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Entsetzen - Thriller

von: Karin Slaughter

Blanvalet, 2010

ISBN: 9783641049201 , 528 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 9,99 EUR

Exemplaranzahl:


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Entsetzen - Thriller


 

"9. Kapitel (S. 165-166)

Faith stand vor der Leichenhalle und drückte sich den Finger ins freie Ohr, um den Lärm auszublenden, während sie am Handy mit Ruth Donner sprach. Kayla Alexanders ehemalige Mitschülerin aufzuspüren war einfacher gewesen, als vor einer Gruppe verängstigter Teenager zu sprechen. Rückblickend betrachtet hatte die Art, wie Olivia McFaden sie aus der Rednerposition erlöste, etwas von einer strengen Mutter-Tochter-Rolle gehabt. Dennoch war es Faith gelungen, Olivia McFaden zu überreden, sie mit Ruth Donners Mutter in Kontakt zu bringen.

Die Frau hatte Faith die Ohren über Kayla Alexander vollgejammert, und dann hatte sie ihr die Handynummer ihrer Tochter gegeben. Ruth war Studentin an der Colorado State. Sie studierte frühkindliche Erziehung und wollte Grundschullehrerin werden. »Ich konnte gar nicht glauben, dass es Kayla war«, sagte Ruth. »Es war hier überall in den Nachrichten.« »Alles, was Ihnen einfällt, würde uns weiterhelfen«, sagte Faith mit erhobener Stimme, um das Sirren einer Knochensäge zu übertönen. Sie ging die Treppe hoch zum nächsten Absatz, konnte aber den Motor immer noch hören. »Haben Sie sie gesehen, seit Sie die Schule verlassen haben?«

»Nein. Um ehrlich zu sein, seit meinem Abgang hatte ich mit kaum jemandem mehr Kontakt.« Faith fragte: »Fällt Ihnen irgendjemand ein, der ihr etwas hätte antun wollen?« »Na ja, ich meine …« Sie brach ab. »Ich will ja nicht herzlos klingen, aber sehr beliebt war sie nicht.« Faith verkniff sich ein »Im Ernst?«, was ihr auf der Zunge lag, und fragte stattdessen: »Kannten Sie ihre Freundin Emma?« »Nicht wirklich. Ich habe sie zusammen mit Kayla gesehen, aber sie hat nie etwas zu mir gesagt.« Dann erinnerte sie sich: »Na ja, manchmal starrte sie mich an, aber Sie wissen ja, wie das ist. Wenn deine beste Freundin jemanden hasst, dann muss man denjenigen auch hassen.« Sie schien zu erkennen, wie kindisch das klang.

»Gott, es war alles so grauenhaft, als ich noch mittendrin war, aber jetzt schaue ich zurück und frage mich, ob das alles wirklich so wichtig war, wissen Sie?« »Ja«, antwortete Faith und spürte, dass dies eine Sackgasse war. Sie hatte die Passagierlisten aller Flüge von und nach Atlanta der letzten Woche kontrolliert. Ruth Donners Name tauchte auf keiner Fluggesellschaftsliste auf. »Sie haben meine Handynummer. Würden Sie mich bitte anrufen, wenn Ihnen noch irgendetwas einfällt?« »Natürlich«, versprach Ruth. »Sagen Sie mir bitte Bescheid, wenn Sie sie gefunden haben?«

»Ja«, versprach Faith, obwohl das nicht sehr weit oben auf ihrer Prioritätenliste stand. »Vielen Dank.« Faith schaltete das Handy ab und steckte es sich in die Hosentasche. Als sie die Treppe wieder hinunterging, wehte ihr der Geruch verbrannter Knochen entgegen. Trotz ihrer großen Worte Will gegenüber hasste sie es, in der Leichenhalle zu sein. Die Leichen machten ihr nicht so viel aus wie die Atmosphäre, die industrielle Bearbeitung des Todes. Die kalten Marmorfliesen auf dem Boden und an den Wänden, um Flecken leichter entfernen zu können, die Abflüsse im Boden im Meterabstand, sodass man Blut und Gewebereste wegspritzen konnte, die Rollbahren aus Edelstahl mit ihren großen Gummirädern und Plastikmatratzen."