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Erste Meditation: Nichts, Selbst, Seele, Natur, Bewusstsein
Das Nichts ist die Übereinstimmung eines Menschen mit der Natur. Eine derartige Erkenntnis ist weder Zweckoptimismus noch der dunkle Ansatz zur Verstrickung in einen verworrenen Nihilismus oder gar Anarchie. Doch wie kann Natur postmodern bestimmt werden, mit anderen Worten: wie kann Natur als Nicht-Objekt beschrieben werden, als paradoxer Oberbegriff zum Verstand?
Ein Versuch: Natur ist das einzige eine Einheit stiftende Element. Zeichnet den Menschen der sprachliche Verstand aus und die Fähigkeit, durch die Dingwelt zu navigieren, so etwas wie Ordnung zu schaffen, bleibt die Natur doch immer vorgeordnet. Die natürliche Wahrnehmung des Individuums könnte umgekehrt als Intelligenz bezeichnet werden: Intelligenz zentriert gegebene Objekte in der Natur./ Intelligenz führt vorhandene Objekte in das Nichts zurück.
Wer das Nichts gesehen hat, lebt trotz aller Gedanken in Echtzeit./ Nichtsein heißt, dass alle unbewussten Komplexe aufgelöst sind. Damit stellt sich auch der Bezug oder, genauer gesagt, „Nicht-Bezug“ des Nichts zum Geist her: wenn der Geist erloschen ist, tritt das Nichts qua Natur an dessen Stelle. Zur Bedeutung des Geistes nur so viel: Der Geist ist die eigentliche Verneinung der konkreten Natur. Zugleich darf wohl auch festgehalten werden: Der destruktivste Irrtum ist die Verwechslung des Nichts mit dem Tod. Und: Die eigentliche Bedeutung eines jeden Menschen ist das Nichts.
Eine Spezifizierung des Ausdrucks Bedeutung: Bedeutung meint letztlich die Zentrierung des Ichs im Selbst durch sich selbst. Zugespitzt: Die Bedeutung, die ich jemandem beimesse, ist die eigene. Mit der Implikation: Die Wand zwischen Menschen besteht aus falschen Bedeutungsnuancen.
Wir sind nun also beim Selbst gelandet, wohl einem der missverständlichsten Begriffe unserer Kultur: Das Selbst ist die natürliche Struktur des menschlichen Verhaltens. Zur Abgrenzung des Selbst vom Bewusstsein kann gesagt werden: Das Selbst ist Natur, Bewusstsein dagegen ist Natur und Kultur. Doch lässt sich auch eine elaborierte Beziehung feststellen: Das Bewusstsein ist ein Versuch des Selbst, sich Dauer zu verschaffen. Anders betrachtet: Die Akzeptanz von Dauer führt zur Manipulation des Selbst.
Das Selbst ist die Einbeziehung eines Menschen in seine Zukunft. Wobei gilt: Zukunft ist, was dem Individuum in Gerechtigkeit1 zukommt. Und: Zukunft hat eigentlich nichts mit künftigen Ereignissen zu tun. Selbstverständlich hat eine Handlung Konsequenzen, erhält ein Individuum früher oder später wohl, was es „verdient“, doch ist dies ein Mechanismus, der über Konventionen abläuft und durch Introspektion erkannt werden kann: Introspektion ist Reflexion auf eigenes Verhalten.
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