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Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums

Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums

von: Martin Zimmermann

Herbert Utz Verlag , 2009

ISBN: 9783831608539, 353 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 27,30 EUR

Ersparnis: 11,70 EUR

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Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums


 

Symbolische Gewalt im Alten Ägypten (Seite 47)

Wenn man das Standardwerk der Ägyptologie, das Lexikon der Ägyptologie, zur Hand nimmt und nach dem Stichwort »Gewalt« sucht, so findet man dort nichts. Man findet weder einen Eintrag »Gewalt« oder ähnliches noch irgendetwas dergleichen im ausführlichen Index. Dies bedeutet nun nicht, wie man sich vielleicht denken kann, daß es im alten Ägypten keine Gewalt gegeben hat, sondern vielmehr, daß sich die Ägyptologen mit dieser Frage nicht beschäftigt haben. Die Gründe hierfür sind diverser Art und zeitabhängig. Die ältere Generation der Ägyptologen betrachtete die alten Ägypter als friedliebend nach dem Motto, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, die mittlere, 68er Generation empfand das Problem als zu komplex, falls sie es überhaupt in den Blick bekommen hat, die jüngere interessiert sich für soziologische und politische Fragestellungen kaum noch.
Im folgenden sei nun Gewalt nicht generell behandelt, sondern lediglich symbolische Gewalt, die vom Staat ausgeht und die sich gegen Personen richtet, nicht gegen Sachen. Der Begriff der symbolischen Gewalt ist heutzutage untrennbar mit dem Namen Pierre Bourdieu verbunden, der folgendes postulierte: »Jede Macht zu symbolischer Gewalt, d. h. jede Macht, der es gelingt, Bedeutungen durchzusetzen und sie als legitim durchzusetzen, indem sie die Kräfteverhältnisse verschleiert, die ihrer Kraft zugrunde liegen, fügt diesen Kräfteverhältnissen ihre eigene, d. h. eigentlich symbolische Kraft hinzu.«