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Parkinsons Gesetz (S. 105-106)
C. Northcote Parkinson
Warum sollte man dieses Buch lesen?
Parkinsons Gesetz wirft, wie Das Dilbert-Prinzip, einen satirischen Blick auf Geschäftswelt und -alltag. Das Buch behandelt das Anschwellen der Bürokratie durchaus mit Humor, doch seine Einsichten reflektieren das reale Geschehen, insbesondere in Regierungsbehörden.
Erste Übersicht
Unternehmen wachsen, ohne lange darüber nachzudenken, wie viel sie produzieren, und auch ohne tatsächlich mehr Geld zu erwirtschaften. Die Zeit, die man braucht, um eine Aufgabe zu erledigen, hängt ab von der Person, die diese Arbeit tut, und von ihrer besonderen Situation. Der Umfang einer Arbeit wächst, um die Zeit auszufüllen, die für ihre Verrichtung vorgesehen ist, und Verwaltungsangestellte schaffen einander mehr Arbeit.
Der Inhalt im Einzelnen
1. Wie Organisationen wachsen
Parkinsons Gesetz besagt nichts anderes, als dass jede Arbeit automatisch die Zeit ausfüllt, die zu ihrer Erfüllung zur Verfügung steht. Infolgedessen wachsen Unternehmen, ohne darauf zu achten, wie viel sie tatsächlich produzieren. Selbst dann, wenn ein zahlenmäßiges Wachstum nicht zu höheren Erträgen führt, wachsen die Unternehmen weiter und die Mitarbeiter haben immer mehr zu tun. Außerdem möchte jede Führungskraft lieber die eigenen Mitarbeiter vermehren als die Zahl der Rivalen im Betrieb. Verwaltungskräfte versorgen einander mit Arbeit.
2. Die Arbeit wächst und füllt die Zeit
Die Vorstellung, es gäbe für jede Arbeit eine optimale Zeitspanne zur Erledigung, ist falsch. Es gibt dafür keine Regeln – die Zeit hängt an der Person, die den jeweiligen Job zu bewältigen hat, und an deren besonderer Situation.
So kann eine ältere Dame mit viel Muße einen ganzen Tag damit zubringen, ihrer Nichte eine Postkarte zu schicken. Ein Pensum, das einen vielbeschäftigen Mann drei Minuten kostet, kann einen anderen, bei gleichem Umfang, nach einem Tag voller Zweifel, Ängstlichkeit und Plage erschöpft zurücklassen.
3. Der Verwaltungsapparat wächst automatisch
Angesichts der mit zunehmendem Alter nachlassenden Energie und des Gefühls der Überarbeitung haben Verwaltungsmitarbeiter drei Möglichkeiten:
- Sie resignieren.
- Sie teilen die Arbeit mit einem Kollegen.
- Sie verlangen zwei neue Mitarbeiter.
Wahrscheinlich wird man in der gesamten Geschichte der öffentlichen Verwaltung nicht ein Beispiel finden, in dem nicht die dritte Möglichkeit gewählt wurde. Ein Beispiel dafür: Die Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung der British Navy wuchs zwischen 1914 und 1928 um 78 Prozent, während die Anzahl der Schiffe in der gleichen Zeit um 67 Prozent und die Zahl der Offiziere und Mannschaften um 31 Prozent zurückging. Die Zunahme von Mitarbeitern in einem Verwaltungsapparat verselbstständigte sich also. Wahrscheinlich hätte sich die Zahl der Verwaltungsangestellten im gleichen Maße auch dann vermehrt, wenn es überhaupt keine Seeleute mehr gegeben hätte.
Im Umfeld des Themas
Parkinsons Gesetz ist ein vergnügliches Zwischenspiel in der Managementliteratur – wenn man so will, eine Art Catch–22 der Wirtschaftsliteratur, stellenweise respektlos und voller Humor, aber durchaus mit dem ernsteren Hintergrund scharfsichtiger Beobachtung. Das Buch wurde Ende der fünfziger Jahre geschrieben, als die Human Relations School in den USA zu blühen begann und man sich Gedanken darüber machte, wie sehr die Unternehmensverwaltungen mit der Massenproduktion expandiert waren.
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