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Solaris 9 Systemadministration in 21 Tagen

Solaris 9 Systemadministration in 21 Tagen

von: Ute Hertzog

Markt +Technik Verlag, 2003

ISBN: 9783827266187, 876 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 29,95 EUR

Ersparnis: 30,00 EUR

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Mehr zum Inhalt

Solaris 9 Systemadministration in 21 Tagen


 

Tag 1 (S. 20-21)

Einführung in Solaris 9

Willkommen bei Solaris 9 in 21 Tagen! Dieser Tag erklärt Ihnen einige grundlegende Dinge zu Solaris:

- wie Unix – und damit auch Solaris – überhaupt entstanden ist
- welche Unix-Zweige und welche Unix-Varianten es gibt
- woraus sich Solaris zusammensetzt
- welche Aufgaben die Systemadministration unter Solaris umfasst
- wie Sie schnelle Hilfe zu Solaris erhalten

1.1 Wie ist Unix entstanden?

Das Betriebssystem Unix wurde ursprünglich als Rechnerumgebung für die Forschung und Entwicklung der Computerwissenschaft entworfen. Heute sind dem System keine Grenzen mehr gesetzt, es ist in allen möglichen Bereichen zu finden: für CAD-, Buchhaltungs-, medizintechnische und Internetanwendungen und vieles mehr. Eine große Stärke sind die Maschinenunabhängigkeit und die Stabilität von Unix, während die anfänglich etwas kryptisch wirkende Befehlssyntax oft als Schwäche angesehen wird.

Diese Syntax ist aber durch die Entstehungsgeschichte von Unix geprägt, die Ende der sechziger Jahre in den AT&T Bell Laboratories begann. Bells Labs besaß zu dieser Zeit ein Multiuser-fähiges, interaktives Betriebssystem Multics, aus dem Ken Thompson 1969 das Betriebssystem Unix entwickelte. Dieses war zur Unterstützung eines Programmierteams im Bereich Forschung und Entwicklung gedacht, wurde aber zunächst als Dokumentaufbereitungssystem für das Patentwesen bei Bells Labs eingesetzt.

1973 schrieb Dennis Ritchie das Unix-System in die Programmiersprache C um, wodurch Unix zu einem plattformunabhängigen Betriebssystem wurde. Diese Portabilität bedeutete, dass Unix auf allen Arten von Rechnern läuft und kein so genanntes proprietäres Betriebssystem mehr war, das heißt an eine bestimmte Hardware eines bestimmten Herstellers gebunden.

Mitte der siebziger Jahre stieß Unix innerhalb von AT&T auf große Akzeptanz und der Quellcode des Unix-Systems wurde an interessierte Dritte, speziell an akademische Institutionen, gegen eine geringe Gebühr lizenziert. Diese Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel die University of California in Berkeley (UCB), verwendeten Unix nicht nur, sondern entwickelten es weiter. Unix verbreitete sich auf diese Weise an vielen Institutionen, allerdings wurde es lange Zeit von der kommerziellen EDV-Welt nicht nur ignoriert, sondern sogar als nicht ernst zu nehmendes Akademiker-Betriebssystem betrachtet. Später jedoch wurden auch kommerzielle Unternehmen, wie zum Beispiel IBM, Hewlett Packard und Sun Microsystems, auf das Produkt aufmerksam und entwickelten ihre eigenen Unix-Betriebssysteme aus dem Quellcode von AT&T-Unix. AT&T versuchte eigentlich zu keinem Zeitpunkt, Unix selbst kommerziell zu vermarkten oder als zentrale Stelle für die Weiterentwicklung des Systems zu wirken. Daher entwickelten sich die einzelnen Unix-Varianten zunächst auseinander, so dass sie teilweise untereinander inkompatibel wurden.

Diese Inkompatibilität förderte nicht gerade das Ansehen von Unix im EDV-Markt. Es entstand der Bedarf, Unix zu standardisieren. Dies begründete sich vor allem darin, dass die Organisation X/Open Unix 1985 als Basis für Offene Systeme wählte. Bei diesem Versuch wollten verständlicherweise alle Unix-Hersteller die Hauptrolle spielen, so dass es anschließend darüber zu richtiggehenden »Unix-Kriegen« kam. Das Konzept der Offenen Systeme wurde 1984 von EDV-Herstellern entwickelt und bezeichnet Systeme, die gemeinsame Standards oder Spezifikationen besitzen. Daraus bildete sich die X/Open Company Ltd., die eine umfassende Beschreibung der Offenen Systeme definieren sollte. Die Unix-Hersteller bildeten zwei Hauptfronten: Die eine Seite nannte sich Unix International (gegründet von AT&T und Sun), die andere konterte mit der Open Software Foundation (OSF). 1995 führte schließlich X/Open die Schutzmarke Unix95 für Computersysteme ein. Das dazugehörige Schutzmarkenprogramm Single Unix Specification stellte sicher, dass die Produkte der Unix-Hersteller vorgegebene Kriterien erfüllen. Im Jahre 1996 wurde The Open Group als Fusion von X/Open und OSF gebildet. Sie führte schließlich 1998 die Schutzmarke Unix98 ein, die das Basissystem, Server und Workstation umfasst.