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Ich hab die Unschuld kotzen sehen 3 – Track 5
Endlich der lang ersehnte 3. Teil von Ich hab die Unschuld kotzen sehen, hier der fünfte Track mit 3 neuen Geschichten. Das Vorwort des Autor: Und wie haben sie gebruellt und mich bekniet. Da unten lagen sie im Staub, aus dem sie alle gewachsen sind und zu dem sie alle bald wieder werden werden und haben gebettelt, geweint und gefleht. Sie wollten mich in ihre Betten zerren, um an mir skurrile Sexualpraktiken auszutesten. Sie haben mich mit Lob und Anerkennung fast in einen literarischen Populisten verwandelt. Das wollte ich nie werden. „Bitte“, so schallte der Chor der Verzweifelten an mein Ohr, „bitte gib uns das Ende der Trilogie, oh du Messias des künstlich geschwungenen Prügelwortes, schenk uns Ich hab die Unschuld kotzen sehen, Teil 3.“
Da stand ich dann kopfschüttelnd und hirnrotierend vor dem sexu- und intellektuell aufgeladenem Lesevolk und zwar mit zwei aneinandergereihten Ängsten bestückt:
1. Immer, ach für immer werde ich der Typ sein, der die Unschuld hat kotzen sehen.
2. Das Flehen wird nicht nachlassen, oder, wenn es nachläßt, wird es sich in Hass gegen mich verwandeln. All ihr Flehen und sich wie Pottsäue im Dreck suhlendes Verhalten brachte mich aber nicht zu dem Schritt, einen solchen dritten Teil zu verfassen. Meine eigene Arroganz, die sich in Fachkreisen auch künsterlisches Fortkommen nennt, hielt mich davon ab, wieder einen Reigen kurzer Geschichten zu verfassen, die der klassischen Brisanz der ersten beiden Bücher Genüge getan hätte. Stattdessen verprasste ich meine Tantiemen, für das, was das Leben vergnüglich macht und schrieb weiter feinsinnige Erbauungsliteratur für alle mit Mitgefühl. Was mich nun aber doch zu dem Schritt bewegt hat? Ein Mädchen? Das liebe (eigentlich aber böse) Geld? Meine Mudda? Die sogenannte Krise? Ich sag mal, irgendwie war es etwas von allem, die Summe der Zufälle meines Autorenlebens ließ diesen dritten Teil zu dem werden, was er schlußendlich geworden ist: Die beste Buch, das ich jemals innerhalb von 2 Stunden geschrieben habe. Um meiner eigentlichen Existenz als verwirrte und enthronisierte Kultfigur gerecht zu werden, griff ich auf eine Taktik zurück, die schon etliche Popstars vor mir wählten. First tease them, then please them. Also zunächst, mach die Leute heiß und dann zeig ihnen, was der Slogan „Unschuld kotzen“ wirklich bedeutet. Gedacht, geschrieben, fertig. Ich gehe hier also vor, wie eine Band, die eine Platte herausbringt, die nur aus Hitsingles besteht. Ich hasse Konzeptalben, aber ich liebe Popmusik mit Charakter. Track 1 ist der Opener, der sich in die unterbewußten Gefühlsregionen schleicht, sie langsam öffnet und in gelassener und trotzdem ultrabrutaler Strategie niederschmetterlingt. Also, seit bereit, dies ist für Euch, für mich, wieder für alle, die es wissen wollen.
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