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Sun Tzu für Manager

Sun Tzu für Manager

von: Werner Schwanfelder

Campus Verlag, 2004

ISBN: 9783593375380, 248 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 16,99 EUR

Ersparnis: 2,91 EUR

  • Sex am Arbeitsplatz
    Tödliche Absicht
    Die verbotene Kammer
    Vom Bewerber zum Wunschkandidaten: Die optimale Bewerbungsmappe für Hochschulabsolventen
    Puppenspiel
    Rom kann sehr heiß sein
    Ich bin gekommen
    Das sexuelle Leben der Catherine M.
  • Der siebte Tag
    Das Buch der Toten
    Lernen mit Sunflower
    Die Schwingen des Todes
    Dreiecksbeziehungen - Erotische Geschichten vom Sex zu Dritt
    Der dunkle Spiegel

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Sun Tzu für Manager


 

Flexibilität macht den Unterschied (S.145-148)

Das achte Gebot:

Um einen entscheidenden Vorteil im Kampf zu erlangen, muss man situationsabhängig entscheiden können

• Vom Reagieren zum Agieren
• Führen mit Verantwortung und der Fähigkeit zum Widerspruch
• Gefährliche Eigenschaften eines Managers
• Fehlermanagement für Manager
• Erlesenes zum Thema Fehler

In seinem achten Gebot behandelt Sun Tzu die taktischen Varianten. Er gibt Ratschläge, wie man sich in verschiedenen Situationen verhält. Dabei ist es von großer Bedeutung, flexibel zu reagieren. Sun Tzu: »Der Heerführer, der die Vorteile einer variierten Taktik kennt, weiß seine Truppen zu führen. Der Heerführer, der sie nicht kennt, mag noch so sehr mit der Geografie des Landes vertraut sein – er kann sein Wissen nicht umsetzen.« (VIII. 4/5)

Situationen verändern sich, und damit ändern sich auch Taktiken zur Umsetzung von Strategien. Je ausgeprägter die Flexibilität des Führers und seiner Mannschaft ist, desto besser kann er agieren. Flexibilität in der Handlung heißt auch ganz ausdrücklich, bestimmte Aktivitäten zu unterlassen: »Es gibt Straßen, die du nicht einschlagen, Armeen, die du nicht angreifen, Städte, die du nicht belagern, Stellungen, die du dem Feind nicht streitig machen, und Befehle des Herrschers, die du nicht befolgen solltest.« (VIII. 3) Und: Die Fähigkeit, die Kenntnisse umzusetzen, hängt ganz entscheidend von den persönlichen Eigenschaften des Heerführers beziehungsweise Managers ab.

Vom Reagieren zum Agieren

Rein theoretisch ist die Sachlage klar: Der eine agiert und der andere reagiert. In der Praxis lassen sich Agieren und Reagieren kaum trennen. Es ist müßig, darüber nachzudenken, welche Einzelaktion agie- rend, welche reagierend war. Selbst ein Agieren im eigentlichen Sinne des Wortes entspricht auch einem Reagieren – es gibt immer einen Auslöser.

Die Fahrradfabrik AG hatte einen Großauftrag in Taiwan errungen. Bedingung dieses Auftrags war jedoch, 20 Prozent in Taiwan zu lokalisieren, also von Zulieferern in Taiwan zu kaufen. Eigentlich kein großes Thema, man hätte in Taiwan Lieferanten finden können, die entsprechende Qualität bieten. Der Fehler war, dass das Projektmanagement seinen Sitz in Deutschland hatte und nur besuchsweise nach Taiwan kam. Es hatte gar keine Kapazitäten, die Lokalisierung umzusetzen. Nach zwei Jahren kam ein Brief der taiwanesischen Behörde, die sich über die nicht umgesetzte Lokalisierung beschwerte. Das Schreiben ging an die Geschäftsleitung. Diese reagierte, indem sie die Projektleitung anhielt, die Lokalisierung voranzutreiben. Der Projektleiter schickte daraufhin einen Mitarbeiter nach Taiwan, um das Problem zu lösen. Dieser Mitarbeiter, für solche Aufgaben sucht man immer die besten, hatte aber gar nicht die Zeit, sich um das Problem zu kümmern. Selbst in Taiwan wurde er von vielen anderen Projekten um Hilfe gebeten. Per E-Mail arbeitete er rund um den Globus. Die Projektleitung wurde erneut aufgefordert, einen Mitarbeiter freizustellen, der sich um dieses Thema kümmern sollte. Allerdings verbot die Geschäftsleitung aufgrund der aktuellen Ergebnissituation eine personelle Verstärkung. So wurde das Problem nicht gelöst.

Entschlossenes (und richtiges) Agieren von Anfang an hätte in diesem Beispiel das spätere bloße (und falsche) Reagieren vermieden. Natürlich ist aber die Richtigkeit der Handlung entscheidend. Richtiges Agieren und Reagieren setzt zwei Dinge voraus: Kompetenz und Kapazität. Viele Manager sind gewohnt, Befehle zu erteilen. In dem obigen Beispiel der Fahrradfabrik AG hat das Management einen Auftrag hereingenommen und den Mitarbeitern die Aufgabe erteilt zu lokalisieren. Damit ist es aber in den meisten Fällen nicht getan. Das Management hat auch die entsprechenden Ressourcen bereitzustellen oder zumindest freizugeben. Dies ist auch der oben zitierten Aussage Sun Tzus zu entnehmen.