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4 Ereignisse erzeugen und verarbeiten (S. 75-76)
4.1 Konzept
An den Objekttypen ist definiert, welche Ereignisse im Zusammenhang mit einem Objekttyp publiziert werden können. Es ist wichtig, dass die definierten Ereignisse immer nur für konkrete Objektinstanzen ausgelöst werden können. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass sie auch von diesen Objektinstanzen ausgelöst werden. Die Ereigniserzeugung ist vielmehr auf unterschiedliche Art möglich. Die Ereignisse können explizit in Programmen ausgelöst werden. Dazu ist einfach ein Funktionsbaustein aufzurufen. Oft werden die Ereignisse direkt oder indirekt mit Datenbankänderungen der Objekttabellen verknüpft. Typische Zuordnungen sind hier INSERT – CREATED, UPDATE – CHANGED und DELETE – DELETED. Da das System R/3 für wichtige betriebswirtschaftliche Daten Änderungsbelege verwalten kann, bietet es sich an, Ereignisse zur Anzeige von Objektänderungen (CHANGED) unmittelbar an diese Belege zu koppeln. Dieses Vorgehen ist eine sehr elegante Methode, um ohne Programmieraufwand Ereignisse auszulösen. Ähnliche Verfahren werden im Zusammenhang mit der allgemeinen Statusverwaltung und der Nachrichtensteuerung angeboten.
Für die Ereigniserzeugung gilt das Publish-Subscribe-Prinzip: Ein Erzeuger publiziert ein Ereignis; ein Verbraucher wird davon informiert, wenn er sich vorher als solcher eingetragen (subscribe) hat.
Die Vermittlung zwischen Ereigniserzeuger und Ereignisverbraucher übernimmt der Ereignismanager. Dieser arbeitet nach dem Event- Condition-Action-Paradigma. Ein erzeugtes Ereignis (Event) wird zunächst auf bestimmte Bedingungen (Condition) hin überprüft, bevor es an einen Verbraucher weitergeleitet wird (Action).
Die Ereignissteuerung stellt – im Zusammenhang mit den Objekttypen – ein mächtiges Instrument zur Entwicklung komplexer Anwendungssysteme auch über Rechnergrenzen hinweg dar. Hier werden ins besondere die Möglichkeiten der Ereigniskopplung und der Ereignisverarbeitung inklusive der entsprechenden Funktionsbausteine beschrieben.
4.2 Ereignis-Verbraucher-Kopplungen
Es macht nur dann Sinn, Ereignisse zu erzeugen, wenn sich tatsächlich jemand für die damit verbundene Information interessiert. Es müssen Ereignisverbraucher in die dafür vorgesehenen Tabellen eingetragen und aktiviert werden. Wenn für Ereignisse keine Verbraucher eingetragen sind, so »verpuffen« sie ohne Reaktion. Sie werden prinzipiell nicht gespeichert, bis sich etwa ein Verbraucher meldet. (Auch ein eingeschaltetes Ereignis-Log wirkt nicht in diesem Sinne.) Verbraucher von Ereignissen sind Funktionsbausteine mit fest vorgegebenem Interface – sie werden weiter unten besprochen.
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