Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Die Stadt am Ende des Weges (Perry Rhodan Bd. 2558)

Die Stadt am Ende des Weges (Perry Rhodan Bd. 2558)

von: Marc A. Herren

Pabel-Moewig Verlag, 2010

ISBN: perh2558ebook, 61 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 1,35 EUR

Ersparnis: 0,50 EUR

Mehr zum Inhalt

Die Stadt am Ende des Weges (Perry Rhodan Bd. 2558)


 

(S. 4 - 5)Du strengst dich an, du mühst dich ab. Du hast Angst, dass du langsam den Blick für die Realität verlierst in dieser Welt, die dir so seltsam vertraut erscheint, als ob sie ein Teil deiner Kindheit wäre.
Die Unruhe ist wieder treuer Begleiter von dir. Wie in den Monaten vor deiner Zeit in der LEUCHTKRAFT. Sie treibt dich an, lässt dich vorwärts marschieren, nimmt dabei keine Rücksicht auf deinen Geist, der Schwierigkeiten hat, das Tempo der Unruhe mitzuhalten.
Du gibst dir Mühe, den in dir tobenden Konflikt so weit wie möglich in den Hintergrund zu drängen.
Du weißt: Was du suchst, ist nicht für dich bestimmt. Und doch gibst du nicht auf.
Weil du ihn zurückhaben musst.
Ihn, der dich beschützen wird.
Ihn, nach dem du dich gesehnt hast, seit du ihn ablegen musstest.
Ihn, den Anzug der Vernichtung.


1.
Also stieg er hinein

Alaska Saedelaeres Finger glitten von der Kante. Zwei Herzschläge lang hing der Maskenträger nur am rechten Arm, die Zehen krümmten sich innerhalb der schweren SERUN-Stiefel in der irrationalen Bemühung, auf dem zwei Finger breiten Sims besseren Halt zu finden.
Normalerweise hätten die Gelenkverstärkungen und diversen Zusatzfunktionen des modernen Kampf- und Schutzanzuges eine solche Kletterpartie zu einer vergnüglichen Nachmittagsbeschäftigung gemacht. Und falls er des Kletterns müde geworden wäre, hätte er den Gravo-Pak einschalten und bequem nach oben schweben können.
Wenn er sich nicht an Bord des Raumschiffs LEUCHTKRAFT aufgehalten hätte.
Die Technik des Anzuges spielte ein wenig verrückt. Sensoren ermittelten märchenhaft absurde Werte, nicht einmal der Uhrzeitangabe konnte er mehr vertrauen.
Er hatte keine Ahnung, wo er sich gerade befand.
Das traf aber nicht nur auf das etwas verwirrende Innenleben der LEUCHTKRAFT zu, sondern vor allem auf seine generelle Situation.
Saedelaere hatte keine Ahnung, welchen Teil des Universums die Kosmokratenwalze mit ihrer Besatzung und ihm – dem zwischenzeitlichen formellen Kommandanten – gerade durchpflügte.
Er wusste nur, dass sie einer von Samburi Yuras Fibel vorgegebenen Spur folgten. In der goldenen Spirale hatte der Bordrechner DAN einen Koordinatensatz entdeckt, der ihnen nun den Weg wies.
Zu Saedelaeres Überraschung hatte der Rechner die Koordinaten zwar als existent bewertet, in seinen Datenbanken aber keine Informationen darüber gefunden, was sich an diesem Ort verbarg. Für das Gehirn eines Kosmokratenwerkzeuges ein außerordentlicher Tatbestand.
Saedelaere biss die Zähne aufeinander, atmete ruhig. Dann drückte er seinen Körper so nahe an die Felswand, wie es ihm möglich war. Er streckte den Arm, tastete nach dem Vorsprung. Einen Moment lang erwachten die Sensoren der SERUN- Handschuhe zum Leben. Er fühlte den kühlen Sandstein.
Wieder rutschte er ab, blieb aber an zwei Fingern hängen. Ohne die reibungssteigernde Beschichtung der Handschuhe wäre die Kletterpartie spätestens zu diesem Zeitpunkt abrupt beendet worden.
Mühsam suchte Saedelaere das Gleichgewicht. Der Schweiß rann ihm über das Gesicht und zwischen den Schulterblättern den Rücken hinunter.
Die schwarze, stilisierte Plastikmaske klebte wie eine heiße Folie an seinem Gesicht.
Er ließ mit der linken Hand die Kante vorsichtig los. Zwei tiefe Atemzüge lang achtete er nur auf sein Gleichgewicht. Die Stiefel standen auf dem schmalen Sims, den Körper hatte er dicht an den Felsen gedrückt, die rechte Hand hielt ihn in Stellung.
Behutsam winkelte Saedelaere den linken Arm an. Er griff nach dem Öffnungsmechanismus seines Helms und ließ diesen zurückschnappen.
Tief atmete er trockene, nach heißen Felsen riechende Luft ein. Der Terraner griff nach seiner Maske und zog sie mit einem Ruck vom Kopf.
Er widerstand dem ersten Impuls, das schwarze Plastikteil die knapp fünfzig Meter in die Tiefe fallen zu lassen. Was hätte ihm diese Tat genutzt? Wäre es nicht nur der Beweis gewesen, dass er in der abstrakten Innenwelt der LEUCHTKRAFT langsam den Verstand verlor?
Die LEUCHTKRAFT sprach jeglicher Logik Hohn. Nun war er angetreten, um sich zu beweisen, dass er recht hatte.
Bei seinem ersten Besuch in der Kosmokratenwalze war sie bevölkert gewesen. Figuren – Pseudolebewesen –, die ihn teilweise an Lewis Carrolls Geschichte »Alice im Wunderland« erinnert hatten.
Daneben hatte es Katzenartige gegeben oder den Hütchenspieler, der mit Monkey um dessen Augen gespielt hatte.
Die schicksalsträchtigste Begegnung hatte er mit dem anderen Alaska gehabt, der sich mit ihm vereinigt und ihm das Fragment zurückgegeben hatte. Den strahlenden Gewebeklumpen, den er nun wieder im Gesicht trug, nachdem er so lange Zeit gedacht hatte, dass es damit vorbei wäre.
In der LEUCHTKRAFT war er wieder zum Maskenträger geworden. Einfach so. Weil Frau Samburi Yura befunden hatte, dass er das Cappinfragment benötigte.
Damit der bloße Anblick seines Gesichts andere wieder in Irrsinn oder Tod trieb? Weil er ein Außenseiter sein musste, um als kosmischer Mensch zu gelten?
Weil er mit dem Fragment im Gesicht gar nicht mehr Mensch war?
Saedelaeres Gesicht verzerrte sich vor Zorn. Er fühlte, wie sich seine Haut verzog und dass der Gewebeklumpen die Bewegung nur teilweise mitmachte.
Er hakte das elastische Band der billigen Kunststoffmaske hinter eine Tasche seines SERUN-Gürtels. Dann reckte er sich wieder nach der Kante. Im zweiten Versuch bekam er sie zu fassen und zog sich daran hoch.