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Strategisches Management von Personalrisiken - Konzepte, Instrumente, Best Practices
Martin Klaffke
Personal-Risiken und -Handlungsfelder in turbulenten Zeiten
Personalarbeit als Wertschöpfungspartner gestalten
Abstract<br>
Risiken zu beherrschen, ist wesentlich für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Risiken ergeben sich einerseits aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Andererseits werden sie durch langfristige Trends hervorgerufen oder weiter verstärkt.
Nicht zuletzt können einzelne Personalrisiko-Kategorien in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erheblich an Dynamik gewinnen. Aufgabe des Personalmanagernents als Wertschöpfungspartner der Geschiiftsführung ist es, personalwirtschaftliebe Risiken proaktiv zu erkennen, zweckmäßige Interventionsmaßnahmen vorzuschlagen und deren Umsetzung sicherzustellen.
Der Beitrag analysiert personalwirtschaftliche Risiken sowohl im Kontext wirtschaftlich turbulenter Zeiten als auch vor dem Hintergrund von - Mega-Trends- und zeigt einen Handlungsrahmen zur Bewältigung zukünftiger personalwirtschaftlicher Herausforderungen auf.
1 Einleitung
Die Zukunftsfähigkelt von Unternehmen zeigt sich am augenfälligsten in wirtschaftlich turbulenten Zeiten. Obwohl Krisen Risiken und Chancen gleichermaßen beinhalten, wird dem Begriff heute eine weitgehend negative Bedeutung beigemessen. Abgeleitet aus dem altgriechischen KQim.:: (krisis) bezeichnet er jedoch lediglich einen sich zuspitzenden Höhe- oder Wendepunkt, in dem die Beurteilung einer Situation sowie eine richtungweisende Entscheidung gefordert sind .
Umbruchssituationen bedeuten nicht generell, dass Unternehmen gezwungen sind, sich einseitig veränderten Umweltkonstellationen anzupassen. Vielmehr können sie ökonomische Wendepunkte nutzen, um die Regeln des Wettbewerbs neu zugestalten und so ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig fördern.
Dies setzt jedoch voraus, dass bereits im Vorfeld krisenhafter Situationen die An zeichen für Veränderungen erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Vom Personalressort wird erwartet, als strategischer Wert schöpfungspartner bei der Formulierung und Umsetzung von Unternehmensstrategien aktiv Verantwortung zu übernehmen .
Dies bedeutet, Chancen und Bedrohungspotenziale stets im Blick zu haben und ein personalwirtschaftliches Handlungsprogramm zu entwickeln, das einen Beitrag zur Abwehr von Unternehmens-Krisen und zur Steigerung des Unternehmenswertes leistet.
1.1 Umweltdynamik und Wirtschaftskrisen
Prototypisch lassen sich Krisen in periodische, schleichende und überraschende Krisen einteilen. Abbildung 1.1 skizziert die schematischen Verläufe der jeweiligen Krisenart im Hinblick auf Ausmaß und zeitlichem Anfall potenzieller negativer Effekte.
Bei periodischen Krisen folgt nach dem Abschwung stets ein Aufschwung. Konjunkturkrisen unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihrer jeweiligen lntensitäten, haben aber alle den Grundmechanismus des zyklischen Verlaufs gemein. Verbunden mit den periodischen Auf- und Abschwüngen der wirtschaftlichen Aktivität sind Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsstrukturen, die auch neue Anforderungen an das Personalmanagement stellen .
In den vergangenen Jahrzehnten trat eine Reihe von Finanzkrisen auf, die Reinhart & Rogoff (2008) hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Realwirtschaft umfassend untersucht haben. Bei den betrachteten Fällen ergaben sich stets ein Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie ein grundsätzlicher Rückgang des Volkseinkommens.
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