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Das liebe Fräulein Klimpernell
Die Eltern stellen den kleinen Georg zum Klavierunterricht bei einer jungen Dame aus wohlhabendem Haus vor. Die großbürgerliche Villa wird jedoch im Novemberpogrom geplündert, noch ehe Georg seine erste Stunde antreten kann, und »Fräulein Klimpernell« – so lautet ihr Spitzname in der rheinischen Stadt – geht ins englische Exil. Nach Kriegsende ist die Villa von der britischen Besatzung beschlagnahmt, das »Fräulein« darf aber ins ehemalige Gärtnerhaus einziehen. Und ein britischer Major gibt ihr zumindest das ramponierte Klavier aus der Villa, damit sie einen neuen Anfang machen kann.
Im Zentrum des Romans steht die Begegnung des Kindes Georg mit der Musik, die sich eng mit der Person seines verehrten »Fräuleins« verbinden soll. Zugleich sind in zahlreichen Momenten dieses Kinderlebens Szenen einer Nachkriegskindheit festgehalten, die von Mangel, Hunger, Flüchtlingen, Einquartierung, Währungsreform, Kohlenklau und dem tiefen Wunsch nach Schönheit und Ordnung geprägt sind: »Das Leben gewann einen eigenen Rhythmus. Vielleicht war es Trotz, der denen, die an einen Neuanfang glaubten, besondere Kraft verlieh. Es wurde gesägt und gehämmert und sogar der krummste Nagel wieder gerade geklopft. Es war, als ob Menschen nach einer Lähmung wieder das Laufen lernten.«
Das »Fräulein« passt nicht so recht in diese von Trotz, aber auch von Engstirnigkeit, Spießertum und Verleumdungen geprägte Nachkriegsordnung – und nur Georg erkennt die Gefahr, in der sie schwebt.
Der Autor
Herbert Asbeck, Jahrgang 1936, studierte Sprachen in Amsterdam und Barcelona. Ausgedehnte geschäftliche Reisen durch viele Länder und Kulturen schlugen sich in ersten Textentwürfen nieder. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Gedichte eines Unmodernen, Die Reise nach S., Der Sommergarten und seine beiden Kreta-Romane Lambis, der Geiger und Tage auf Kreta, aber auch Theaterstücke wie Trott, Dio Mio, Trilogie der Liebe und Die Graugans. Asbeck lebt heute als freier Schriftsteller in Erkrath bei Düsseldorf.
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