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René Descartes - Eine Einführung

von: Hans Poser

Reclam, 2003

ISBN: 9783159503035, 192 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 4,49 EUR



  • Zwischen Formation und Transformation - Die Religionen Europas auf dem Weg des Friedens
    Totenmesse - Thriller
    Die Odyssee des Fälschers - Die abenteuerliche Geschichte des Konstantin Simonides, der Europa zum Narren hielt und nebenbei die Antike erfand
    Todesahnung - Thriller
    Sag Fuck It! - Kleines Buch, große Wirkung
    Der sterbende Detektiv - Roman
    Trenn Dich schlank - Abnehmen mit Trennkost für eine Person
    Der wunde Punkt - Roman
  • Katechetische Blätter. Zeitschrift für Religionsunterricht, Gemeindekatechese, Kirchliche Jugendarbeit, Heft 4/2004
    Die Blüte des Eukalyptus - Roman
    Eine Szene im Theater der Unendlichkeit - Max Beckmanns Dramen und ihre Bedeutung für seine Bildrhetorik
    Glaubensgenossen in Not - Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Hilfe für aus rassischen Gründen verfolgte Protestanten. Eine Dokumentation
    Der Hebammenkreißsaal - Ein Versorgungskonzept zur Förderung der physiologischen Geburt
    Gipfeltreffen 4 - Ein Buch zum Nachlesen und Nachgehen
    Sprachkritik in der Schule - Theoretische Grundlagen und ihre praktische Relevanz
    Migrations- und Integrationsforschung – multidisziplinäre Perspektiven - Ein Reader
 

Mehr zum Inhalt

René Descartes - Eine Einführung


 

5 Die neuen Wissenschaften (S. 112-113)

Nach der Beantwortung der Begründungsfrage wird es möglich, sich einem Leitgedanken zuzuwenden, den Descartes in den Principia in einem Bilde ausdrückt. In dem der französischen Übersetzung vorangestellten Schreiben an Claude Picot heißt es: »Die ganze Philosophie ist einem Baume vergleichbar, dessen Wurzel die Metaphysik, dessen Stamm die Physik und dessen Zweige alle übrigen Wissenschaften sind, die sich auf drei hauptsächliche zurückführen lassen, nämlich auf die Medizin, die Mechanik und die Ethik« (AT IXII. 14).

Schon mit seinem Discours beansprucht Descartes keineswegs, eine bloße Methodenlehre entwickelt oder gar den vollen Umkreis des zu Begründenden abgeschritten zu haben, wohl aber so etwas wie eine »Nachricht« von seinem Vorgehen zu geben, die den Wert der Methode zu erkennen erlauben soll (an Mersenne, März 1637; AT I.349 / Briefe 77). Das Ziel wird an einem Arbeitstitel deutlich, den er in einem früheren Brief nennt, nämlich: »Projekt einer universellen Wissenschaft, die unsere Natur zu ihrem höchsten Vollkommenheitsgrad zu erheben vermag« (an Mersenne, März 1636; AT I.339 / Briefe 75); den Beleg für die Fruchtbarkeit sollten bereits die dem Discours beigefügten Anlagen als Beispiele liefern.

In den Meditationes tritt dies scheinbar zurück, tatsächlich aber schreibt Descartes: »diese sechs Meditationen enthalten alle Grundlagen meiner Physik« (an Mersenne, 18. Januar 1641; AT III.297 f. / Briefe 233). Doch der An- spruch geht darüber hinaus; selbst die Principia erfüllen ihn noch nicht, weil nur Teile – von der Grundlegung der Physik und Mechanik über Vorstellungen des Kosmos bis hin zu den besonderen Mischungsformen der Materie – zur Darstellung kommen; was aber ausgespart bleibt, ist die Besonderheit lebender Körper, die einerseits ausgedehnt, andererseits der Empfindungen fähig sind. Descartes hatte seit der Zeit des Discours immer angekündigt, diese Problematik behandeln zu wollen; in den Passions de l’Âme wird ein Teil eingelöst, während ein anderer, die Fortführung des Traité de l’Homme in der Description du Corps Humain, nicht vollendet werden sollte.

Dennoch bilden alle Teile des Werks, von der Mathematik und Physik über die Medizin bis zur Ethik, eine Einheit, die erst das Anliegen Descartes’, seine Stoßrichtung und letztlich auch die nachfolgende Wirkungsgeschichte verständlich machen: Wurzel, Stamm und Geäst bilden nicht je für sich, sondern nur zusammen den lebensfähigen Baum der Erkenntnis.