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Die Große Rezession - Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft

Die Große Rezession - Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft

von: Nikolaus Piper

Carl Hanser Fachbuchverlag, 2009

ISBN: 9783446421950, 313 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 19,90 EUR

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Mehr zum Inhalt

Die Große Rezession - Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft


 

Kapitel 1 Das Experiment ohne Beispiel (S. 9)

„Ich bin sicher, dass der Börsenkrach von 1929 noch einmal passieren wird. Nur weiß man nicht, wann. alles, was man für einen neuen Zusammenbruch braucht, ist, dass die Erinnerung an diesen letzten Wahnsinn schwächer wird." John Kenneth Galbraith

Es ist ein warmer Sommerabend Ende August 2007. Im Gro ßen Ballsaal des Marriott-Hotels von Brooklyn warten 2 500 Gäste auf den Beginn der ersten wichtigen Ver anstaltung des beginnenden Wahlkampfs. 25 Dollar hat jeder von ihnen gezahlt, um „den nächsten Präsidenten der USA" hören zu können, wie es in der Einladung hieß: einen bis vor Kurzem noch weitgehend unbekannten und gerade einmal 46 Jahre alten Senator aus Illinois namens Barack Obama.

Das Publikum, überwiegend Angehörige des schwarzen Mittelstands aus Brooklyn, ist geduldig. Eine Stunde lang müssen sie im Stehen warten, bis der Senator das Podium betritt, und seine Rede dauert anschließend ganze 36 Minuten. An der Begeisterung über den Jungstar änderte dies nichts.

Die Brooklyner erleben, was ein Jahr später Menschen auf der ganzen Welt an den Fernsehschirmen kennenlernen werden: Obamas unglaubliche Fähigkeit, Menschen direkt anzusprechen, sein Charisma und seine Rednergabe. Obama spricht weniger von sich selbst oder von seiner Politik, sondern von den Menschen, die ihn wählen sollen: „Ihr seid die Leute, die etwas ändern können.

Ihr wollt nicht, dass es so weitergeht wie bisher. Amerika dürstet nach Wandel." Was sein Programm betrifft, ist Obama an dem Abend enttäuschend unkonkret. Er entwirft kein Programm, sondern pre digt den Wandel als solchen.

Die Slogans seiner Kampagne – „Change" oder „Got Hope?" („Hast du schon Hoffnung?") – stehen eher für einen neuen Stil, für die Abkehr von den Grabenkämpfen, die Washington und die amerikanische Gesellschaft seit den frühen 90er-Jahren zerreißen. Die Themen sind, natürlich, der Irakkrieg, aber auch der Umgang der Amerikaner untereinander.

Ein paar Wochen vor der Veranstaltung in Brooklyn gab es erste Hinweise da rauf, dass sich in der Welt der Finanzen ein Gewitter zusammenbrauen würde. Im Juni waren zwei Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns in Not geraten, im August mussten die US-Notenbank Federal Reserve und die Europäische Zentralbank (EZB) die labilen Kreditmärkte bereits mit vielen Milliarden Dollar zusätzlicher Liquidität stabilisieren.

Aber der Begriff „Krise" kommt in Obamas Rede gar nicht vor, das Thema scheint einfach noch nicht vordringlich zu sein. Und der Kandidat aus Illinois ist auch alles andere als ein Wirtschaftsexperte. Das Publikum in Brooklyn jedenfalls ist begeistert. Obama steht mit seiner ganzen Biografie als Sohn einer weißen Mutter aus Kansas und eines Vaters aus Kenia für einen Neuanfang.

„Sehen Sie jetzt, dass die schwarze Community hinter Obama steht?", ruft ein Besucher den versammelten Journalisten zu. Ein anderer, Michael Benjamin, der einen Bezirk in der Bronx für die Demokraten im Staatsparlament von New York vertritt, meint: „Obama kann gewinnen, das zeigt sich hier in Brooklyn." Und er werde „das Image in der Welt von Amerika verändern".

Das lokale Anzeigenblätt chen von Brooklyn, The Brooklyn Paper, ist dagegen ein wenig skeptischer: Obama sei „ein künftiger Präsident, wenn auch nicht unbedingt der nächste", schreibt der Reporter in seinem Bericht aus dem Marriott.