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Perry Rhodan-Paket 12: Der Schwarm (Teil 2) / Die Altmutanten - Perry Rhodan-Heftromane 550 bis 599

von: Perry Rhodan Redaktion

Perry Rhodan digital, 2011

ISBN: 9783845329512 , 3000 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 59,99 EUR

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Perry Rhodan-Paket 12: Der Schwarm (Teil 2) / Die Altmutanten - Perry Rhodan-Heftromane 550 bis 599


 

Menschliches Selbstbewusstsein ist stärker als maschinelle Logik, weil es die Logik anwenden und ihre jeweiligen formalen Systeme benutzen oder verwerfen kann.

Aus »Maschinenlogik« von Wjatscheslaw Schwetschenko (Fakultät für Elektronik des Leningrader Elektrotechnischen Instituts), Planet Erde, 20. Jahrhundert.

 

1.

 

Das Objekt besaß die ungefähre Form eines terranischen Zitterrochens, nur war es erheblich größer – und es war kein Zitterrochen. Es war überhaupt kein Lebewesen, sondern ein so genanntes Manipulatorschiff.

Der Manip, wie man diesen Schiffstyp aus dem Schwarm bei den Menschen nannte, war vor dreißig Sekunden im Solsystem aufgetaucht und trieb im freien Fall auf den Planeten Mars zu.

In Imperium-Alpha, der Zentrale der Solaren Heimatverteidigung, wurde vom Hauptcomputer ein seit einiger Zeit eingegebenes Programm aktiviert.

Hyper-D-Stille!

Das bedeutete, alle Maschinen, die dimensional übergeordnete Energie produzierten, wurden innerhalb von Sekunden mittels Fernschaltung desaktiviert. Dazu benötigte man zwar ebenfalls dimensional übergeordnete Energie, aber da man die großen Entfernungen mit Hilfe von Dakkarkomen überbrückte, durfte man hoffen, dass diese Aktivität nicht bemerkt wurde. Bisher jedenfalls war kein Fall bekannt geworden, dass Schwarmschiffe primäre Dakkarenergie angemessen hätten.

Dennoch gab es zahlreiche Fehlerquellen, die von den wenigen Immunen innerhalb des Solsystems bisher nicht hatten beseitigt werden können – und der Mann in der Hauptbefehlszentrale von Imperium-Alpha wusste das genau.

Perry Rhodan verfolgte angespannt die über Dakkarkome einlaufenden Meldungen. Es waren nicht viele, denn noch war die terranische Produktionsquote an Dakkarkomgeräten geradezu lächerlich gering. Die Verdummung hatte der Auswertung fremder Erfindungen große Hindernisse in den Weg gelegt, wenn sie sie nicht völlig verhinderte.

Ein zweiter Mann, von etwa gleicher Statur wie der Großadministrator, aber mit schulterlangem weißem Haar und rötlichen Augäpfeln, stieg aus einer der Röhren des Pneumolifts, ging zwischen den vor ihren Kontrollen sitzenden Leitoffizieren durch und blieb vor Rhodan stehen: Atlan, ehemaliger Imperator von Arkon und jetzt Regierender Lordadmiral der größtenteils lahmgelegten USO.

»Warum lässt du den Manip nicht gleich abschießen, Perry?«, fragte der Arkonide.

Perry Rhodan wandte den Kopf und blickte seinen Freund nachdenklich an.

»Weil dazu immer noch Zeit ist, wenn die Hyper-D-Stille gebrochen wird, Atlan. Außerdem würden sich die Beherrscher des Schwarms dafür interessieren, was ihrem Manip zustieß, als er dieses Sonnensystem untersuchte.«

Bevor Atlan etwas darauf erwidern konnte, erscholl aus einem der Dakkarkome die unverkennbare polternde Stimme von Staatsmarschall Reginald Bull. Rhodans Stellvertreter befand sich zur Zeit auf dem Mars.

»Beinahe wäre die Hyper-D-Stille durchbrochen worden, Perry«, meldete er. »Eine Streife entdeckte am Rand von Marsport einen Halbintelligenten, der mit einem gefundenen Minikom spielte. Sie konnte ihm das Gerät wegnehmen, bevor er es einschaltete, aber wenn ich daran denke, dass ähnliche Vorfälle jeden Moment geschehen können und dass nicht immer eine Streife rechtzeitig zur Stelle sein wird ...«

»Wir müssen die Nerven behalten, Bully«, entgegnete Rhodan ruhig.

Reginald Bull holte erregt Luft und fuhr fort: »Eben wünschte ich mir, der Verdummungsgrad hätte sich nicht verringert. Wir sitzen wie auf einem durchgehenden Reaktor. Ich werde das Rochenschiff jedenfalls nicht näher als bis auf 100.000 Kilometer an Mars heranlassen. Hoffentlich ortet es die subplanetarischen Abwehrforts nicht schon früher.«

»Hoffentlich ist es nicht hier, weil es schon von weit außerhalb die hyperdimensionalen Energieemissionen angemessen hat, die vom Solsystem ausgingen«, meinte Atlan ernst. »Du spielst ein gefährliches Spiel, Perry.«

Bull lachte grimmig.

»Alle Rhodan-Spiele sind gefährlich, Atlan.«

»Aber ohne sie existierte die solare Menschheit seit anderthalb Jahrtausenden nicht mehr«, erklärte der Großadministrator. »Bully, halte die Ohren steif. Ende.«

Er schaltete ab, aktivierte einen anderen Dakkarkom und stellte eine Verbindung mit dem Mutantenkommando her. Der Mausbiber Gucky meldete sich von Bord des CYD-Spezialschiffes BUTTERFLY, das nach verschiedenen Umbauten und Reparaturen in einem Tiefhangar auf Luna stand.

»Ich weiß Bescheid, Perry«, erklärte der Ilt. »Sobald es im HD-Bereich auch nur Pieps macht, lege ich dem Weltraumrochen ein heißes Ei in die Eingeweide.«

Rhodan verzog das Gesicht.

»Du sollst nicht ...«

»Vielleicht soll ich nicht«, unterbrach Gucky ihn, »aber ich kann – und mich kann jeder ...«

»Gucky!«, sagte Rhodan mahnend.

»Bitte, unterbrich mich nicht immer, Großadministrator«, schimpfte der Mausbiber. »Das kann zu den größten Missverständnissen führen. Ich hatte sagen wollen, mich kann jeder verstehen, der sich noch einen Funken Humor bewahrt hat.«

Der Terraner lächelte, wurde aber gleich wieder ernst.

»Schon gut, Kleiner, ich hatte mich eigentlich nur davon überzeugen wollen, dass du auf deinem Posten bist. Befindet sich CYD-Commander Rorvic an Bord der BUTTERFLY?«

»Ja und nein, Perry. Das heißt, er ist zwar körperlich anwesend, geistig aber weggetreten, wenn du verstehst, was ich meine.«

»Mit einiger Mühe kann sogar ich dir folgen, Kleiner«, sagte Rhodan sarkastisch. »Bis später.«

Er unterbrach die Verbindung und wandte sich wieder an Lordadmiral Atlan.

»Es wird höchste Zeit, dass die Hundertsonnenwelt uns die versprochenen 100.000 GrIko-Netze liefert, damit wir genügend Immune zur Besetzung der Heimatflotte und der wichtigsten Basen bekommen. Eigentlich sollte unser Kurier schon gestern dort draußen angekommen sein. Wen hast du eigentlich geschickt, Atlan?«

»Einen Captain Promax aus dem bunt zusammengewürfelten Haufen, der sich stolz Allround-Command nennt.«

Perry wölbte die Brauen.

»Captain Promax? Etwa Cuno Promax, den Metabo-Künstler?«

Der Arkonide lächelte flüchtig.

»Richtig. Cuno Promax, Duxant und Metabo-Künstler, wegen Menschenschmuggel vor drei Jahren für fünf Jahre nach Carlotta geschickt, nach Verdummungseintritt immun geblieben und mit einem Raumschiff des Wachkommandos geflohen, zur Erde geflogen und sich freiwillig beim Flottenkommando gemeldet.«

»Ja, ich erinnere mich an den Mann«, erwiderte Rhodan. »Deighton und Mike stellten ihn mir kurz vor. Er sah grau und unscheinbar aus. Er wurde wegen Menschenschmuggel verurteilt?«

»Nun, eigentlich hat er nur Tefrodern dabei geholfen, sie von der galaktischen Eastside ins Hoheitsgebiet des Solaren Imperiums einzuschleusen, sie mit falschen Pässen auszustatten und ihnen Arbeitsstellen zu vermitteln. Das ist natürlich gesetzwidrig, aber genau betrachtet, hat Promax niemandem geschadet.«

»Früher hätten wir härter über ihn geurteilt«, sagte Rhodan leise. »Ich glaube, der Schwarm hat uns geläutert. Viele Dinge sehen heute anders aus als ehedem.«

Er hob den Kopf, als der Interkommelder summte. Mit einem Blick aktivierte er das auf normalenergetischer Basis arbeitende Gerät. Im Trivideokubus tauchte das Bild eines Offiziers der Ortungszentrale von Imperium-Alpha auf.

»Erde wird von einem Pararaum-Richtstrahl getroffen, Sir«, meldete der Offizier. »Herkunft offenbar aus Schwarmkopfnähe. Abnahme wegen Hyper-D-Stille nicht möglich. Was sollen wir tun?«

»Das könnte eine Nachricht von Oberst Pontonac sein«, überlegte der Großadministrator. Oberst Edmond Pontonac war mit dem Kreuzer GOOD HOPE II in der Nähe des Schwarmkopfes stationiert, um die Vorbereitungen der erwarteten Massentransition rechtzeitig zu erkennen.

»Vielleicht ist der Schwarm schon gesprungen«, warf Atlan ein. »Hoffentlich verschwindet der Manip bald, damit wir Verbindung mit Pontonac bekommen.«

Perry nickte, dann blickte er zum Interkomschirm.

»Wir holen die Hyperkomimpulse nicht auf die normalenergetische Ebene zurück«, entschied er. »Jedenfalls nicht, solange der Manip sich innerhalb des Solsystems aufhält.«

Er ging zum nächsten Versorgungsautomaten und tastete sich einen Espresso. In einer der schmalen, schall- und lichtgeschützten Pausennischen lehnend, schlürfte er das starke heiße Getränk aus bestem terranischen Kaffee. Dabei schweiften seine Gedanken zur Hundertsonnenwelt der Posbis ab, auf der sich Professor Geoffry Abel Waringer und Professor Mart Hung-Chuin seit etwas über drei Wochen fieberhaft darum bemühten, mindestens 100.000 GrIko-Netze produzieren und nach Terra schicken zu lassen.

GrIko-Netze – mit vollem Namen »Gravokonstante-Intelligenzkorrektur-Netze« – waren Anti-Verdummungsgeräte, die die vom Schwarm verringerte galaktische Gravitationskonstante für ihre Träger wieder aufstockten, wodurch die Ursache der Verdummung und damit die Verdummung selbst aufgehoben wurde. Es hatte sich als nicht unproblematisch erwiesen, Menschen mit solchen Netzen auszustatten. Ungefähr vierzig von hundert Personen reagierten negativ darauf; sie liefen entweder Amok, verfielen in Depression oder völlige Teilnahmslosigkeit oder erlebten das, was man »das zweite Gesicht« nannte. Aber das musste man eben riskieren, wenn man den künftigen Ereignissen halbwegs gewappnet entgegentreten wollte. Außerdem ließ sich das Risiko für die GrIko-Träger und ihre Umwelt dadurch verringern, dass man sie so lange beobachtete, bis man ihre Reaktion entweder als negativ erkannte und ihnen das Netz...