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Die Kügeli-Definition von gehirn-gerechtem Lehren: 7 Kügeli (S. 15)
• Unter 4 Kügeli ist die Unterweisung NICHT gehirn-gerecht.
Lernen ist für das Opfer neuro-physiologisch unmöglich. Wenn also die SchülerInnen keine eigenen Kügeli mitbringen, wird zwar „unterwiesen", aber nichts gelernt. In diesem Zusammenhang klingen die Klagen mancher LehrerInnen über „de-motivierte" SchülerInnen (d.h. solche ohne Kügeli) ganz anders, gell? Oder: LernerInnen zu unterweisen, die bereits mit vollen Kügeli-Taschen gekommen sind, ist weiß Gott keine Kunst. Die hohe Kunst des Lehrens aber besteht darin, Menschen für etwas zu be-GEIST-ern, von dem sie noch nichts (wenig) wissen, bzw. für Themen, vor denen sie (bisher) Angst hatten. Deshalb wählte ich die Quantenphysik als eine meiner Demonstrationen (z.B. an der TU München), denn vor diesem Thema hatten wohl mindestens 300 der damals anwesenden ca. 1.000 Leute „Schiß" (nein, keine Angst, nur … hmmm).
• Ab 4 Kügeli wird Lernen zwar möglich, fällt aber noch schwer.
Die Einschätzung „schwer" oder leicht hängt von unseren Vorkenntnissen ab, alles Neue kann daher in die Kategorie „schwer" fallen – das hängt von jenen ab, die uns dieses Wissen zumuten (müssen). Kann diese Person uns das Neue nicht „schmackhaft" machen, dann erscheint uns das Neue „schwer". Übrigens spricht die Tatsache für sich, daß von mehr als 10.000 Seminar-TeilnehmerInnen über 80 % die Aussage „Lernen ist … a) schwer, b) manchmal schwer, c) oft leicht, d) leicht" mit „a) schwer" beantworteten. Lernen ist aber nicht per se schwer – im Gegenteil! Unser Gehirn ist eine geborene „Lernmaschine", aber Lernen (von Neuem) kann sehr wohl schwer GEMACHT werden, wenn der Unterricht eben nicht gehirn-gerecht ist.
• Ab 5 Kügeli wird Lernen etwas leichter.
Hier wurde vielleicht eine interessante Frage vorangestellt oder die SchülerInnen durften in Kleingruppen ein Thema diskutieren, ehe es losging. Aber nur 5-Kügeli-Unterricht ist kaum besser als mit 4 Kügeli. Im Gegensatz zur nächsten Stufe, mit der wir einen regelrechten Quantensprung erleben:
• Ab 6 Kügeli wird die Sache SPIELERISCH, ein LEICHTES Element taucht auf. Hier beginnt sich vorher „Schweres" in LEICHT zu verwandeln, die Menschen entspannen sich, beginnen akutes Interesse für einige Aspekte zu entwickeln, arbeiten gerne an Aufgaben etc. Im Klartext: Hier beginnen ehemals „de-motivierte" SchülerInnen, ihre „De- Motivation" zu verlieren. Wobei ich „meinen" Managern (im Seminar) seit Jahrzehnten predige, daß man vorhandene Motivation killen kann, aber „De-Motivation" gibt es eigentlich nicht, dies ist nur ein Symptom von behinderter Motivation (vgl. ganz neu: Birkenbihl on Management. Econ, Januar 2005).
• Ab 7 Kügeli haben wir das Etikett „gehirn-gerecht" verdient. Als LehrerInnen lehren wir gehirn-gerecht, der Arbeitsweise des Gehirns ENTGEGENKOMMEND – im Gegensatz zu 4-Kügeli-Unterricht (oder schlimmer), der dieser Arbeitsweise entgegenwirkt!
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