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Die Schattenkämpferin - Das Siegel des Todes - Roman

von: Licia Troisi

Heyne, 2009

ISBN: 9783641033903 , 480 Seiten

Format: ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 7,99 EUR

Exemplaranzahl:


  • Die Schattenkämpferin - Das Erbe der Drachen
    Sonea 1 - Die Hüterin - Roman
    Das Vermächtnis der Feuerelfen
    Valley - Tal der Wächter
    Schule der Magier - Das geheime Portal - Band 1
    Der letzte Elf
    Der Feind im Schatten - Roman
    Der Winterkönig
  • Arthurs letzter Schwur
    Der Schattenfürst
    Schule der Magier - Astaroths Angriff - Band 2
    Die Schattenkämpferin - Der Fluch der Assassinen - Roman

     

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Die Schattenkämpferin - Das Siegel des Todes - Roman


 

JAHRBUCH DES RATS DER WASSER
Band VIII, einundvierzigstes Jahr seit der Winterschlacht Dreizehnter Bericht Verfasst von: LONERIN AUS DEM LAND DER NACHT, Schüler des Ratsmitglieds Folwar
Wie vom Rat in seiner letzten Sitzung beschlossen, brach ich zu Beginn des Jahres zu einer Mission in das Zentrum einer Sekte kaltblütiger Mörder auf, die als Gilde der Assassinen bekannt ist und deren wichtigster Tempel im Land der Nacht liegt. Der Grund hierfür waren die letzten Meldungen, die uns von unserem Kundschafter Aramon erreichten, der vor mir im Umfeld der Gilde ermittelt hatte, gaben sie doch zu der Vermutung Anlass, dass die Gilde der Assassinen ein irgendwie geartetes Abkommen mit Dohor geschlossen hatte. Dieser König des Landes der Sonne herrscht nicht nur über dieses Reich, sondern faktisch auch über das Land der Nacht, des Feuers, der Felsen und des Windes. Durch Kriege und Intrigen konnte er sie erobern und lässt sie nun von Marionettenkönigen regieren. Über die genauen Hintergründe dieses Paktes zwischen der Gilde und Dohor wissen wir allerdings immer noch viel zu wenig.
Um nun mehr über die Pläne unserer Feinde herauszufinden, schmuggelte ich mich ins Herz der Gilde ein. Dazu gab ich mich als einer jener Verzweifelten aus, die den Tempel aufsuchen, um dort Thenaar, den Schwarzen Gott, anzuflehen, dass er sie von ihrem Leid erlösen möge. Postulanten werden diese ärmsten Anhänger der Sekte genannt. Auf die Qualen, die ich durchzustehen hatte, bis ich endlich als Postulant Aufnahme fand, brauche ich an dieser Stelle nicht näher einzugehen. Jedenfalls führte man mich dann unmittelbar ins Zentrum der Gilde, einen weitläufigen unterirdischen Bau, in dem die Mitglieder dieser Sekte leben.
Meine Kenntnisse vom Aufbau dieser Katakomben sind leider auch heute noch nicht sehr erschöpfend, denn die Postulanten werden dort wie Gefangene gehalten, und daher brachten meine nächtlichen Streifzüge durch den Bau notgedrungen wenig ein. Die Assassinen, die Angehörigen der Sekte also, bewachen die Postulanten äußerst streng und lassen sie wie Sklaven schuften bis zu dem Tag, da sie dem Gott Thenaar geopfert werden.
Lange Zeit, so muss ich gestehen, führten meine Nachforschungen zu nichts, abgesehen von der Bestätigung für unsere Vermutung, dass Dohor mit der Sekte paktiert, um sich die speziellen Fähigkeiten der Sektenmitglieder, die den Meuchelmord zelebrieren, zunutze zu machen. Bis mir dann das Schicksal – oder der Zufall – eine unerwartete Hilfe zuspielte.
Als ich gerade dabei war, mich im Versammlungssaal der Gilde umzusehen, einer riesengroßen Tropfsteinhöhle mit einer furcht erregenden Thenaar-Statue und zwei schauerlichen, mit Blut gefüllten Becken darin, wurde ich von einem Mitglied der Sekte überrascht, einem jungen Mädchen von vielleicht siebzehn Jahren, das an eben jenem Ort, den ich auskundschaften wollte, herumschlich.
Sie ergriff mich und brachte mich in ihre Unterkunft, um dort Auskunft über mein Tun zu verlangen.
Ich aber spürte sofort, dass dieses Mädchen anders als die an deren Assassinen war. Sie schien mir wenig feindselig, eher besorgt, als sei sie selbst bei etwas Verbotenem ertappt worden. Es mag fahrlässig gewesen sein, doch als mich Dubhe, so ihr Name, fragte, wer ich sei und was ich dort gesucht hätte, antwortete ich ganz offen und ehrlich.
Auch im Hinblick auf das Misstrauen, das man im Rat der Wasser gegen Dubhe hegt, sollte ich hier, bevor ich fortfahre, nun kurz erzählen, wer sie ist und wie es zu der Abmachung kam, die wir in jener Nacht besiegelten.
Zwei Wege gibt es, um Mitglied der Gilde zu werden. Entweder wird man als Kind von Assassinen in sie hineingeboren oder man gerät ins Blickfeld dieser Mördersekte, weil man bereits in jungen Jahren einen Menschen getötet hat. Letztere werden Kinder des Todes genannt. Und zu diesen zählt auch Dubhe.
Ich weiß nicht genau, woher sie stammt. Sie hat einen natürlichen, allerdings auch verständlichen Widerwillen, von ihrer Vergangenheit zu erzählen, aber ihre Eltern waren wohl Bauern in einem Dorf. Als kleines Mädchen, sie war acht, tötete sie unabsichtlich bei einer Rauferei einen Spielkameraden und wurde dafür von der Dorfgemeinschaft schwer bestraft: Man trennte sie von ihren Eltern und schickte sie in die Verbannung. Während sie so ohne Halt und Ziel durch die Gegend irrte – Genaueres weiß ich nicht über diese Zeit -, muss sie irgendwann jenem Mann begegnet sein, der sie zur Meuchelmörderin ausbildete, von dem sie aber mit größter Ehrfurcht spricht. »Meister« nennt sie ihn nur.
Wohlgemerkt war sie acht, als diese Ausbildung begann. Wir haben es hier also mit einem Menschen zu tun, der zum Morden gezwungen, dem nichts anderes beigebracht wurde, als andere zu töten, ein Schicksal, das durch das in ihrem Dorf erlebte Drama noch zusätzlich erschwert wird. Ich betone dies, um zu zeigen, wie unbegründet der Argwohn des Rats ihr gegenüber ist. Doch ich schweife ab.
Für die Gilde ist Dubhe ein Kind des Todes. Wenn ich richtig informiert bin, war Dubhes Meister, bevor er sich widersetzte und aus der Sekte austrat, lange Zeit selbst Assassine, und auf diese Weise erfuhr die Gilde von ihrem Schicksal. Mittlerweile hat Dubhe seit Jahren dem Morden abgeschworen und schlägt sich mit Diebstählen und Einbrüchen durchs Leben. Alle, die dies lesen, fordere ich daher noch einmal auf, dieses Mädchen mit größter Nachsicht zu beurteilen, nicht zuletzt weil wir nur ihr allein die Aufdeckung der Pläne der Gilde verdanken. Wir haben es hier mit einer jungen Frau zu tun, die ganz allein in der Welt steht und ihr Leben nur mittels jener Fertigkeiten fristen kann, die sie in der Ausbildung zur Schattenkämpferin durch ihren Meister gelernt hat.
Durch eine List gelang es der Gilde, Dubhe an sich zu binden. Man belegte sie mit einem Fluch, der ihr über eine vergiftete Nadel eingepflanzt wurde. Zum ersten Mal bemerkte sie ihn, als sie bei einem Einbruch plötzlich einen Schwächeanfall erlitt. Passend zur abartigen Gesinnung der Mördergilde ist dieser Fluch besonders heimtückisch, ruft er doch eine Art Ungeheuer wach - »die Bestie« nennt Dubhe es -, das in ihrer Seele Unterschlupf gefunden hat. Immer wieder bricht diese Bestie seitdem hervor und verleitet das Mädchen, bestialische Grausamkeiten zu verüben. Denn die Nahrung dieses Ungeheuers sind Blut und Tod.
Man redete Dubhe ein, nur die Gilde verfüge über ein Gegenmittel, das sie retten könne, und zwang sie auf diese Weise, sich der Mördersekte anzuschließen. Das war vor einigen Monaten. In regelmäßigen Abständen wurde ihr nun bei der Gilde ein Trank verabreicht, der zwar die Auswirkungen des Fluches unter Kontrolle hielt, aber keineswegs, wie man ihr weismachte, ein echtes Heilmittel war.
Wir haben es hier also nicht mit einem Menschen zu tun, der in der Gilde geboren und zur Perversion erzogen wurde, sondern mit einem Opfer der Sekte, das gegen seinen erklärten Willen dort zu leben gezwungen war.
Ich habe den Fluch, der auf Dubhe lastet, genau geprüft. Am Oberarm, wo die tückische Nadel sie traf, erkennt man ein Symbol: ein rotes und ein schwarzes Pentagramm, die einen Kreis umschließen, der von zwei ineinander verschlungenen Schlangen, ebenfalls rot und schwarz, gebildet wird. Bekanntermaßen hinterlässt ein gewöhnlicher Fluch kein solches Mal, es sei denn, es handelt sich um ein Siegel.
Als Dubhe mir das Symbol zeigte, war mir dank meiner Magierausbildung sofort klar, dass es sich um ein Siegel handeln musste. Ich eröffnete ihr diese bittere Wahrheit und erklärte ihr, solch ein Zauber könne nur von dem Magier gebrochen werden, der ihn geschaffen hat, und es gebe keinerlei Zaubertränke, die sie heilen würden, sondern nur solche, mit denen sich die Symptome unter Kontrolle halten lassen. Mit anderen Worten, die Gilde führte sie hinters Licht.
Ein wenig Hoffnung konnte ich Dubhe allerdings machen, und so kam es zu unserer Vereinbarung: Bekanntermaßen können Siegel, die von mittelmäßigen Magiern geschaffen wurden, durch stärkere Magier gebrochen werden. Da ich glaube, dass Dubhes Siegel von dieser Art ist, versprach ich ihr, sie, wenn uns die Flucht gelänge, mit einem mächtigen Magier zusammenzubringen, der dieses Siegel vielleicht brechen könne. Als Gegenleistung stellte sie alle Nachforschungen im Bau der Gilde für mich an.
Ich schließe nun diesen Einschub und will berichten, was Dubhe herausfand.
Wie einen Messias verehrt die Gilde den Tyrannen Aster, der fast die gesamte Aufgetauchte Welt zerstört hätte, und arbeitet emsig an dessen Wiederkehr. Es gelang ihr bereits, seinen Geist zurückzuholen, der jetzt in einer Art Zwischenreich zwischen un serer Welt und dem Jenseits in einem geheimen Raum im Bau der Gilde umherschwebt. Um das Werk zu vollenden, braucht die Gilde nun noch einen Leib, dem dieser Geist eingepflanzt werden kann. Ihre Wahl fiel dabei auf den Sohn Nihals und Sennars, der beiden Helden, denen es vierzig Jahre zuvor gelungen war, den Tyrannen zu stürzen und zu vernichten. Der Grund für diese...