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Inner Game Golf

Inner Game Golf

von: W. Timothy Gallwey

Alles im Fluss Verlag, 2003

ISBN: 9783980916707, 281 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 19,99 EUR

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Inner Game Golf


 

Kapitel VIII (S. 155-156)

DER SCHWUNG VON INNEN HERAUS

Die körperlichen Voraussetzungen für beständiges Golf sind sehr komplex. Die Merkmale Kraft und Genauigkeit spielen bei jedem Schwung die zentrale Rolle und müssen vom Körper gesteuert werden. Die Entwicklung eines soliden Schwungs kann entmutigend und einschüchternd, aber auch relativ leicht und auf natürliche Weise vonstatten gehen. Wir haben die Wahl. Wie bereits in früheren Kapiteln dargelegt, kann man die Kontrolle Selbst 1 mitsamt seinen Ge- und Verboten überlassen; das ist der komplizierte Weg. Wenn Sie sich jedoch dem natürlichen, Ihnen bereits innewohnenden Lernprozess hingeben, dann kann eine ständige Verbesserung Ihres Schwungs eine einfache und erfreuliche Angelegenheit sein. Dieses Kapitel lädt ein zur einer Erforschung des natürlichen Lernprozesses von Selbst 2 - des Lernens aus Erfahrung. Dabei geht es um den vollen Schwung.

Wie das Putten und Chippen von innen heraus kann der Golfschwung am besten erlernt werden, indem man Gefühl entwickelt und aus dem eigenen Schwung lernt. Man richtet seine Aufmerksamkeit auf die entscheidenden Schwungfaktoren, ohne Veränderungen herbeiführen zu wollen. Veränderungen finden aufgrund verstärkter Aufmerksamkeit spontan statt; das gilt für die Qualität des Schwungs auf jedem Niveau. Technisches Wissen kann genutzt werden, um die entscheidenden Elemente zu identifizieren und Hinweise über die Richtung eventueller Veränderungen zu erlangen.

Dieses Kapitel befasst sich mit dem Golfschwung im Hinblick auf verschiedene wichtige Ergebnisse des Lernprozesses: Gleichgewicht und Stabilität; Rhythmus, Tempo und Fluss der Bewegung; Kraft und Genauigkeit. Diese Ergebnisse werden nicht in allen Einzelheiten diskutiert, sondern nur so weit, dass der Golfer die erwünschten Schwungverbesserungen einleiten kann. Prinzipiell geht es darum, ein Selbstcoaching anzuwenden, das fokussierte Aufmerksamkeit und Vertrauen als hauptsächliche Werkzeuge einsetzt. Sobald Ihnen diese Methode in Fleisch und Blut übergegangen ist, können Sie jede beliebige Quelle technischen Wissens nutzen, um jedes Element Ihres Golfschwungs jetzt und zukünftig zu verbessern: Ihren Golflehrer, ein Golflehrbuch, Lehrbeiträge oder -videos.

Der erste Schritt zu irgendeiner Verbesserung Ihres Schwungs ist eine Zunahme des Gefühls für Ihren tatsächlichen Schwung. Das ist keine komplizierte Angelegenheit. Jeder ist dazu in der Lage. Einige Leute sagen: »Ich fühle nicht, was ich falsch mache.« Oder: »Ich kann nicht mein Schlaggefühl von eben reproduzieren.« Manche behaupten sogar: »Ich fühle gar nichts.« Fangen wir mit der letzten Behauptung an. Wenn Sie meinen, Sie fühlen überhaupt nichts beim Schwingen, dann schließen Sie Ihre Augen und machen Sie einen Schwung. Sie haben einen Schwung gemacht? Woher wissen Sie das? Sie können den Schwung nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken. Und wahrscheinlich haben Sie ihn auch kaum gehört. Wenn Sie trotzdem wissen, dass Sie geschwungen haben, haben Sie es gefühlt. Genau da fangen Sie an. Fühlen Sie, was immer Sie wollen. Vielleicht eine kleine Verspannung oder ein geringes Nachgeben, ein Rucken oder einen Fluss in der Bewegung; Gleichgewicht oder Instabilität; der Schwung vermittelt unangenehme Empfindungen oder ein Gefühl der Koordination; Sie empfinden ihn als schnell oder langsam. Wichtig ist: Sie lassen diese Gefühle wirken, lassen sich nicht zu Urteilen (falsch, richtig) hinreißen. Warum? Ganz einfach: Sobald Sie ein Gefühl als falsch einschätzen, sind Sie dabei, dieses Gefühl zu verdrängen. Dabei liegt das Heil schon im Gefühl. Das entspricht dem Gesetz der Aufmerksamkeit: Aufmerksamkeit allein bewirkt bereits die Genesung.