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Das Lied von Eis und Feuer 04 - Die Saat des goldenen Löwen

von: George R.R. Martin, Marie-Luise Bezzenberger

Blanvalet, 2010

ISBN: 9783641047177 , 672 Seiten

Format: ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 14,99 EUR

Exemplaranzahl:


  • Das Lied von Eis und Feuer 03 - Der Thron der Sieben Königreiche
    Das Lied von Eis und Feuer 06 - Die Königin der Drachen
    Blutkind - Die Rachel-Morgan-Serie 7 - Roman
    Die Schattenkämpferin - Der Fluch der Assassinen - Roman
    Das Schwert der Wahrheit 1 - Das erste Gesetz der Magie
    Die Schattenkämpferin - Das Erbe der Drachen
    Eragon - Die Weisheit des Feuers
    Verblendung - Roman
  • Vergebung - Roman
    Verdammnis - Roman
    Das Schwert der Wahrheit 3 - Die Günstlinge der Unterwelt
    Das Schwert der Wahrheit 2 - Die Schwestern des Lichts
    Die Säulen der Erde - Roman
    Das Lied von Eis und Feuer 05 - Sturm der Schwerter

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Das Lied von Eis und Feuer 04 - Die Saat des goldenen Löwen


 

THEON (S. 348-349)

Der Himmel hing voll düsterer Wolken, die Wälder lagen tot und gefroren da. Wurzeln griffen nach Theons Füßen, während er rannte, kahle Zweige schlugen ihm ins Gesicht und hinterließen dünne Blutstreifen auf seinen Wangen. Atemlos stürzte er durch die Sträucher, und Eiszapfen brachen von Ästen. Gnade, schluchzte er. Hinter sich hörte er ein schauderhaftes Heulen, das ihm das Blut gerinnen ließ. Gnade, Gnade. Als er über die Schultern blickte, sah er sie kommen, riesige Wölfe, so groß wie Pferde, mit den Köpfen kleiner Kinder.

Oh, Gnade, Gnade. Blut, schwarz wie Pech, tropfte aus ihren Schnauzen und brannte Löcher in den Schnee, wo es hinfiel. Mit jedem Schritt kamen sie näher. Theon versuchte schneller zu rennen, doch seine Beine gehorchten ihm nicht. Alle Bäume hatten Gesichter, und sie lachten ihn aus, lachten, und dann war da wieder das Heulen. Er konnte den heißen Atem der Tiere hinter sich riechen, den Gestank nach Schwefel und Fäulnis. Sie sind tot, tot, ich habe mit angesehen, wie sie umgebracht wurden, wollte er schreien, ich habe gesehen, wie man ihre Köpfe in Teer getaucht hat, doch als er den Mund öffnete, brachte er nur ein Stöhnen hervor, dann berührte ihn etwas, und er fuhr herum und brüllte... - und griff nach dem Dolch, den er neben seinem Bett aufbewahrte, stieß ihn jedoch lediglich zu Boden.

Wex sprang zurück. Stinker stand hinter dem Stummen, sein Gesicht wurde von der Kerze erhellt, die er in der Hand hielt. »Was?«, rief Theon. Gnade. »Was willst du? Warum bist du in meinem Schlafzimmer? Warum?« »Mein Lord Prinz«, sagte Stinker, »Eure Schwester ist nach Winterfell gekommen. Ihr habt angeordnet, dass man es Euch unverzüglich mitteilt, wenn sie eintrifft.« »Das wurde auch Zeit«, murmelte Theon und strich sich mit den Fingern durchs Haar.

Er hatte schon angefangen zu fürchten, Arya wolle ihn seinem Schicksal überlassen. Gnade. Er blickte aus dem Fenster, wo das erste schwache Licht der Dämmerung die Türme von Winterfell berührte. »Wo ist sie?« »Lorren hat sie und ihre Männer zum Frühstück in die Große Halle geführt. Werdet Ihr sie jetzt begrüßen?« »Ja.« Theon warf die Decke zurück. Das Feuer war herabgebrannt. »Wex, heißes Wasser.« Er konnte Asha nicht so zerzaust und durchgeschwitzt gegenübertreten. Wölfe mit Kindergesichtern... Er schauderte. »Schließt die Fensterläden.« Im Zimmer war es so kalt wie in dem Wald aus seinem Traum.

In letzter Zeit waren alle seine Träume kalt, und einer scheußlicher als der andere. Gestern Nacht war er wieder in der Mühle gewesen, hatte auf den Knien gelegen und die Toten angezogen. Ihre Glieder wurden bereits steif, sie schienen Widerstand zu leisten, während er mit halberfrorenen Fingern an ihnen herumfummelte, Hosen hochzog und Bänder verschnürte, pelzbesetzte Stiefel über die unbeweglichen Füße stülpte, einen nietenbesetzten Ledergürtel um eine Taille schnallte, die er mit den Händen hätte umfassen können. »Das habe ich nie gewollt«, erklärte er ihnen. »Aber sie haben mir keine Wahl gelassen.«

Die Leichen gaben keine Antwort, wurden nur kälter und schwerer. In der Nacht davor war es die Müllersfrau gewesen. Theon hatte ihren Namen vergessen, erinnerte sich jedoch noch an ihren Körper, die großen, weichen Brüste und die Schwangerschaftsstreifen auf ihrem Bauch, daran, wie sie seinen Rücken zerkratzt hatte, während er sie nahm. Letzte Nacht war er im Traum abermals zu ihr ins Bett gestiegen, doch diesmal hatte sie oben und unten Zähne gehabt, und sie riss ihm die Kehle heraus, während sie seine Männlichkeit abbiss. Der reinste Wahnsinn.