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Innovative Beratungskonzepte

Innovative Beratungskonzepte

von: Michael Mohe (Hrsg.)

Rosenberger Fachverlag, 2005

ISBN: 9783931085513, 325 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 31,80 EUR

Ersparnis: 8,00 EUR

  • IT-Revision - Leitfaden zur Durchführung von Prüfungen der Informationsverarbeitung
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    Projekte budgetieren und planen
    Six Sigma umsetzen - Die neue Qualitätsstrategie für Unternehmen
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    Frauen – Männer – Management: Führung und Team neu denken
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Innovative Beratungskonzepte


 

Susanne Mingers/Philipp Wildburg
Systemische Beratung und Spiritualität (S. 126-127)

1 Einleitung

Spiritualität hält Einzug in die Wirtschaft. In den vergangenen Jahren nehmen Initiativen, Kongresse und Publikationen zu, die auf eindrucksvolle Weise belegen, dass Spiritualität im Wirtschaftsleben auf wachsendes Interesse stößt. Für manche mag diese Entwicklung überraschend oder irritierend sein, da Spiritualität vielfach mit Esoterik und irrationalen Glaubenssätzen gleichgesetzt wird. Für andere, mittlerweile auch viele namhafte Wirtschaftsvertreter und Manager ist spirituelles Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit avanciert – nicht zuletzt, um unternehmerischen Erfolg zu sichern.

Der systemische Beratungsansatz gilt als Vorreiter der Überwindung mechanistischer Paradigmen in der Unternehmensberatung. Theorie, Methodik und Praxis systemischer Beratung fußen auf ganzheitlich orientierten, lösungsfokussierten Prinzipien und Haltungen (Exner et al. 1987; Wimmer 1991; Simon 1996; Mingers 1996). Systemisches Denken und spirituelles Denken stoßen auf interessante Parallelen und Übereinstimmungen. Spiritualität im modernen, nicht-religiösen Sinne wird zunehmend auch von Beratungsunternehmen als wertvolle Quelle des Wissens entdeckt und genutzt. Der vorliegende Beitrag zeigt, welche Verbindungen zwischen Spiritualität und systemischer Organisationsberatung gezogen werden können. Dazu wird im zweiten Kapitel Spiritualität begrifflich erläutert und als eine neue Form ganzheitlichen, vernetzten Denkens beschrieben. Das dritte Kapitel zeigt auf, dass Spiritualität im Wirtschaftsleben bereits beachtlichen Einfluss genommen hat und welche Wege Unternehmen beschreiten, um Spiritualität am Arbeitsplatz lebbar zu machen.

Das vierte Kapitel erläutert anhand konkreter Beratungsanliegen und Beispiele, welche übereinstimmenden Ansätze, Haltungen und Praktiken Spiritualität und systemische Beratung verfolgen, um eine tief greifende Transformation von Organisationen und Personen zu fördern. gen der Sinnsuche zu beantworten und zu einer neuen Art des Denkens zu finden, das für die Sicherung des Weltfriedens notwendig erscheint (siehe auch Capra 1987). So simpel es klingt: Globalisierung erfordert globales Denken und Handeln. Mit der Überwindung mechanistisch materialistischer Ansätze verfolgt spirituelles Denken und Handeln ganzheitliche Perspektiven und die Berücksichtigung größerer Zusammenhänge. Zur Maxime wird, sich als Teil eines Ganzen zu sehen und im Handeln diesem Ganzen zu dienen.

„Wenn unsere Welt darauf aus ist, friedvoll und zukunftsträchtig zu werden", so Ervin Laszlo, einer der führenden Vertreter der Systemtheorie und allgemeinen Evolutionstheorie sowie Gründer des Club of Budapest1, „müssen wir letztendlich den Bewusstseinswechsel schaffen: von der logos-beherrschten Rationalität, die in der Wirtschaftswelt herrschte und bis heute noch herrscht, zu der ganzheitlicheren und holistischeren Art von Bewusstsein, die für eine zukunftsträchtige Handlungsweise von Firmen in einem globalen Umfeld erforderlich ist. […] Eine holistisch denkende Zivilisation ist eine facettenreiche Zivilisation. Sie hat nicht nur eine ökonomische und politische Dimension, sondern auch eine kulturelle und spirituelle" (Laszlo 2004, S. 72). Die heutige Zivilisation hat das Wissen und die Technologien entwickelt, um praktisch alle globalen Probleme zu lösen. Jakob von Uexküll, Initiator des Welt-Zukunfts-Rates2 und Mitbegründer des Alternativen Weltwirtschaftsgipfels (TOES)3 resümiert angesichts dessen: „Ich bin weder Optimist, noch Pessimist, sondern Possibilist: Die Lösungen sind da, aber wir sind frei, zu versagen. Der große historische Augenblick kann, wie der Philosoph der Hoffnung Ernst Bloch es ausdrückte, auf ein zu kleines Menschengeschlecht treffen" (Uexküll 2004, S. 79). So obliegt es letztlich allen Akteuren unserer Gesellschaft zu entscheiden, ob sie mit ihrem Handeln „Teil der Lösung oder des Problems sein wollen" (Uexküll 2004, S. 90).