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Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen

von: Thilo Sarrazin

DVA, 2010

ISBN: 9783641048983 , 512 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 14,99 EUR

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Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen


 

6 Bildung und Gerechtigkeit (S. 148-149)

Über den Unterschied von gut und gut gemeint

Menschen werden nicht geboren, sondern gebildet.
ERASMUS VON ROTTERDAM 

In Kapitel 3 habe ich beschrieben, wie in Deutschland verschiedene Trends der quantitativen und qualitativen Bevölkerungsentwicklung – die schrumpfende Bevölkerung wird heterogener und im Durchschnitt älter, bildungsferner und weniger intelligent – zusammenwirken. Sieht man im »Rohstoff Mensch« die wesentliche Ressource für die Zukunft Deutschlands, muss man das Zusammenwirken dieser Trends als bedrohlich empfinden.

Im Kapitel 4 habe ich gezeigt, dass die Grundanlage unseres Transfersystems, die auf ein leistungsloses Mindesteinkommen für alle hinausläuft, zwar vor biblischer Armut schützt, aber von Negativtrends begleitet ist, die das weitere Anwachsen und die strukturelle Verfestigung einer funktionslosen bildungs- und leistungsfernen Unterschicht begünstigen. In Kapitel 5 habe ich die Folgen dieser Entwicklung für den Arbeitsmarkt näher untersucht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Workfare-Konzept, welches den Transferbezug von Erwerbsfähigen ausnahmslos an eine Gegenleistung in Form von Arbeit knüpft, den strukturell besten Aktivierungsansatz bietet.

Letztlich drehen sich aber alle Fragen der Sozialisation, der Motivation und der Qualifikation auf jeder Hierarchiestufe des Könnens und des Arbeitsmarktes zuallererst um das Thema Bildung. Dies geht über die Frage der Integration in das Erwerbsleben weit hinaus, denn Bildungserfolg korreliert positiv mit der gesamthaften Qualität und Stabilität der Lebensführung.

Freilich sagt solch eine positive Korrelation nichts über Kausalitäten: Der Bildungserfolg als solcher ist ein Tüchtigkeits- und Stabilitätsindikator, und es mag sein, dass Grundeigenschaften und Qualitäten jener, die Bildungserfolg haben, der Bildung zugeschrieben werden, obwohl sie doch in der Person selber angelegt sind. Es gibt Bildungsoptimisten, die an die weitgehende Formbarkeit des Menschen glauben und ehrlich der Meinung sind, dass man jedem fast alles beibringen könne. Das sind meist auch jene, die »die Gesellschaft« oder »das System«