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Einführung in XML

von: Erik T. Ray

O'Reilly Verlag, 2004

ISBN: 9783897216891, 444 Seiten

2. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 32,30 EUR

Ersparnis: 5,70 EUR

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Einführung in XML


 

KAPITEL 10

Programmierung

XML wurde entwickelt, um die Differenz zwischen Menschen und Computern zu überbrücken, indem es Daten für beide leicht greifbar macht. Wenn Sie keine vorhandene Anwendung finden, die Ihre XML-Anforderungen erfüllt, ist es vielleicht eine gute Wahl, Ihre eigene zu schreiben. XML bietet Programmierern große Möglichkeiten. Es ist gut dazu geeignet, von Software gelesen, geschrieben und verändert zu werden. Seine Syntax ist gradlinig und leicht zu parsen. Es besitzt Wohlgeformheitsregeln, die das Ausmaß an Fehlerüberprüfung und Ausnahmebehandlung auf Software-Seite verringern. Es ist gut dokumentiert, und Entwicklern stehen viele Tools und Code-Bibliotheken in so gut wie jeder Programmiersprache zur Verfügung.

Und als offener Standard, der gleichermaßen von Finanzinstituten und Open Source-Hackern akzeptiert wird, und mit der Unterstützung in beinahe allen beliebten Programmiersprachen hat es gute Aussichten, zu einer Lingua Franca der Computer- Kommunikation zu werden. Wir beginnen das Kapitel, indem wir uns einige aus Entwickler-Perspektive aufkommende Fragen der Arbeit mit XML ansehen werden. Von da aus gehen wir zu den üblichen Programmierstrategien und Anwendungsmethoden über. Es werden die zwei Hauptmethoden beschrieben: Ereignisströme (Streams) und Objektbäume. Und zu guter Letzt werden wir uns den beiden herrschenden Standards der XML-Programmierung zuwenden: SAX und DOM. Ich werde Java und Perl-Beispiele einschließen, meine liebsten Entwicklungsumgebungen, die beide ausgezeichnete Unterstützung für die XML-Verarbeitung bieten.

Grenzen

Wie jede gute Technologie versucht XML nicht, die Lösung für alle Probleme zu sein. Es gibt einige Dinge, die es einfach nicht gut kann, und es wäre dumm, würde man versuchen, es dazu zu zwingen. Die erste Anforderung von XML ist, dass es universell zugreifbar ist. Das ist ein kleinster gemeinsamer Nenner für Anwendungen. Das verhindert viele Optimierungen, die in manchen Situationen notwendig sind.

Lassen Sie uns einen Blick auf einige dieser Grenzen werfen:

• XML ist nicht auf Zugriffsgeschwindigkeit optimiert. XML-Dokumente sollen vollständig geladen und dann als Datenquelle verwendet werden. Der Parser muss jedes Mal, wenn er im Markup einen Lesevorgang durchführt, eine Syntaxprüfung vornehmen. Im Unterschied dazu sind moderne Datenbank-Systeme auf schnelle Datensuche und -aktualisierung optimiert.

• XML ist nicht kompakt. Es gibt kein offizielles Schema für die Kompression von XML. XML-Parser erwarten unkomprimierten Text. Sie müssen entweder mit großen Textdateien klarkommen oder einen komplexen Mechanismus für die unmittelbare Kompression und Dekompression aufbauen. Das aber erhöht den Verarbeitungaufwand zusätzlich. Die meisten proprietären Anwendungen wie Microsoft Word und Adobe FrameMaker speichern die Daten standardmäßig in einem binären Format, das Speicherplatz spart und eventuell Dateiübertragungen beschleunigt. (HTTP bietet eine Kompression für die Übertragung, die hilft, diese Kosten zu verringern.)

• Viele Arten von Daten sind nicht dafür geeignet, in Markup eingebettet zu werden. XML ist am praktischsten bei Textdaten mit hierarchischen Strukturen. Es bietet nicht viel für binäre Daten. Rastergrafik-Bilder beispielsweise sind lange Ströme binärer Daten, die für alle unlesbar sind, bis sie durch ein Programm hindurchgegangen sind, das sie anzeigen kann. Diese binären Daten können gefährliche Zeichen enthalten, die maskiert werden müssten. Binäre Daten sind in Hinblick auf Größe und Ladegeschwindigkeit optimiert, zwei Qualitäten, die durch XML behindert würden.

• XML kann zu große Erwartungen wecken. Oft verkaufen Software-Hersteller XMLUnterstützung als das tolle neue Feature ihres Produkts, nur um die Anwender dann mit einer ärmlichen Implementierung zu enttäuschen. Zum Beispiel waren frühe Versionen der XML-Exportfähigkeit von Adobes FrameMaker beinahe unbrauchbar, da ein großer Teil der Daten schlecht strukturiert war, Informationen fehlten, Abbildungsnamen geändert wurden und so weiter. Statt es als die silberne Kugel anzusehen, sollten Entwickler XML als ein Framework betrachten, in dem ein intelligentes, auf die Qualität der Markup-Strukturen fokussiertes Design wunderbare Ergebnisse erzielen kann.

Streams und Ereignisse

Beim Stream-Ansatz wird der XML-Inhalt als eine Art Pipeline behandelt. Während er vorüberströmt, haben Sie einmal die Möglichkeit, damit zu arbeiten. Sie können weder nach vorn noch nach hinten blicken. Das ist schnell und effizient und erlaubt Ihnen, mit gewaltigen Dateien in kurzer Zeit zu arbeiten, ist aber von einem einfachen Markup abhängig, das der Verarbeitungsabfolge gut entspricht.