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Politische Dramaturgien im geteilten Berlin. Soziale Imaginationen bei Erwin Piscator und Heiner Müller um 1960

Politische Dramaturgien im geteilten Berlin. Soziale Imaginationen bei Erwin Piscator und Heiner Müller um 1960

von: Heiner Teroerde

Vandenhoeck & Ruprecht, 2009

ISBN: 9783862340712, 350 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 37,40 EUR

Ersparnis: 9,50 EUR

Mehr zum Inhalt

Politische Dramaturgien im geteilten Berlin. Soziale Imaginationen bei Erwin Piscator und Heiner Müller um 1960


 

In ihren Anfängen definierte sich die Bundesrepublik wie die DDR dadurch neu, dass sie sich gegen den gemeinsamen Vorgängerstaat, das »Dritte Reich«, abgrenzte. Das entsprach aber kaum der jeweiligen sozialen Wirklichkeit. In der DDR themattisierte Heiner Müller das Fortleben der Vergangenheit. Er entlarvte den behaupteten demokratischen Neubeginn als Wunschvorstellung und übte so subtil wie vernichtend Kritik am staatlichen Opportunismus, der ursprüngliche Ideale in ihr Gegenteil verkehrte. Bisher ist dies kaum voll erkannt worden – aufgrund von ursprünglich politisch motivierten, dann literaturwissenschaftlich festgeschriebenen Etikettierungen, die hier relativiert werden sollen. In der Bundesrepublik machte Erwin Piscator mit seinen Inszenierungen von Stücken Hochhuths, Weiss’ und Kipphardts auf das Fortleben sozialer Strukturen aus dem Nationalsozialismus aufmerksam. Die Einordnung der Stücke in den historischen Kontext von DDR und BRD fördert überraschende Parallelen zutage. Es zeigt sich, dass die ähnlichen Reaktionen aus der Politik in Ost und West durch den gleichen Mechanismus ausgelöst wurden, nämlich durch den Verweis auf die Selbsttäuschungen der jungen Staaten, die den Anspruch erhoben, auf Anhieb andere soziale Gemeinschaften geschaffen zu haben.