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Prolog:
Legende der Jaranoc
Während der Jungen Tage der Allzeit wurde der erste Jaranoc geboren. Seine Haut war weich, der Kopf fl ach und ungeschützt. Jeder konnte ihm ansehen, dass er ein kleines, niedriges Wesen war. Die anderen Völker des Allraums lachten deshalb über den Jaranoc und trieben Späße mit ihm. Er wurde ihrer aller Knecht, niedriger als ein Tier. Sie verspotteten und traten ihn. Sein Blut fl oss in den Staub und versickerte darin.
Weil der Jaranoc sich duckte und den Kopf senkte in dem Bemühen, ihn zu schützen, entstand der Nackenschild. Doch der Jaranoc wusste ihn nicht zu nutzen, und so gemahnt er uns daran, woher wir kamen und was wir einst waren. Der Schild ist unser Zeichen aus der Vergangenheit, das uns in der Gegenwart daran erinnert, an die Zukunft zu denken.
In den Medialen Tagen der Allzeit, als das Universum eine neue Schwelle der Expansion erreichte, floh der Jaranoc.
Sein Weg führte ihn zu vielen Sonnen und auf viele Welten. Aber überall war er der Schwächste, ein erbärmliches, unwürdiges Ding. Er beschloss, seiner Existenz ein Ende zu setzen, denn mochte er äußerlich auch verletzlich und schwach sein, so besaß er doch Ehre. Er tauchte in den Pfuhl einer Sonne, wo er jedoch nicht starb. Was ihn hätte verbrennen müssen, stärkte seinen Leib. Als er die Sternenglut verließ, war seine Haut zu Hornplatten gestählt. Mächtige Hörner ragten aus seiner Stirn. Das Alte war verbrannt, Neues war entstanden.
Der erste Jaranoc fühlte mit einem Mal den Hauch des Allgebers. Etwas hatte beschlossen, ihm Ansehen zu verleihen, weil es auf die wahre Bedeutung des Jaranoc geschaut hatte.
Dieses Etwas beschloss der Jaranoc zu finden. Sein Herz war stark, sein Wille ungezähmt.
»Wer bist du?«, rief er in die Galaxis hinaus. »Wo bist du, und wieso hast du mich leben lassen?«
An diesem Tag formulierte der erste Jaranoc die drei grundlegenden Fragen des Seins. Auf die ersten beiden kennen wir die Antworten, die dritte steht aus. Sie treibt uns an und verleiht uns den Blick auf den Wahrtraum der Allzeit, die Perspektive auf das, was wirkliche Bedeutung besitzt.
»Wer bist du?«
VATROX-VAMU.
»Wo bist du?«
Er ist dort, von wo er kommen wird.
»Und wieso hast du mich leben lassen?«
Sinniere darüber und lass die Frage in dir wirken, auf dass deine Erkenntnis wächst. Nur der ist ein rechter Krieger, der den Sinn hinter der Wirklichkeit erkennt.
Doch wie fand der erste Jaranoc VATROX-VAMU, nachdem er aus dem Sonnenpfuhl getreten war? Indem er die richtige Frage stellte und sein Herz mutig war. Denn nach dieser Vorbereitung war der Jaranoc bereit, sich von VATROX-VAMU finden zu lassen.
VATROX-VAMU kam von dort, wo er gewesen war, und als der Jaranoc IHN sah, fiel er zu Boden und wollte ihm dienen. Sein Leben bot er als Opfer dar.
VATROX-VAMU verlieh dem Jaranoc einen Schnabel und den Schwanz, weitere tödliche Waffen, die ihn endgültig zu einem perfekten Krieger formten.
»Nun geh«, sagte der, der gekommen war. »Geh und erinnere dich an die, die dich einst verspotteten. Geh, mein guter und tapferer Knecht.«
Der erste Jaranoc verstand, doch er wusste, dass er den Auftrag nicht erfüllen konnte, der hinter diesen Worten stand. Also erhob er den Blick und schaute VATROX-VAMU. »Wie soll ich die bestrafen, die mir Böses wollten? Ich bin stark, doch sie sind viele.«
Und VATROX-VAMU lachte. Als der Jaranoc aufstand, erblickte er rund um sich viele, die so waren wie er. So wurde die erste Armee geboren, die erste Division der Jar.
Icho Tolot:
Beobachtung im Feindesland
»88.000! Dort unter der Kuppel verschanzen sich 88.000 Jaranoc.«
Gemessen an ursprünglich rund 200.000 Feinden war das natürlich eine Verbesserung, aber immer noch eine ganze Menge. Der Rest hatte sich abgesetzt, sei es mittels des von ihnen gebauten monströsen Raumers oder mit Amethyststadt.
Aber es waren immer noch 88.000 Jaranoc ...
Icho Tolot musterte die zahlreichen winzigen Symbole in dem Hologramm, die für die Energieschirme der fremden Krieger standen. Der Haluter benö-tigte keine Rechnerauswertung, um zu erkennen, dass es sich insgesamt um 367 Schutzschirme von ebenso vielen Wespenschiffen handelte. Diese Information lieferte sein Planhirn automatisch, weil er die feindlichen Stellungen lange genug beobachtet hatte.
Wobei diese Zählweise problematisch war, weil viele der Schirme miteinander zu größeren Einheiten verschmolzen.
Captain Eritrea Kush, die Einzige, die sich außer ihm in der Zentrale der Space- Jet befand, schwieg. Sie richtete den Blick auf das Feindesland.
Tolot kannte die Stardust-Terranerin inzwischen gut genug, um zu wissen, dass sie hoch konzentriert jede Einzelheit in sich aufnahm und versuchte, die aktuelle Gesamtsituation zu analysieren. Da sie nicht über die unschätzbaren Vorteile eines Planhirns verfügte, musste sie dabei einiges mehr an Konzentration aufbringen als der Haluter.
»Es ist kaum vorstellbar«, sagte sie schließlich. »Eine solche Menge Soldaten, völlig abgeschnitten.«
Die Spitze ihres ausgestreckten Zeigefingers tauchte in das Hologramm, das alle Peilungsergebnisse in Echtzeit übertrug. Der mit leuchtendem Orange kenntlich gemachte Rand eines Schutzfeldes wanderte über ihren Nagel und das erste Gelenk. »Die Orter nehmen Shuttleflugverkehr dicht über dem Boden wahr.«
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