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Herman-Bang-Studien - Neue Texte – neue Kontexte

Herman-Bang-Studien - Neue Texte – neue Kontexte

von: Annegret Heitmann

Herbert Utz Verlag , 2008

ISBN: 9783831608454, 339 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 27,30 EUR

Ersparnis: 11,70 EUR

Mehr zum Inhalt

Herman-Bang-Studien - Neue Texte – neue Kontexte


 

Der ›deutsche‹ Herman Bang (Seite 18)

Wie ist das Bangsche Werk nun im deutschsprachigen Raum gelesen worden? Da eine ausführliche Untersuchung der Rezeptions Bangs ein Forschungsdesiderat ist, sollen im Folgenden nur die wichtigsten Entwicklungen skizziert werden. Die früheste Rezeption zu Lebzeiten Bangs war grundlegend einerseits durch die Verspätung der Übersetzungen, andererseits durch ihre abweichende Reihenfolge im Verhältnis zu den dänischen Originalen geprägt. Fischer versuchte ganz offensichtlich, den deutschen Markt nicht mit Bang zu ›übersättigen‹, und brachte Übersetzungen daher nur zögerlich und in einer Reihenfolge heraus, von der er sich am ehesten einen verlegerischen Erfolg versprach. So erschienen z. B. Ved Vejen und Ludvigsbakke mit einer Verspätung von zwölf Jahren, Tine von dreizehn, Sommerglæder (1901, Sommerfreuden, 1915 und später) von vierzehn, die überarbeitete zweite Ausgabe von Haabløse Slægter (1884, Hoffnungslose Geschlechter, 1900) von sechzehn, Stuk sogar mit einer Verspätung von zweiundzwanzig Jahren. Das parallel zum deutschen Durchbruch erscheinende Spätwerk Bangs kam im Regelfall allerdings schneller in deutscher Übersetzung heraus: die Erzählsammlung Liv og Død (1899, Leben und Tod, 1901) ebenso wie Mikaël schon nach zwei Jahren, Det hvide Hus (1898, Das weiße Haus, 1902 und später) sowie Sælsomme Fortællinger nach vier und De uden Fædreland – nach sechs Jahren im Todesjahr Bangs. Es mag ein Grund für den im Vergleich mit der dänischen Rezeption relativ großen Erfolg des Spätwerks sein, dass es noch in seinem zeitlichen Entstehungskontext rezipiert werden konnte. Dass auf Michael 1906 zwei Jahre später Ludwigshöhe und 1909 dann Das graue Haus sowie Zusammenbruch folgten, dürfte die Einordnung des Bangschen Werkes bei Rezipienten, die nicht des Dänischen mächtig und nicht mit der dänischen Publikationsgeschichte vertraut waren, kaum erleichtert haben.