Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
Modul 1 – Mit Wörtern SPIEL-en? (S. 11-12)
Normalerweise verwenden wir Wörter in Sätzen, ja in der Schule wurden wir sogar besonders darauf hingewiesen, wie unhöflich es sei, dem Gesprächspartner einen Sprach-Brocken „hinzuwerfen". Wir sollten immer in ganzen Sätzen antworten, erinnern Sie sich? Tatsache ist, daß wir eine Menge mehr über das WESEN-tliche von Aussagen gelernt hätten, wenn man uns damals gestattet hätte, per „Brocken" zu kommunizieren. Übrigens sprechen Japaner immer nur das aus, was zum Verständnis nötig ist. Sie können also durchaus „Sätze" bilden, denen ein Substantiv oder ein Verb fehlt. Während wir „lügen" müssen, wenn wir sagen „der Baum spendet Schatten" (weil wir in den indo- europäischen Sprachen immer einen „Täter" benötigen, so daß wir den Baum als Handelnden beschreiben), kann der Japaner einfach sagen „des Baumes Schatten", ohne Verb. Er könnte auf die Frage, wer den Reiswein getrunken habe, ebenfalls nur den Namen sagen (Kimura-san) oder er fügt hinzu „hat-es-getan", ohne zu spezifizieren, was dieses „es" ist, denn das weiß der Fragesteller ja, sonst hätte er nicht gefragt. Zumindest steht diese Überlegung hinter der teilweise sehr Brocken-artigen Art, sich auszudrücken. Aber diese Weise, Sprache einzusetzen, fordert und fördert den Geist weit mehr als unsere:
Sie fordert die volle Konzentration auf den Gesprächspartner, und sie fördert gute Gedächtnisleistungen sowie ein weit höheres Verständnis für das WESEN-tliche, weil eine Menge der Wörter wegfallen, die wir einsetzen müssen, wenn wir brav „ganze Sätze" bilden.
Oft bilden wir sogar dermaßen schöne, glatte Sätze, daß wir gar nicht merken, daß sie gar nichts WESEN-tliches mehr enthalten, weil sie SINNleer (SINN-los oder un-SINN-ig) sind. Wir kennen diese „heiße Luft" von Politikern und anderen Leuten, die minutenlang den Eindruck erwekken können, sie hätten etwas gesagt. Wären sie gezwungen, im Stile der folgenden Ein-Wort-Kommunikation zu sprechen, hätten sie oft kein einziges Schlüsselwort anzubieten, weil ja kein konkreter Gedanken dahintersteht.
Übung: Ein Wort nur
In meinem Buch Kommunikationstraining schildere ich eine Übung, bei der man bewußt versucht, nur jeweils ein Wort zu sagen. Man darf auf mehr Worte ausweichen, wenn es unumgänglich ist (z.B. Wie spät? Wie teuer? Heute Abend), wenn der Partner andeutet, daß er das eine Wort nicht verstand (z.B. Zeit, Uhr oder Abend). Das folgende Beispiel zeigt dies:
Er: Also, morgen kommt deine Mutter mal wieder, ja?
Sie: Das sagte ich ja bereits!
Er: Ich hoffe, sie bleibt diesmal nicht so lange.
Sie: Das mußt du schon ihr überlassen!
Wenn jeder Partner versuchen würde, dieselbe Unterhaltung in der Ein-Wort-Methode wiederzugeben, d.h. jeden Satz in einem Wort auszudrücken, so würden wir feststellen, daß sich sein zweiter Satz („Ich hoffe, sie bleibt diesmal nicht so lange.") gar nicht auf ein im Satz enthaltenes Wort reduzieren läßt. Warum? Weil er genaugenommen gar keine Hoffnung ausdrückt, sondern eine Befürchtung!
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion





















