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Teil II: Das Kawa (= Wort-Bild) (S. 13)
Es begann damit, daß die Gehirnforschung ca. 1985 erkannt hatte, daß es zwei Denk-Stile gibt. Einen eher analytischen, auch als linear, rational oder Schritt-für-Schritt bezeichneten; er weist sich durch Systematik aus, beschreibt das logische Schließen aufgrund vorheriger Daten oder Annahmen (sogenannter Prämissen) etc. Auf der anderen Seite gibt es einen analogen Stil, einen Vergleichenden, der Analogien, Metaphern und Gleichnisse nutzt. Auch die Forschung über Kreativität sprach schon lange davon, daß man den (rationalen) Kritiker ausschalten müsse, denn das Denken gemäß gewissen (logischen) Regeln sei doch immer auch ein REGEL-haftes oder Regelmäßiges Denken, also ein Denken, daß sich INNERHALB bekannter Paradigmen aufhalte und eben diese Grenzen deshalb nicht sprengen werde.
Im Gegensatz dazu zeichne sich kreatives Denken gerade dadurch aus, daß es Grenzen sprenge – nicht zu verwechseln mit der Pseudo-Kreativität von Kindern, die jene Grenzen noch gar nicht kennen und daher keine sprengen können. Das Denken von Kindern mag uns sehr frisch und ungewöhnlich erscheinen, aber wahre Kreativität muß vorhandene Grenzen verlassen, eben das ist ja der kreative Denk-Akt, um den es geht! In dem Versuch, meinen Seminar-TeilnehmerInnen zu ANALOGEREM Denken zu verhelfen, begann ich damit zu experimentieren, Problemstellungen zu zeichnen, um die Denkrillen zu verlassen, die z.B. dadurch entstehen, daß Leute bestimmte (ältere) Probleme immer in derselben Weise schildern.
Ich entdeckte, daß das griechische Wort GRAPHEN nicht „schreiben" bedeutet, wie oft behauptet wird, sondern genaugenommen RITZEN (in Lehm, Ton etc.), und das kann sowohl SCHREIBEN als auch ZEICHNEN bedeuten. Deshalb finden wir „Graph …" sowohl in Graphologie (schreiben) als auch in Grafik oder Fotografie (wenn wir also von Bildern sprechen).
Daraus bildete ich damals einen Kunst-Begriff, der den ANALOGEN Denk-Stil mit SCHREIBEN und/oder ZEICHNEN verband, die ANALOGRAFIE: Daraus leiteten sich die Bezeichnungen für die beiden Hauptprodukte ab, die dabei entstanden, wobei das zweite „A" am Ende jeweils für ASSOZIATIONEN steht, denn die Notwendigkeit ASSOZIATIV zu denken, war mit damals ebenfalls schon klar geworden.
Also sehen wir: Es handelt sich beim Kawa© um eine KREATIVE ANALOGRAFIE mit dem Schwerpunkt WORT, während das Kawa© den Schwerpunkt GRAFIK beschreibt.
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