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Sternkinder

Sternkinder

von: Georg Kühlewind

Verlag Freies Geistesleben, 2002

ISBN: 9783772519789, 144 Seiten

4. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 11,50 EUR

Ersparnis: 2,00 EUR

  • Ein Millionär zum Verlieben - Bianca Bd. 1750
    Auf Umwegen ins große Glück - Bianca Bd. 1751
    Küsse, Baby und das Familienglück - Bianca Bd. 1752
    Heiraten? Nur aus Liebe! - Bianca Bd. 1753
    Tage der Rache, Nächte der Zärtlichkeit - Baccara Bd. 1627
    Das Yoga-Abnehmbuch - In fünf Wochen zum persönlichen Wohlfühlgewicht
    Flieh nicht vor der Liebe, Gracie! - Bianca Bd. 1747
    Meditation
  • EIN HAPPY END FÜR UNSERE LIEBE - Bianca Bd. 1748
    Funkelnd wie ein Diamant - Bianca Bd. 1746
    NEUER MANN - NEUES GLÜCK? - Bianca Bd. 1749
    Viel mehr, als du denkst! - Baccara Bd. 1631

     

     

     

     

     

 

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Sternkinder


 

20. Sinnesentwicklung, Spracherwerb, Begriffsbildung (S. 96-97)

Die Differenzierung der einzelnen Sinnesbereiche aus dem Ursinn ist eine Entwicklung im Begriffsschatz, denn wir nehmen weitgehend «begrifflich» wahr, das heißt wir nehmen wahr, wofür wir eine Begrifflichkeit haben, oder sie geht im Wahrnehmen auf.ÇeÇj Das Wort «Begrifflichkeit» anstatt «Begriff» wird deswegen gebraucht, weil sie auch die nicht mit dem Denken, sondern mit dem Fühlen und mit dem umgekehrten Willen erfassten Formen, Strukturen bezeichnet, wie «Begriff» die Formen im Denken bedeutet. Beim Kind entstehen zuerst Strukturen im Fühlen und im Willen. Das kann sich am besten vollziehen, wenn die erwachsene Umgebung versucht, die Worte, die Begriffe zu erleben. Gewöhnlich erleben wir die Wörter in unserem Fühlen und Wollen nicht. Wenn ein Kind ein gehörtes Wort verstehen, das heißt seine Bedeutung erfassen soll, muss es seine Bedeutung erleben.

Der Sprechende kann ihm dazu verhelfen, indem er sich die Bildhaftigkeit des Wortes, falls es eine solche hat, während des Aussprechens in seinem Bewusstsein vorstellt. Denn Bilder sind aus Fühlen, aus fühlendem Wollen gestaltet. Das Wort soll nicht in seine Laute zerlegt, sondern als Bild vorgestellt werden. Wörter, die nicht Zeichen für etwas sinnlich Wahrnehmbares sind, wie beispielsweise Adverbien, können auch als innere Gebärden gefühlt werden, umso leichter, je konzentrierter man sie beim Sprechen mitdenkt, mitmacht. Diese innere Gebärde – als Beispiele nehmen wir «aber», «oder», «obwohl» –, ist nicht beschreibbar, sie ist jedoch fühlbar, und dieses Fühlen im Sprechenden hilft dem Kind beim fühlenden Verstehen. Man kann das Fühlen der inneren Gebär- den üben, indem man Wörter dieser Art in ihrem Gebärdenwesen konzentriert miteinander vergleicht, ohne es in Worten zu beschreiben, da sie in ihrer Bedeutung gerade die Unmöglichkeit des Beschreibens ersetzen.

Dasselbe kann man mit anderen Wortarten, Adjektiven (tief, rot, schwer), Hauptwörtern (Fühlen, Schmerz, Fleiß) usw. tun. Wohl gemerkt, es geht nicht um die Laute oder die Lautstruktur, sondern um die Bedeutung, von der das Wort seine Gefühlsfarbe erhält. Es ist nicht zu vergessen, dass das Kind in den Wörtern zunächst die Urbedeutung erfasst, das, wodurch sie in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet werden können (zum Beispiel Ende des Weges, Tages, der Freundschaft, des Fleißes).

Selbstverständlich gehört zu der Sinnesentwicklung eine reiche Wahrnehmungswelt. Da die Differenzierung des Ursinnes im Fühlen-Wollen beginnt, ist es angebracht, das Kind mit einer gefühlsreichen Wahrnehmungswelt in Kontakt zu bringen, das heißt mit Naturgegenständen, natürlichen Stoffen und aus diesen hergestellten Dingen, da wir für die Natur keine Begriffe, nur begriffsersetzende Namen haben und so die fühlende Beziehung durch das Denkerische nicht gestört wird. Im Hinblick auf den Spracherwerb sollte außer dem schon Erwähnten ein weiterer Zug im Sprechen zum Kind unterstrichen werden: die Ehrlichkeit. Der Erwachsene soll ehrlich reden (eine Forderung, die eigentlich für jegliches Sprechen gilt), nur das sagen, was er wirklich meint.

Tut er das nicht, so wird es für das Kind schwere Folgen haben. Wenn der Sprechende anderes denkt, fühlt, will, als er redet, wird das Kind «verwirrt» – es erfasst ja alles, was in der Seele des Sprechenden lebt. Wie es in der geistigen Welt keine Verstellung und kein Missverstehen gibt, so sind wir für das Kind durchsichtig, oft noch lange nach dem Erscheinen der Egoität. Der Erwachsene könnte die allgemeine pädagogische Aufgabe auf negative Weise so formulieren: Ich muss das Kind vor mir selber schützen.