Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) in Oberfranken - Unter besonderer Berücksichtigung der Plünderungen der Bischofsstadt Bamberg

Der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) in Oberfranken - Unter besonderer Berücksichtigung der Plünderungen der Bischofsstadt Bamberg

von: Andreas Leipold

Diplomica Verlag GmbH, 2009

ISBN: 9783836628372, 48 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 33,00 EUR

Ersparnis: 5,00 EUR

Mehr zum Inhalt

Der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) in Oberfranken - Unter besonderer Berücksichtigung der Plünderungen der Bischofsstadt Bamberg


 

Kapitel 3 Konfessionsproblematik

Der Fränkische Reichskreis war wie kaum ein kein anderer Kreis von der konfessionellen Spaltung betroffen. In seinen Grenzen befanden sich die beiden Hochstifte (weltlichen Herrschaften) und Diözesen von Bamberg und Würzburg. Sie vertraten die katholische Konfession. Die Markgrafschaften Brandenburg-Bayreuth und Brandenburg-Ansbach standen für die größeren Gebiete der protestantischen Konfession. Die Reichsstadt Nürnberg war protestantisch geprägt, doch hatten die Katholiken eine Sonderstellung.

Im Jahre 1555 war in Augsburg festgelegt worden, dass jeder Landesherr die Konfession seiner Untertanen bestimmen dürfe und diese ihre Heimat bei einer unterschiedlichen Konfession zu ihrem Landesherren verlassen mussten.

Das Jahr 1648 brachte im Westfälischen Frieden eine Abminderung. Von nun an wurden Katholiken, Protestanten und Calvinisten gleichgestellt. Als Bestandsgarantie für jede Konfession wurde der 1. Januar des Jahres 1624 angegeben. Das ius reformandi aus dem Jahr 1555 blieb für jeden Konfessionswechsel nach 1624 erhalten, so dass auch hier eine Ausweisung von Untertanen möglich war und im 18. Jahrhundert mehrfach praktiziert wurde.

In wie weit sie ihren Glauben ausüben durften, ob geheim, öffentlich mit oder ohne Glockengeläute, wurde den Sonderregelungen überlassen. So konnten die Protestanten, die vor 1624 im Hochstift Bamberg gelebt hatten, ihren Glauben ausüben, diesen aber nicht durch eine Kirche mit Glocken propagieren. Im konkreten Fall konnte es zu Schwierigkeiten kommen. So berichtete der katholische Pfarrer von Redwitz vor dem Krieg von einem Streit zwischen den Protestanten der Nachbargemeinde und seinen Kirchenmitgliedern. Nach seinem Bericht hätten die Evangelischen versucht die Kirche in Redwitz in ihren Besitz zu bekommen. Dieser Punkt scheint wenig glaubwürdig- der folgende Fakt allerdings umso mehr. So hätten sie den Pfarrer daran gehindert zu einer katholischen Müllersfamilie zu gelangen. Wenngleich dieser Streit nicht sehr gefährlich erschien, so kann man hier feststellen, dass ein Konfliktpotential auch ohne eine preußische Einmischung vorhanden war.

In der großen Politik konnte es dem Betrachter erschienen, als hätten sich die Konfessionen gegeneinander formiert. So standen die protestantischen Mächte Preußen und England gegen die katholischen Kräfte um Frankreich und den Habsburgern. Diese Konstellation hätte den Fränkischen Kreis sprengen können. Indertat kann man feststellen, dass die protestantische Macht Brandenburg-Bayreuth wenig Interesse hatte innerhalb einer katholischen Allianz gegen Preußen zu kämpfen. Hier spielten also nicht nur machtpolitische, sondern auch konfessionelle Beweggründe für das Zögern Markgraf Friedrichs eine Rolle, seine Truppen nicht gegen Preußen ausrücken zu lassen. Sein Schwager in Ansbach hatte weniger Bedenken und führte seine Truppen dem Reichskontingent und damit den Gegnern Friedrich II. zu. In wieweit der Siebenjährige Krieg ein Konfessionskrieg war, ist allerdings umstritten. Nach Burkhardt war er ein Religionskrieg, wenn gleich beide Seiten auf die Vermeidung dieses Begriffes bedacht waren. Friedrich II. verwendete den Schutz der protestantischen Konfession als politisches Druckmittel gegen seine Feinde. Ziel war es, die Protestanten für seine Politik zu gewinnen. Die katholischen Mächte hingegen versuchten jeden Anschein einer solchen Intention in ihrem Lager zu vermeiden und sprachen offiziell nicht von einem Religionskrieg. Deutlich wird dieser Punkt am Beispiel Frankens, indem Seinsheim seinen Untertanen mehrfach verbot, gegen die Protestanten zu schimpfen. Sicher tat er dieses nicht nur aus gutem Willen, sondern aus politischem Kalkül. Aus gutem Grund verzichtete Kunisch in seinem neuesten Werk zu Friedrich II. auf das konfessionelle Element beim Ausbruch des Krieges. Es war für ihn, wenn überhaupt, nur von geringer Bedeutung.