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11 Datenbanken (S. 429-430)
Einhergehend mit der Entwicklung zuverlässiger magnetischer Speichermedien mit großer Kapazität und schnellem direktem Zugriff boten Computer die Möglichkeit, große Datenmengen in Datenbanken zu verwalten. Allerdings mussten zunächst Konzepte zur Datenorganisation erarbeitet werden, die sowohl diesen technischen Gegebenheiten als auch den Anforderungen der Anwender gerecht wurden. In diesem Kapitel soll der Bogen von den Grundlagen der Datenorganisation bis zur praktischen Arbeit mit Datenbanken gespannt werden.
11.1 Datenorganisation
Eine besonders komplexe und anspruchsvolle Aufgabe ist die Datenorganisation, vor allem bei umfangreichen und stark verknüpften Datenbeständen, wie sie fast immer in größeren Firmen oder bei umfangreichen Projekten vorkommen. Hier müssen so wichtige Punkte wie Datensicherung, schnelle Verfügbarkeit, ressourcensparende Speicherung und Zugriffsmöglichkeit durch weniger geübtes Personal beachtet werden.
11.1.1 Physische Datenorganisation
Die physische Datenorganisation ist die Anordnung von Daten auf einem Datenträger. Beispiele für solche Datenträger sind Disketten, Speicherchips oder Festplatten (siehe Abschnitt 3.2 „Speichermedien"). Zunächst sind solche Datenträger ohne Struktur wie ein leeres Heft mit unliniertem Papier. Bevor man etwas auf sie schreiben oder von ihnen lesen kann, muss man ihnen zunächst eine Struktur geben. Anschaulich gesprochen, zieht man in sein Heft Linien und nummeriert die Seiten durch. Dieser Vorgang, den man Formatieren nennt, gehört in den Aufgabenbereich des Betriebssystems. Etwa ein Viertel der Speicherkapazität eines Datenträgers wird dazu benötigt, eine physische Struktur auf dem Datenträger festzulegen. Eine physische Struktur auf einer Diskette ist z.B. ein Sektor oder ein Block (Einheit von z.B. 512 Byte). Eine Spur (Engl. Track) besteht z.B. aus 18 Sektoren und auf jeder Seite einer Diskette befinden sich z.B. 80 Spuren. Derartige physische Datenorganisationen ermöglichen dem Computer einen schnellen und effektiven Zugriff auf Daten. Die physische Datenorganisation liegt vollkommen in der Zuständigkeit des Betriebssystems und ihre Details haben für den Anwender eines Datenbankprogramms keine Bedeutung (siehe dazu Abschnitt 6.1.5 „Organisation und Verwaltung der Speichermedien"). Wenn der Benutzer sich z.B. eine Datei auf dem Bildschirm anschaut, braucht er sich nicht darum zu kümmern, auf welchen Sektoren diese Datei gespeichert ist. Es genügt, wenn er die Datei mit ihrem Namen anspricht.
11.1.2 Die logische Datenorganisation
Kaum ein Schriftsteller wird ein Buch schreiben, das nicht in Kapitel unterteilt ist. In jedem Kapitel wird man Absätze finden. Die Absätze bestehen aus einzelnen Sätzen. Ein Inhaltsverzeichnis informiert über die einzelnen Kapitel und ein Buch ist vielleicht nur ein Band einer mehrteiligen Reihe. Diese Strukturierung erleichtert es dem Leser, gezielt nach bestimmten Punkten zu suchen. Bei der Organisation und Strukturierung von Daten geht es vor allem darum, wie man eine amorphe Masse von Daten einteilen kann, damit die Übersicht verbessert wird und gleichzeitig eine schnelle und effektive Bearbeitung durch den Computer möglich ist. Dazu dient die logische Datenorganisation. Daten werden dabei so strukturiert, dass der Anwender mit den Begriffen des Alltags auch auf dem Computer arbeiten kann. Die technischen Gegebenheiten des Computers treten dagegen in den Hintergrund. Die Daten eines Buchhalters sollen am Computer so präsent sein, wie der Buchhalter es auch vom Papier her kennt, also z.B. als Konten mit verschiedenen Spalten.
11.1.3 Kategorien von Daten
Welche Daten zu strukturieren sind, ist eine Frage der praktischen Erfordernisse. Ein Schriftsteller hat andere Daten zu ordnen als ein Buchhalter, ein Anwalt andere als ein Mediziner. In der kommerziellen EDV, in der die Verwaltung von Lagerbeständen, Personal, Aufträgen, Buchungen etc. eine große Rolle spielt, teilt man Daten traditionell in die Kategorien Stammdaten, Bestandsdaten, Bewegungsdaten und Änderungsdaten. Tabelle 11.1 zeigt ein Beispiel aus dem Bereich Warendisposition und Lagerhaltung, bei dem diese Struktur deutlich wird.
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