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(Seite 5)
Keraete sicherte das Fluggerät aus dem Technikarsenal einer Superintelligenz und trat hinaus.
Sein Ziel war ihm genau bekannt. Oder besser gesagt, seine Ziele. Je näher er dem ersten kam, desto belebter wurden die Gassen zwischen den Containern, die die Siedler zu Behelfsunterkünften umgebaut hatten. Stardust City würde nicht organisch wachsen. Die zukünftige Stadt war bis ins kleinste Detail geplant worden.
Ihre Bewohner würden praktisch für die Ewigkeit bauen – oder zumindest für die Zukunft. Sie würden kein Stückwerk betreiben, sondern von Anfang an ihre Vision umsetzen, auch wenn auf diese Weise die Bauphase wesentlich länger dauern würde. Am Ende ihrer Anstrengungen würde eine fertige Stadt stehen.
Eine prachtvolle Stadt, die Verkörperung einer Vision.
Ein Mann kam Lotho Keraete entgegen, ein junger Terraner von vielleicht zwanzig Jahren. Ein Abenteurer, der – vielleicht etwas blauäugig? – eine neue Herausforderung gesucht hatte, oder ein Entkräfteter, der das Dauerfeuer der Terminalen Kolonne auf den TERRANOVA-Schirm um das Solsystem nicht mehr ertragen hatte? Der Terraner stutzte kurz, blinzelte und setzte seinen Weg dann fort, genau auf den Boten von ES zu. Keraete trat zur Seite, und der junge Mann passierte ihn keinen halben Meter entfernt.
Er hatte Lotho Keraete nicht bemerkt.
Ausgezeichnet. So, wie es sein sollte. Der Bote von ES war für die Bewohner der entstehenden Stadt nicht sichtbar. Das Schleierfeld, das er von ES erhalten hatte, funktionierte einwandfrei.
Nicht, dass Keraete den geringsten Zweifel daran gehabt hätte. Die Superintelligenz wusste, was sie tat.
Noch.
Keraete erreichte sein erstes Ziel, den Wohncontainer eines Mannes, von dem kaum jemand wusste, dass er im Auftrag des Terranischen Liga-Dienstes ins Stardust- System übergesiedelt war, des Geheimdiensts der Liga Freier Terraner. Noch weniger Personen wussten, dass dieser Mann einer von drei getarnt agierenden TLD-Agenten war, die am 9. November 1346 NGZ von Sigurd Echnatom, dem Interims- Administrator der neuen Kolonie der Menschheit, drei Transportkisten beträchtlicher Größe in Empfang genommen hatten.
Beim Verwaltungsgebäude des vorläufi gen Administrators war an jenem 9. November in einem Container eine spezielle Lieferung abgesetzt worden, die Echnatom persönlich quittiert hatte. Der Administrator hatte sämtliche Mitarbeiter angewiesen, die Lagerhalle zu verlassen, und mit einem Kode, der ausschließlich ihm bekannt war, den Verschluss des Containers geöffnet.
Sigurd Echnatom hatte den Abtransport der Kisten persönlich überwacht. Als die Behälter und ihre Adressaten verschwunden waren, hatte Echnatom eine Aufgabe in Angriff genommen, die ihm zwar nicht behagte, die er jedoch mit der für ihn typischen hingebungsvollen Akribie erledigte. Der Interims-Administrator hatte sämtliche Aufzeichnungen und Aktennotizen über und zu diesem Vorgang zusammengetragen und vernichtet.
Die Kisten und die Adressaten ... beides hatte es niemals gegeben.
Vor einer Superintelligenz wie ES ließen sich solche Aktivitäten natürlich nicht geheim halten, zumal sie ja die Teletrans-Weiche zur Verfügung gestellt hatte, über die der Transport des Containers von der Erde nach Aveda erfolgt war. ES wusste genau, was sich in den Kisten befand.
Außerdem kannte die Superintelligenz ihre Terraner.
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