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Alexis de Tocqueville

Alexis de Tocqueville

von: Karlfriedrich Herb, Oliver Hidalgo

Campus Verlag, 2005

ISBN: 9783593401256, 176 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 10,99 EUR

Ersparnis: 1,91 EUR

  • René Descartes - Eine Einführung
    Analyse der Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik
    Platon
    Internationale Finanzmarktkrisen: Ursachen, Ablauf, Prävention
    Karl R. Popper
    Smart Shopping - Eine theoretische und empirische Analyse des preis-leistungsorientierten Einkaufsverhaltens von Konsumenten
    Thomas Hobbes
    Narren des Zufalls
  • Kommunitarismus
    Medien und Ethik. Zur Organisation medienethischer Entscheidungsprozesse
    Philosophie der Zahlen
    Martin Heidegger
    Nietzsche. Eine philosophische Einführung.
    Demokratie, Bildung und Markt
    Immanuel Kant - Vernunft und Leben
    Kritik als Utopie der Selbstregierung
 

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Alexis de Tocqueville


 

2 Gleichheit und Freiheit (S. 32-33)

In der égalité des conditions erkennt Tocqueville das Prinzip der modernen Demokratie. Die Freiheit stellt indes kein charakteristisches Merkmal der neuen Gesellschaftsordnung dar. Als Vorrecht der adligen Minorität präsentierte sie sich bereits zur Zeit der Aristokratie. Doch scheint nicht nur Freiheit ohne Gleichheit, sondern auch Gleichheit ohne Freiheit möglich. Tocquevilles Demokratietheorie bemüht sich deshalb, eine Balance zwischen beiden Idealen zu finden.

Die Gleichheit der Bedingungen ist die Determinante im Werk Alexis de Tocquevilles. Was auch immer er an theoretischen und politischen Zielen formuliert, die Gleichheit bildet den Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Zum Leidwesen seiner Leser findet sich freilich an keiner Stelle eine präzise Definition dessen, was Tocqueville unter der ´egalit´e des conditions versteht. Evident ist immerhin, dass sich die Gleichheit gegen erbliche Privilegien, Ständehierarchien und feudale Sozialbeziehungen richtet. In der modernen Gesellschaft werden allen Individuen faire Ausgangsbedingungen und gleiche wirtschaftliche Chancen eingeräumt. Diese »vernünftige« Vorstellung der Gleichheit (OC VIII, 1, 56) richtet sich allerdings nicht gegen jede Art von Unterschieden. Aus gleichen Chancen resultieren keineswegs die gleichen Erfolge. Die ´egalit´e des conditions forciert zwar die Tendenz zu Gleichrangigkeit und uniformierten Lebensgewohnheiten. Sie stößt jedoch auf immanente Grenzen. »Die absoluteGleichheit ist eine Chimäre« (OC III, 2, 742), hält eineNotiz von Anfang 1848 fest. Gemeint ist die Forderung der Sozialisten, durch die Abschaffung des Privateigentums das Ziel einer klassenlosen Gesellschaft zu realisieren. Eine solche Form derNivellierung wäre für Tocqueville nur mit brachialer Gewalt durchzusetzen.

Sein Begriff der égalité des conditions lässt deshalb die Verschiedenheit der Menschen in ihren Fähigkeiten und Charaktereigenschaften unangetastet. Als liberaler Anhänger des Wettbewerbs will er vielmehr gewährleistet wissen, dass sich signifikante Unterschiede im Leistungsvermögen in der Größe des Besitzes und der sozialen Position manifestieren. Nach Tocqueville verhindert die Gleichheit also nicht, dass die demokratische Gesellschaft in Klassen aufgeteilt ist. Sie diskreditiert lediglich die natürliche Hierarchie der Geburt und ersetzt sie durch eine Rangordnung, die auf freiwilliger Übereinkunft basiert. Der Kontrakt zwischen Herren und Dienern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern legt dabei Umfang und Dauer des hierarchischen Arrangements fest: »Von Natur ist keiner dem anderen untergeordnet, und sie werden es nur vorübergehend durch die Wirkung des Vertrages. Innerhalb der Grenzen dieses Vertrages ist der eine der Diener, der andere der Herr; außerhalb davon sind sie zwei Bürger, zwei Menschen.« (DA II, 269)