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1. (S. 4-5)
Schnell, gib mir einen Seelenfaden, eine Gedankenschnur ... Ich muss alles zusammenhalten. Ich darf mich nicht verlieren! Niemand antwortete ihm; er war allein mit seiner Angst. Perry Rhodans drängende Gedanken, in denen die Furcht um die anderen jene um sich selbst übertraf und die so typisch für ihn waren, sollten helfen, die Angst zu besiegen, wenn sie schon keine Lösung herbeibeschwören konnten.
Aber es war sinnlos. Sein Geist zersplitterte. Gedanken teilten sich, Sätze zerfi elen in Halbsätze, die zu Einzelwörtern zerbröselten ... und schlimmer als das, gingen ihm die Zusammenhänge ver-loren. Immer schneller, bis er zum willfährigen Mentalpiloten von MIKRU-JON geworden sein würde.
MIKRU-JON. Das Schiff, das wie ein treuer Verbündeter, ja, beinahe wie ein Freund gewirkt und dessen Angebot er vertraut hatte. Pilot des obeliskartigen, fremdartigen Schiffes zu werden. Zu Risiken und Nebenwirkungen ...
Mit zusammengepressten Lippen lag er in einem Tank voller Flüssigkeit, die ihn wie eine zweite Haut umschloss und ihn problemlos atmen ließ. Sobald er jedoch den Mund öffnete, geriet ihm die Flüssigkeit in den Hals und löste einen Erstickungsanfall aus. Dieser elende Tank ...
Nicht verlieren ...
Einen Faden ...
Eine Schnur ...
Er rang mit den Gedanken, die sich in Windeseile in immer kleinere Fetzen zerlegten.
Raus! Zu viel! Ist es ... nicht wert!
Körperliche und seelische Qualen erleiden, um Pilot von MIKRU-JON zu werden – war das kein zu hoher Preis?
Konnte er wirklich zu einem echten Piloten des Obelisken werden wie viele andere Lebewesen in ferner Vergangenheit, bevor die Halbspur-Changeure das Gebilde ins Museum gesteckt hatten? Oder hatte MIKRU-JON ihn getäuscht und in eine Falle gelockt?
Museum – Gefängnis – Tank!
Es war ein enger Raum um ihn herum, in etwa so groß wie die Kommandokapsel der Rakete, mit der er damals zum Mond gefl ogen war. »Risikopilot« hatte man ihn damals genannt und damit den besonders gefährlichen Job des Raumflug-Testpiloten umschrieben.
Damals hätte er etwas so Schlimmes wie dieses Erlebnis kaum für möglich gehalten. Gleichzeitig drangen bruchstückhaft Erinnerungen in sein Bewusstsein von anderen, mindestens ähnlich einschneidenden Erlebnissen. Warst ... ein Teil von ... BARDIOC ... Körpertausch in Naupaum ... Simusense in Terras Hallen ...
Wo also lag sein Problem?
Er versuchte die Arme auszustrecken und sie gegen den Deckel zu stemmen. Der Gedanke entschwand so schnell, wie er gekommen war. Er wusste nicht mehr, was er hatte tun wollen. Vor seinem Bewusstsein öffnete sich ein lautloser Abgrund, ein Nichts, das sich im nächsten Augenblick in ein loderndes Feuer verwandelte. Rhodans Widerstand ließ nach. Seine Gedanken fragmentierten in Teile von Worten und schließlich in Buchstaben, die wie dünne Pfeile in alle Richtungen schossen und dabei zerfaserten. Es wurde leerer und leerer in seinem Innern. Etwas zerrte an ihm, ein fremder Einfl uss, den er in diesem Augenblick vergaß, als sein Bewusstsein endgültig zu zerreißen drohte.
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