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11 (S. 88)
Patricia Clyde sah dem Polizisten nach und stieß heftig die Luft aus, die sie eine ganze Zeit lang angehalten hatte. Sie saß stocksteif auf ihrem Platz und starrte lange auf die Seite des Schaufensters, wo Holder aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Schließlich blickte sie auf die kleine Karte hinunter, fasste sie aber noch immer nicht an. Die Tür zu George Kimbroughs Büro öffnete sich, und er erschien auf der Bildfläche. »Ich habe leider gerade telefoniert. Wer war das?« »Der Polizeichef«, antwortete Ms. Clyde.
»Guter Gott! Und Sie haben ihn gehen lassen? Glauben Sie nicht, dass es mich vielleicht ein klein wenig interessiert, wo meine Frau steckt?« Der Sarkasmus war verschwendet, denn Patricia Clyde war dagegen immun. Ohne jede Gefühlsregung sah sie zu, wie Kimbrough mit großen Sätzen durch den Raum hetzte, die Tür aufriss, auf die Straße sprang und sich verzweifelt in alle Richtungen umblickte. Verdrießlich kehrte er schließlich wieder in den Laden zurück, baute sich vor Patricias Schreibtisch auf und wiederholte die Frage, auf die er noch immer keine Antwort erhalten hatte. Aber so leicht war Patricia Clyde nicht zu beeindrucken. Ungerührt schob sie eine Diskette in den Computer und log, ohne ihren Chef dabei anzusehen. »Ich bin davon ausgegangen, dass er nach Ihnen gefragt hätte, wenn er Neuigkeiten für Sie gehabt hätte.«
»Wenn er mir nichts zu sagen hatte, warum ist er dann gekommen?« Patricia bewegte die Maus und klickte auf etwas. »Er wollte nur wissen, ob ich schon etwas von Carolyn gehört hätte. Habe ich aber nicht.« »Oh«, entfuhr es Kimbrough mit kaum wahrnehmbarer Enttäuschung. »Nun gut, falls er noch einmal wiederkommt, sagen Sie mir bitte Bescheid.« »Selbstverständlich.« Patricia bewegte sich nicht und klickte zweimal mit der Maus. Gott, was für ein Biest!, dachte er. »Ich bin für einige Zeit in Carolyns Büro, weil ich dringend die Unterlagen für den Sorensen-Auftrag heraussuchen muss.« Patricia Clyde nahm das nicht weiter zur Kenntnis, sondern platzierte ihre perfekt manikürten Finger auf der Tastatur und begann zu tippen. George Kimbrough ging dem Konflikt aus dem Weg. Wieder einmal.
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