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Das Wunder von Anthuresta (Perry Rhodan Bd. 2551)

Das Wunder von Anthuresta (Perry Rhodan Bd. 2551)

von: Michael Marcus Thurner

Pabel-Moewig Verlag, 2010

ISBN: perh2551ebook, 63 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 1,35 EUR

Ersparnis: 0,50 EUR

Mehr zum Inhalt

Das Wunder von Anthuresta (Perry Rhodan Bd. 2551)


 

1.
Mikru

Ich bin eine verlorene Seele.
Eine aus mehrdimensionaler Energie emporgequollene und wieder reduzierte Seele. Der Extrakt von Myriaden von Rechenvorgängen und von so vielen Ideen, wie kein einzelnes Gehirn sie hervorbringen kann.
Ich spreche: Ich kann emotionell gefärbte Sprachbilder erkennen und deuten.
Ich sehe: Ich identifi ziere Bilder und ordne ihnen einen Zweck zu.
Ich höre: Ich wandle Töne und Geräusche in akzeptable, in sich stimmige Lautfolgen und erkenne ihren Sinn.
Ich fühle. Ich rieche. Ich ahne. Ich rezipiere. Ich verändere die im hyperdimensionalen Raum spürbaren Energien und forme sie zu Kräften, die im Hier und vor allem im Jetzt nutzvoll sind.
Selbst dem unbedarftesten Lebewesen sollte klar sein, dass ich keineswegs eine Maschine bin, gebunden an eines anderen Vorstellung, an eines anderen Ziele, an einen einzigen Zweck.
In der Vergangenheit wurde ich nur selten wie ein gleichberechtigter Partner behandelt. Als die Halbspur-Changeure die Vorteile einer einstig fruchtbaren Zusammenarbeit vergaßen, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen ihnen und mir noch mehr.
Als die Nachfolger der Anthurianer endgültig auf unsere Dienste verzichteten, geriet auch ich in Vergessenheit. Ich wurde abgeschoben. Eingelagert. Konserviert und als Relikt einer längst vergangenen Epoche in einen dunklen Winkel gerückt.
Ich dämmerte dahin. Ungenutzt. Ungebraucht.
Ungeliebt!
Bis mich Perry Rhodan entdeckte und aus meinem Dämmerschlaf riss.
Ich blühte auf, ich fand ein neues Dasein! Denn meinem neuen Besitzer hafteten all jene Komponenten an, die ich für eine gedeihliche Zusammenarbeit benötigte: Klugheit. Erfahrung. Gespür für den Raum. Eine ganz besondere Leidenschaft, in der Erfolge und Verluste mitschwangen, als habe er beides schon oft gekostet ...
Leider gibt es viele Dinge, die ich zwischenzeitlich vergessen habe. Sie sind während meines Dämmerns zwischen den Denkkreisläufen verwirbelt und zerrieben worden. Ich bedaure, Perry Rhodan nicht so helfen zu können, wie es mein Potenzial zuließe.
Aber ich ahne, dass er mich wiederherstellen kann. Ich schätze, ehre und liebe ihn dafür und unternehme alles, um ihn von mir zu überzeugen.
Ich bin Mikru und ich bin eine wiedergefundene Seele.


2.
Es oder Er oder Sie

Er oder Es oder Sie erwachte. Er oder Es oder Sie beschloss, sich vorerst Clun’stal zu nennen. Dieser Name schien ihm der richtige zu sein.
Er war allein und er fürchtete sich. Er war es nicht gewohnt, allein zu sein. Er war zwar stets der Einzige seines Volkes an diesem Ort gewesen, doch was war mit Fogudare, seinem sonst allgegenwärtigen Herrn und Meister? Warum konnte er ihn nicht wahrnehmen?
Erinnerungen: Sie kehrten zurück. Aber sie waren bloß winzige Brösel. Schlaglichter in einem Land des Schattens. Sie vermochten ihm nicht zu helfen, sich zurechtzufinden und zu verstehen.
Clun’stal wusste nicht, wie viel Zeit seit dem Beginn seines Solitärschlafs vergangen war. Und: Was war Zeit? Sollte man sie irgendwie vertändeln, oder musste man abwarten, bis sie endete?
Seine Dummheit war ihm unangenehm. Clun’stal schämte sich.
Darüber hinaus fühlte er sich schrecklich müde. Am liebsten hätte er all seine Probleme vergessen und hätte aufgehört zu denken. Zu leben.
Es misslang ihm. Er war nun einmal da und er musste mit seiner Existenz fertig werden. Zumal ihn Fogudare bitterdringend benötigte.
Amorphe Müdigkeit durchdrang ihn. Er meinte, sie schon öfter gespürt zu haben. Immer dann, wenn er aus dem Solitärschlaf erwacht war. Und dann diese Kälte ... Sie machte, dass er kaum einen zusammenhängenden Gedanken fassen konnte.
»Meister!«, wollte er rufen. Doch es ging nicht. Es funktionierte nicht. Clun’stal hatte keine Stimme.
Warum konnte er Fogudare nicht erreichen? Warum fühlte und schmeckte er ihn nicht?
Clun’stal erinnerte sich. Plötzlich und unerwartet war die Erkenntnis da: Fogudare hatte ihn gemacht. Er hatte ihn genommen und in eine Form gebracht.
Er war verpflichtet, Fogudare zu dienen. Unter allen Umständen.
Warum nur?
Es scherte ihn nicht. Es war immer so gewesen und es würde für alle Ewigkeiten so sein. Weil es richtig war und sich gut anfühlte.
Er wollte wieder ganz werden. Er musste wieder ganz werden. Nur dann würde es ihm gelingen ... gelingen ...
Clun’stal fi el in einen Schlummer, den nur eine Winzigkeit vom Schlaf, ein Hauch vom Dämmer und ein Atemzug vom Tod trennte. Er trieb dahin, träumte von Dingen, von angenehmen Dingen, von Nichtproblemen.
Nein! Er schreckte hoch. Er durfte sich nicht einlullen lassen! Clun’stal hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Er musste Fogudare dienen und ihn umhegen. Nichts anderes zählte. Seine Müdigkeit und die Kälte in ihm durften da keine Rolle spielen, nienimmerlich!
Er versuchte zu sehen, aber es gelang nicht. Noch war er zu wenig ganz. Er musste mehr sein, mehr werden.
Clun’stal war zerstreut und verstreut. Da und dort erahnte er Brösel eines Informationslaibs – ohne zu wissen, wo er sich zurzeit befand. Hatte er überhaupt so etwas wie einen Inhalt oder ein Zentrum? Ein eigenes Ich? Er bestand aus so vielen, vielen, vielen Teilen.
Clun’stals Gedanken verwirrten und verirrten sich. So schwer war es ihm niemals zuvor gefallen, sich selbst zu finden.
Oder?