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Kapitel Zwei (S. 24-25)
Eins, zwei, drei, Test, Test, Test
Phobischer Betbruder
1 Teil Frangelico
1 Teil Himbeerlikör ? Teil Baileys ,
Martinishaker mit beiden Händen gut festhalten, heftig zittern und hinunterkippen.
Bevor wir uns im Sommer 2004 endgültig auf den Weg machen würden, hatten uns die Jungs von Vanture zugeredet, eine »Testtour« zu unternehmen, eine Probefahrt, um »die Kinderkrankheiten auszukurieren.« Tim und ich hatten zwar keine Ahnung, was damit gemeint war, sollten es aber leider bald herausfinden. Am Tag vor der Abreise zu unserer dreiwöchigen Minitour war Peter, der Elektrospezialist, immer noch nicht fertig.
Während der gesamten einjährigen Umbauphase des Busses hatte sich immer wieder gezeigt, dass Peter ein ernsthaftes Problem mit seiner Zeiteinteilung hatte. (Erst als wir den Bus bezogen hatten, stellten wir fest, dass er ein noch viel größeres Problem mit maßgefertigter Elektronik hatte.) Abgesehen von seinem Zeiteinteilungsproblem hatten wir uns im Lauf der Zeit auch an seine kreativen Versuche gewöhnen müssen, Verantwortung zu übernehmen. »Wissen Sie, Doreen, das hier ist genauso, wie wenn man ein Haus baut. Dem Elektriker lässt man nie genug Platz. In einem Bus ist es noch viel schlimmer, weil er so knapp ist. Ich war neulich mal da und …« Um halb sechs Uhr abends erschien Peter endlich.
Er brauchte vier Stunden, um das Internet in Gang zu bringen, ein Fernsehsignal gab es aber immer noch nicht. Um halb ein Uhr früh war ich diejenige, die vorschlug, für heute Schluss zu machen. »Drei Wochen kann ich auch ohne Fernsehen leben«, erklärte ich dem verblüfften Tim. »Peter kann sich darum kümmern, wenn wir zurück sind. »Bist du sicher? Das ist so, als würden normale Leute ohne Wasser oder Lebensmittel aufbrechen«, wandte Tim ein und machte Anstalten, mir die Hand auf die Stirn zu legen, ob ich fieberte. Der Morgen des 18. Juni 2004 dämmerte. Es versprach ein sonniger, schöner Tag zu werden. Tim und ich waren ausgeruht, als wir unser Zuhause verließen, um uns auf eine Probefahrt zu begeben.
Erster Halt: Reno, Nevada. Zumindest war es so geplant. Und so sah die Realität aus: Wir wachten spät auf, draußen goss es wie aus Eimern. Da wir in einer engen Sackgasse wohnen, bekam ich den Auftrag, Tim zu dirigieren, während er rückwärts den Hügel herunterfuhr, damit niemand auf der Straße war, wenn er mit dem Heck in die Kreuzung fuhr. Kein Problem, dachte ich. Ich bin schon unzählige Male geflogen und habe den Lotsen auf dem Flugfeld zugesehen, wie sie die Maschine mit dem Stakkato-Ballett ihrer Arme in die richtige Position bringen. Schnell fand ich heraus, warum diese Männer Turnschuhe trugen.
Der Regen hatte kurz nachgelassen, und alles lief prächtig, bis ich rückwärtsging. Ich trat ein Stück seitlich hinter unseren knapp fünfzehn Meter langen Koloss von Bus, damit Tim mich in den Spiegeln sehen konnte. Ich dirigierte ihn den Hang herunter, die Arme rechtwinklig ausgestreckt, die Unterarme parallel zueinander, und vollführte abwechselnd Seitwärts- und Abwärtsbewegungen … bis mir meine süße kleine Sandale auf der rutschigen Straße vom Fuß gerissen wurde.
Eilig machte ich das international bekannte »Halt«-Signal - wildes Schlegeln der Arme -, trat hinter den knapp zwanzig Tonnen schweren Prevost, bückte mich und rettete meine kleine Annie-Klein-Waise. In diesem Augenblick registrierte ich ein lautes Zischen, bei dem es sich, wie ich später noch erfahren sollte, um die Hydraulikbremsen handelte. Ich erfüllte meine Mission und kletterte in den Bus. Ich war einigermaßen stolz auf mich, bis Tim mich ansah, dessen Gesicht weiß wie der süße kleine Camper war, von dem ich mir schon bald wünschen sollte, wir hätten ihn anstelle unseres Ungetüms gekauft.
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