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Apulien, Gargano, Salento

Apulien, Gargano, Salento

von: Peter Amann

Reise Know-How Verlag, 2004

ISBN: 9783831712397, 482 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 16,90 EUR

Ersparnis: 3,00 EUR

  • Heiraten? Nur aus Liebe! - Bianca Bd. 1753
    Tage der Rache, Nächte der Zärtlichkeit - Baccara Bd. 1627
    Fliegen ohne Angst
    Ein Indianer kennt keinen Schmerz? - Ein Psychiater packt aus: Wie Redensarten unser Leben bestimmen
    Einfach aufgeräumt! - In 24 Stunden mit der Simplify-Methode das Chaos besiegen
    Der Untergang der islamischen Welt - Eine Prognose
    Das innere Archiv
    NEUER MANN - NEUES GLÜCK? - Bianca Bd. 1749
  • ADHS bei Erwachsenen
    Ein Millionär zum Verlieben - Bianca Bd. 1750
    Mac OS X 10.5 Leopard. Edition Digital Lifestyle - Das Betriebssystem von Apple in der Praxis
    Auf Umwegen ins große Glück - Bianca Bd. 1751
    IPhoto 08 - iLife von Apple für engagierte Digitalfotografen.
    Küsse, Baby und das Familienglück - Bianca Bd. 1752
    Viel mehr, als du denkst! - Baccara Bd. 1631

     

     

 

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Apulien, Gargano, Salento


 

Molfetta (S. 210-211)

Im Hafenbecken von Molfetta (15 m, 63.000 Ew.) liegt eine der größten Fischereiflotten der südlichen Adria und darin spiegelt sich auch der Duomo vecchio, eine der markantesten romanischen Kirchen Apuliens. Dahinter erstreckt sich auf einer Halbinsel der borgo antico. In den 1960er Jahren fast vollständig verlassen, kehrt nach der Sanierung langsam neues Leben zurück. Die schicken Ufer-Palazzi haben längst betuchte Käufer gefunden.

Im mittelalterlichen Melphi, um dessen Besitz Langobarden, Byzantiner und Normannen stritten und das unter Staufern, Anjous und Aragonesen reichsfreie Stadt war, lebten griechische, dalmatische und venezianische neben amalfitanischen Kaufleuten vom Orienthandel. 1529, in der Zeit, als König Franz I. mit Kaiser Karl V. um die Herrschaft in Süditalien stritt, wurde Molfetta von den Franzosen verwüstet. Seither hat sich die Stadt gewaltig über die Grenzen der Altstadthalbinsel hinaus entwickelt. Geblieben ist die Bedeutung des Hafens. Jeden Vormittag wird der frische Fang in der weiß gekachelten Fischhalle südlich des Porto ausgebreitet.

Besichtigung

Seit Mitte des 12. Jh. ist Molfetta Bischofssitz. 1150 wurde auch der Grundstein zum Duomo vecchio S. Corrado gelegt. Die gegen Ende des 13. Jh. fertig gestellte Kirche ist dem hl. Konrad geweiht, Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich d. Schwarzen. Nach einer Pilgerfahrt 1143 ins Heilige Land verstarb Konrad als frommer Einsiedler in der Terra di Bari. Trutzig wie eine Burg erhebt sich der gedrungene Bau mit drei pyramidenförmigen Dächern, unter denen sich Kuppeln verbergen, und den 1256 vollendeten Glockentürmen im Westen der Altstadthalbinsel über dem Hafen. Der Eingang öffnet sich aus einem verwinkelten Hof an der Südseite.

Beim Betreten des mystisch-dunklen Kircheninneren empfängt zur Rechten der Saraceno, eine Steinfigur, die das Weihwasserbecken hält. Weil die ehemalige Jesuitenkirche 1785 zum neuen Bischofssitz erhoben wurde, entging S. Corrado der Barockisierung. Der von vier Kreuzpfeilern getragene Innenraum präsentiert sich noch ganz mittelalterlich, als Synthese byzantinischer, romanischer und orientalischer Architekturelemente. Am entgegengesetzten Ende der Altstadt öffnet sich der Largo Municipio an Stelle des 1416 zerstörten Kastells. Hinter der renaissancezeitlichen Fassade des Palazzo Giovene residiert die Stadtverwaltung.

Die Sala dei Templari, der zum Meer hin geöffnete Stapelplatz der geheimnisumwitterten Templer, dient jetzt als moderne Ausstellungshalle. Von der zentralen Via Piazza zweigen die schmalen Altstadtgassen wie Fischgräten ab. Am Ufer reihen sich die befestigten Palazzi. Der Torrione Passari in der Via S. Orsola, durch ein Renaissance-Portal zu betreten, bietet modernen Kunstinstallationen den Rahmen. Vom vorspringenden Turm genießt man einen wunderbaren Blick. Im Süden umfängt der Corso Dante Alighieri die Altstadt. Caffès, Restaurants und einige sehenswerte Kirchen reihen sich an dieser Flaniermeile.

Die Chiesa del Purgatorio mit schöner Renaissancefassade birgt sieben Pappmachéfiguren, die der Karsamstagsprozession vorangetragen werden. Die 1744 vollendete Cattedrale S. Maria Assunta schmückt eine prächtige Barockfassade. Die Statue des hl. Ignatius von Loyola in einer Nische über dem Hauptportal lässt sie als ehemalige Jesuitenkirche erkennen. Im rechten Querschiff hängt eine „Himmelfahrt Mariae", ein Hauptwerk des in Molfetta geborenen und am Madrider Hof tätigen Malers Corrado Giaquinto (1703– 66). An der Piazza Mazzini steht die im 13. Jh. errichtete und Ende des 16. Jh. vollständig umgestaltete Chiesa S. Stefano. Die im Inneren verwahrten Holzstatuen der Passion Christi werden in der Karfreitagsprozession durch die Stadt getragen.