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3. Die besondere seelsorgliche Kompetenz der Pastoralreferentinnen und -referenten (S. 68-69)
Zwei Vorbemerkungen: Erstens: Persönlich habe ich einen guten Bezug zu dieser Berufsgruppe, da ich einige Jahre geistlicher Mentor der in Sankt Georgen studierenden Bewerber und Bewerberinnen für diesen Beruf war. Seitdem begleite ich einige von ihnen auch weiterhin und kenne darum ein wenig die Situation dieser Berufsgruppe. Zweitens: Das Grunddilemma: Gerade diese Berufsgruppe hat es schwer, ein dauerhaftes, besonderes Profil zu entwickeln, solange die Zahl der Priester noch weiter zurückgeht und sie (gewollt oder ungewollt) Aufgaben übernehmen muss, die traditionell den Priestern zukommen: Leitungsaufgaben, Predigt- und Verkündigungsdienst (mit Ausnahme der Eucharistie), Seelsorge und geistliche Begleitung von Menschen in bestimmten Lebenssituationen einschließlich der Hinführung und Vorbereitung auf den Sakramentenempfang (also ihre Tätigkeit in der Krankenhaus-, in der Schul-, Jugend-, Gefängnisseelsorge usw.). Die verschiedenen pastoralen Dienste lassen sich eigentlich nur dann gut voneinander unterscheiden und im positiven Sinn gegenseitig profilieren, wenn es genügend Vertreter der jeweiligen Berufsgruppe gibt.
Diese ideale Situation einmal hoffnungsvoll antizipierend, sehe ich tendenziell zwei Spezifika dieser Berufsgruppe, die gerade in größeren Seelsorgeeinheiten noch besser als bisher zur Geltung kommen könnten.
Die lebenshermeneutische Kompetenz
Wenn bei den geweihten Priestern (von der Tradition und verstärkt von der gegenwärtigen Situation her) vor allem die sakramentale Kompetenz gesucht wird (»Mittler des Segens Gottes« im Rahmen verschiedener liturgischer Segens- und Zeichenhandlungen – von den Sakramenten bis hin zu einfachen Segensgesten), so lässt sich bei den Pastoralreferenten und -referentinnen beobachten, dass ihnen besonders eine lebenshermeneutische Kompetenz zugetraut wird. Das heißt: Menschen trauen ihnen (besonders den Verheirateten und den Frauen) die Kompetenz zu, konkrete Lebenssituationen (v. a. Beziehungskonflikte, die heute oft zu tiefen Sinnkrisen führen) hilfreich aus dem Glauben heraus zu deuten, so dass diese Situationen von den Betroffenen selbst auch besser im Glauben angenommen und bestanden werden können. Dieses Zutrauen richtet sich in vergleichbarer Weise natürlich auch auf Gemeindereferentinnen und -referenten. Warum gerade auf diese Berufsgruppen, oft sogar mehr als auf Priester?
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