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Botak - Insel der Atlanter

Botak - Insel der Atlanter

von: ED Freitag

Erwin Dieter Freitag, 2010

ISBN: 9783939845768, 571 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 5,70 EUR

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Botak - Insel der Atlanter


 

20. Lewis Talit (S. 196-197)

Lewis Talit, in seinem schwedischen Pass steht der Name Sten Hansson, war das jüngste Expeditionsmitglied. Er war wegen seiner Talente als Allroundmann eingeplant. Seine Veranlagungen, hohe Intelligenz, schnelle Auffassungsgabe, Flexibilität und Kaltblütigkeit waren ausschlaggebende Faktoren, die dazu führten, dass er mit achtunddreißig, ein jugendliches Alter für einen Ekroner, in das Expeditionsteam aufgenommen wurde.

Auf der Erde angekommen, lernte er schnell, sich den vorgefundenen Verhältnissen an anzupassen. Schon bald erreichte er ein hohes Ansehen, bei einigen einflussreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Schweden. Er verstand es, sie in seinem Sinne zu beeinflussen. Bei Personen der unteren Ränge schreckte er aber nicht vor Erpressung und Gewalt zurück.

„Was treibt dich in unsere einsame Landschaft?“, erkundigte sich Ramos, nachdem sie gegessen hatten.

Lewis lachte. „Ich brauche ein paar erholsame und stressfreie Tage.“ Er öffnete die Flasche Bier, die ihm Lea hingestellt hatte, und nahm einen tiefen Schluck. „Dabei dachte ich an euch und das Mitsommernachtfest.“

„Ist das Bankgeschäft in Stockholm so anstrengend.“

„Im Gegenteil. Die Manager der Skandinaviska Enskilda Bank in Stockholm habe ich unter Kontrolle. In der Bank passiert kaum etwas, was ich nicht beeinflussen kann.“

„Na, dann ist ja alles in Ordnung“, stellte Ramos sachlich fest und fragte: „An was arbeitest du zurzeit?“

„An einem größeren Geschäft.“ Lewis grinste verschmitzt. „Die SEB besitzt über dreißig Prozent Anteile an der Londoner Firma Sekondur. Die Aktien dieser Firma sind enorm gestiegen. In drei Wochen will ich sie verkaufen. Vorher werde ich noch mit einigen gezielt platzierten Gerüchten den Aktienpreis nach oben treiben. Ich schätze, dass sie einige hundert Millionen Reingewinn bringen. 10 Prozent davon fließen auf unser Konto. Die Summe wird uns schon bald zur Verfügung stehen.“

„Wenn nicht wieder einer dir durch Aktienverkäufe im großen Stil einen Strich durch die Rechnung macht.“

Lewis schüttelte mit dem Kopf: „Ich glaube nicht. Ok, zweimal ist es geschehen, und jedes Mal war es ein kleiner Anlageberater aus Hamburg, ein gewisser Andreas Finkenhauer, der mir das Geschäft verpatzte. Wie das möglich war, weiß ich immer noch nicht. Vielleicht war es wirklich nur reiner Zufall. Dennoch überprüfe ich alle möglichen Verbindungen, vor allem die, die er zu schwedischen Banken und Firmen hat. Inzwischen fand ich heraus, dass die kleine Firma Erikson &amp, Sohn in Säffle Kontakt zu dem Anlageberater hat. Erikson ist Kunde bei der SEB. Ich überprüfe ständig die Bankverbindungen. Zudem habe ich eine Detektei in Göteborg beauftragt, den gesamten Kundenkreis dieser Firma auszuspionieren.“

„Kennt dich der Detektiv?“, fragte Ramos.

„Er hat mich noch nie gesehen“, grinste Lewis. „Ich warte auf seine ersten Berichte. Er schickt sie per Email an eine Briefkastenadresse. Ich schau nachher mal nach. Vielleicht liegt schon was vor?“

„Nun ja, ich will doch hoffen, dass es dabei bleibt“, knurrte Ramos. „Aber nun lasst uns essen.“

Gleich nach dem Essen, fuhren sie mit dem Fahrstuhl nach unten. Lewis setzte sich in einen der Sessel und gab die Adresse der Briefkastenfirma ein. Es gab keine neuen Nachrichten. Er und lehnte sich enttäuscht zurück.