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Methodik und Didaktik synchroner Online-Seminare (S. 51-52)
Bei E-Learning-Bildungsmaßnahmen müssen die drei „Akteure" Lerner, Lerngegenstand und Lernbegleiter nicht mehr zwangsläufig zur selben Zeit am selben Ort sein, damit ein Lernprozess geschieht. Es treten technische Kommunikationsinstrumente vermittelnd dazwischen. Dabei wird mit Hilfe von synchroner Kommunikation (Telefon, Audio-/Videokonferenz, Application Sharing o. Ä.) ein Raumversatz und mit Hilfe asynchroner Kommunikation (Brief, E-Mail, Voice-Mail, Newsgroups o. Ä.) ein Zeitversatz überbrückt.
Unter dem Begriff „Lehren" (hier: „E-Teaching") fasse ich alle Aktivitäten zusammen, die Reize an die lernende Person (hier als „E-Lerner" bezeichnet) herantragen. „Lernen" geschieht allein intrapersonal im Lernenden. In Anlehnung an die Begriffe E-Learning und E-Teaching bezeichne ich den Lernbegleiter als „E-Trainer" . Die am E-Learning-Lernprozess Beteiligten nenne ich „E-Partner".
Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) wird sicherlich ein unverzichtbarer Bestandteil zukünftiger Aus-/Fort- und Weiterbildungsarten sein. Aber: IuK muss zunächst selbst zum Gegenstand des Lernens werden, um dann das Werkzeug zum Lernen zu sein. Dies gilt für Teilnehmer(innen) (im Text künftig „TN" abgekürzt) wie E-Trainer(innen) gleichermaßen (vgl. Mündemann 1999, S. 575-579).
Das (synchrone) Online-Seminar
Unter einem Online-Seminar verstehe ich eine zeitsynchrone, raumversetzte Bildungsveranstaltung. Dabei ist der Seminarraum meist mit Hilfe einer zwischengeschalteten Lernplattform räumlich verteilt (als sogenannter virtueller Seminarraum), das Seminar selbst findet aber unter Leitung eines E-Trainers zu einer bestimmten Zeit statt. Die kommunikative Verbindung zwischen allen TN wird durch eine Audio-Konferenz hergestellt; als Medium für kollaboratives Arbeiten dient ein White Board (elektronische Weißwandtafel). Das alleinige Zugriffsrecht für Veränderungen am White Board besitzt derjenige, der gerade das Rederecht besitzt, dessen Audiosignal also an die übrigen TN verteilt wird.
Im Allgemeinen stehen zwei unterschiedliche Betriebsarten zur Verfügung, „dozentengeführt" und „offene Diskussion". TN, die einen Beitrag zum Seminargeschehen leisten möchten, heben symbolisch die Hand, um auf Distanz die Aufmerksamkeit des E-Trainers zu bekommen. Im Modus „dozentengeführt" regelt der E-Trainer das Rederecht zentral; ansonsten können sich die TN das Rederecht wechselseitig geben und nehmen. Es genügt ein Doppelklick auf einen TNnamen aus der Anwesenheitsliste und das Rederecht wechselt. Abbildung 1 zeigt einen Screenshot eines virtuellen Seminarraumes der Firma netucate, in dem die wichtigsten Instrumente für ein Online-Seminar annotiert sind.
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