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Stärkekarten, Glückssteine und Lebensbühnen. 22 kunsttherapeutische Einheiten in Schule, Kindergarten und Kinder- und Jugendlichentherapie
2 Glückssteine Das Glück liegt auf der Straße (ab 5 Jahre) (S. 20-21)
Die Kunstgruppe hat sich für diesen Nachmittag etwas ausgedacht: Sie wollen Steine bemalen. Auf dem Tisch liegt bereits ein gutes Dutzend. Mit Abtönfarbe werden die weichen und rauhen, die kleinen und großen Steine bemalt. Sie erhalten Punkte, Linien, Muster, manche werden mit Glimmer bestreut, andere sind einfarbig.
Zum Trocknen kommen die Steine auf die Fensterbank. Wir beobachten, wie die Farbe in die Steine einzieht. Zum Abschluss mache ich den Vorschlag, die Steine mit Firnis zu besprühen. - Wofür? - Damit sie ihre Farbe nicht verlieren? - Hilft das auch gegen Regen? - Eigentlich schon. Jetzt werden die Steine in der Umgebung verteilt. Denn die bunten Steine sind Glückssteine. Wer sie sieht und sich an ihnen freut, dem bringen sie Glück. Danke an Pia, Jessica, Lena, Anika, Dominic und David für diese Idee!
Das Glück liegt auf der Straße. Und unter Hecken, in der Erde, unter Bäumen, auf Feldern und sogar auf dem Schulhof. So war es nach der oben beschriebenen Kunststunde. Seitdem verzieren viele Steine die Umgebung meiner Projektschulen, weil hunderte solcher Steine entstanden sind. Ein bunter Glücksstein erinnert an das Glück. Er zeigt, dass das Glück überall zu finden ist und dass man manchmal etwas dafür tun muss, z. B. Steine suchen und bemalen. Es ist selten möglich, das Glück zu behalten, es vergeht, zieht an andere Orte, ist sprunghaft, nomadisch und es kommt zurück. Das Glück sucht sich seine eigenen Wege. Aber es ist immer da. Steine sind überall zu finden. Es gibt sie millionenfach und kostenlos. Wie das Glück.
1. Glückssteine gestalten
Die Steine zu suchen ist der erste Schritt in Richtung Glück. Mit Acryl-, Abtön- oder Wasserfarbe können die Steine bemalt werden. Es ist ganz gleich, wie sie aussehen, es geht hauptsächlich um die aktive Beschäftigung mit dem Glück. Es können viele kleine Steine bemalt und in der Umgebung verteilt werden. Ein besonderer Stein kann gestaltet und mit nach Hause genommen oder verschenkt werden. Auch größere Steine oder sogar Findlinge bieten sich an, dem Glück ein gestaltetes Denkmal zu setzen. Sobald die Farbe getrocknet ist, kann der Stein mit Firnis besprüht oder mit Klarlack bestrichen werden. Das macht in wetterbeständiger.
2. Glückssteine verteilen
Joseph Beuys begann im Jahr 1982 mit der Pflanzung von 7000 Eichen in Kassel. Neben jede Eiche ließ er einen Basaltblock stellen. Gedacht war diese Kunstaktion als ein Beitrag zum Umweltbewusstsein, von dem die Stadt Kassel noch heute profitiert. Warum nicht auch Steine für das Glück!? Steine können überall hingelegt werden. Im Sinne von Beuys wären diese Steine ein Beitrag zur „Sozialen Plastik“, die in Kurzform besagt, dass jeder Mensch durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen kann und dadurch plastisierend auf die Gesellschaft einwirkt. Für Kinder heißt das übersetzt: Du kannst mit deinen Steinen dir und den anderen deutlich machen, das es im Leben Glück gibt.
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