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Heureka (S. 2)
Im Vatikan verursachte die Nachricht von ihrem Verschwinden bei „Cern“ in der Schweiz einigen Aufruhr. Pius und Kardinal Hunziger gelobten dem angeschlagenen Papst, dass dieser Vorfall ein einmaliger Unfall gewesen sein muss, dass dergleichen nie wieder vorkommen und sie sofort eine Rettungsaktion starten würden.
Dieser Punkt war natürlich schlichtweg gelogen. Sie hatten keine Lust, ihr Leben zu riskieren. Stattdessen zogen sie es vor, in der Krypta zu zweit eine weitere „Raritätenflasche“ zu köpfen und sich doch lieber tot zu trinken, als ermordet zu werden. Sie lallten sich gerade gegenseitig an, als ein entsetzter Küchenjunge ihnen eine Stärkung aus der Küche bringen wollte. Damit waren ihre Tage in der Krypta gezählt. Basilius der V. enthob Kardinal Ronaldo Hunziger nicht seines Amtes, schickte ihn aber auf eine halbjährige Missionsreise nach Afrika.
Dies sollte als Entzugskur ausreichen, danach würde er weitersehen und eine entgültige Entscheidung über dessen Zukunft treffen. Pius, sein Sekretär, musste bleiben und die Schmach ertragen. Basilius fielen viele Aufgaben für ihn ein, weit mehr als sonst, die Schonfrist war vorbei. Wenn Pius auch sonst als Begleitung des Papstes auf Reisen ging, die er sehr genoss, so warteten nun dringliche Interne darauf, von ihm erledigt zu werden. Unter anderem teilte ihm der Heilige Vater ein neues, helles, freundliches Büro zu.
Eine schriftliche Anordnung regelte seine festen Bürozeiten: von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr am Abend. Rund um die Uhr begleitete ihn eine Leibwache des Papstes. Bis auf weiteres. Basilius rief einen selbst ausgewählten Rat ein, den er neu benennen würde. Vier Männer, zwei Frauen. Allesamt Angehörige eines Ordens, insgesamt sechs verschiedene Orden.
So verschieden die Abteien waren, denen sie entsprangen, sie hatten außer ihrem tiefen, festen Glauben eine höchst spannende Gemeinsamkeit: sie waren eingeweiht in die Kunst der Sternenbeobachtung. Astronomen. Pius und Hunziger waren abgeschrieben. Jetzt fehlte ihm nur noch dieser begabte junge Mann namens Jonathan.
Er kannte sich in allen Religionen dieser Welt aus, war ein spiritueller Mensch, hieß es, und besäße ein zweites Gesicht, das in der Lage sei, Kontakte ins Jenseits zu knüpfen. Diese explosive Mischung sollte ihm behilflich sein. Fiele einer von ihnen aus, wären noch genügend andere übrig, um weiterzumachen.
Er beschloss, diese innovative Gruppe zur Rettung menschlicher Würde und Lebens „Heureka“ zu nennen. Jonathan fühlte, dass eine Verantwortung auf ihn zukam, die ihm zum ersten Mal in seinem Leben richtig Spaß machen würde, ihn erfüllen würde. Schwester Alix, von den Augustiner Chorfrauen, Schwester Angela von den Kölner Ursulinen, Bruder Damian von den Arnsteiner Patres, Bruder Bruno von den Kartäusern, Bruder Kaspar von den Missionaren vom kostbaren Blut und Bruder Norbert von den Praemonstratensern.
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