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Vertreibung der wissenschaftlichen Elite aus Österreich im Ständestaat und der Nazi-Diktatur als Kontinuität

von: Andreas Staggl

GRIN Verlag , 2012

ISBN: 9783656166191, 15 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: frei

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Preis: 12,99 EUR



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Mehr zum Inhalt

Vertreibung der wissenschaftlichen Elite aus Österreich im Ständestaat und der Nazi-Diktatur als Kontinuität


 

Kontinuität in der anti-elitären Politik Österreichs im Ständestaat und Nationalsozialismus

[...]
Österreich sieht sich gerne als Kulturnation, als Land der Dichter und Denker. Kulturelles Erbe wird
groß gehalten und dient scheinbar als identitätsstiftend. Zudem werden Genies, Künstler und
Wissenschaftler alter Generation immer noch verehrt. Es wird darauf hingewiesen, dass das Land
trotz seiner kleinen Größe außerordentliche Menschen und Leistungen hervorgebracht habe. Im
Gegensatz dazu die aktuellsten PISA-Ergebnisse, in welchen Österreichs Schüler im internationalen
Vergleich fast schon dramatisch schlecht dastehen. Oder der aktuelle Budgetentwurf, in dem
Bildung und Wissenschaft nur eine Nebenrolle spielen und durch den außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen ums Überleben kämpfen müssen.
Wie ist dieser Gegensatz zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erklären bzw. wo ist ein Bruch
festzustellen? Zu Zeiten der Monarchie galt Wien als eines der wichtigsten kulturellen Zentren der
Welt und auch noch zu während der Ersten Republik konnte das nun kleine Land außerordentliche
wissenschaftliche Erfolge nachweisen. Dabei kann man zum Beispiel an Sigmund Freud, Karl
Popper oder die zahlreichen Nobelpreisträger dieser Zeit denken. Somit bleibt als logischer
Zeitpunkt eines Bruches die Jahre der Nazi-Herrschaft, in welcher mit den Juden die wohl
wichtigste Gruppe der österreichischen Wissenschaft vertrieben oder vernichtet wurde.
Oftmals vergessen in der Österreichischen Geschichte wird jedoch die Zeit des Ständestaates. Die
Kanzler Schuschnigg und vor allem davor Dollfuß errichteten ein autoritäres oder sogar
faschistisches Regime, unterstützt durch und mit einer großen Nähe zur Katholischen Kirche,
welches ebenfalls auf Konfrontationskurs mit der Bildungs- und Wissenschaftselite ging. Die These
dieser Arbeit lautet daher, dass die anti-elitäre Stimmung und Politik in Österreich nicht in der Nazi-
Herrschaft begann, sondern dass eine gewisse Kontinuität zwischen dem Beginn des Ständestaates
und der Zeit des Anschlusses gab.[...]