blutentnahme mehrmals kippen. Nativröhrchen vor Röhrchen mit Additiven insb. vor Gerinnungsröhrchen (um Kontamination des ersten Röhrchen mit paravasaler Gewebeflüssigkeit zu vermeiden). Entnahme aus bereits länger liegenden intravenösen Kathetern möglichst vermeiden (Verfälschung der Gerinnungswerte, Verdünnungseffekte).
Nach Entnahme trockenen Tupfer auflegen, Kanüle rasch zurückziehen und Kompression des Tupfers auf Entnahmestelle möglichst durch den Patienten. Beugen des Armes vermeiden.
1.5.1. Fehlerquellen:
-Hämolyse: durch zu lange Stauung, zu schnelle Aspiration, zu kleines Kanülenlumen, fehlende Vermischung mit Antikoagulans, zu starkes Schütteln, zu starkes Abkühlen oder Erwärmen, zu lange Aufbewahrung bis zur Analyse, unvollständige Zentrifugation
-Falsch hohe Werte (insb. Kaliumerhöhungen): durch zu langes "Pumpen", zu lange Stauung (Hämokonzentration mit Erhöhung v.a. von Proteinen, Zellzahlen, Lipiden)
-Gerinnung: durch zu langwierige Venenpunktion
1.6. Beeinflussung durch Hämolyse, Lipämie und Hyperbilirubinämie
Durch Hämolyse, Lipämie und Hyperbilirubinämie werden einige Laborparameter in unterschiedlicher Ausprägung beeinflusst. Eine nichtartefizielle Hämolyse (z.B. bei hämolytischer Anämie) lässt sich an der Erniedrigung des Haptoglobins erkennen. Lipämien beim nüchternen Patienten sind nur bei ausgeprägten, meist angeborenen Hyperlipoprotein- / tryglyceridämien zu beobachten.
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